Bittere Realität für Sparer

27. September 2017 | 820 mal gelesen

Fast jeder, der aktuell Geld übrig hat – sei es wenig oder viel -, tut sich schwer mit der Geldanlage. Vor allem, wenn man das Geld gleichermaßen liquide, rentabel und sicher anlegen will.

Wie es derzeit im Angebot der Banken aussieht, zeigt ein aktuelles, auf den ersten Blick interessantes Angebot der Sparkassen. Für einen monatlichen Banksparplan gibt es jährliche Zinsen von 0,001 Prozent. Interessant: Eine zusätzliche Sparprämie auf die Jahressparleistung, deren Höhe sich nach der Laufzeit richtet. Bei 10 Jahren sind es 4 Prozent.

Was bedeutet das in Zahlen?

Investiert ein Sparer monatlich 50 Euro, sammeln sich über 10 Jahre 6.000 Euro reines Sparkapital an. Ohne Berücksichtigung von homöopathischen Zinses-Zins-Effekten erhält der Sparer darüber insgesamt 6 Euro Zins. Und bei einer Jahressparleistung von 600 Euro (12 x 50 €) gibt es ganz am Ende noch die Prämie in Höhe von 24 Euro. Heißt: Wer über 10 Jahre Kapital in Höhe von 6.000 Euro anspart, erhält von der Sparkasse insgesamt rund 30 € abzgl. 25 Prozent Abgeltungssteuer auf Zins und Prämie. Bleiben also gut 20 € (!!!) übrig.

Ein deutlicher Beleg dafür, wie extrem sich die anhaltende Null-Zins-Politik der EZB über die Produktgestaltungen der Banken und Sparkassen auf das Zinssparen der privaten Haushalte auswirkt.

Der aktuelle Garantiezins für Neuabschlüsse in der Lebensversicherung, der zudem nur hälftig zu besteuern ist, mutet dabei fast schon sensationell an. Wer bereit ist, darüber hinaus ein Stück Risiko in Kauf zu nehmen und dabei einen langfristigen Anlagehorizont hat, kommt bei dieser Zinssituation um das Aktiensparen nicht mehr herum.