Die eigenen vier Wände: Entscheidung fürs Leben

20. September 2017 | 735 mal gelesen

Wer möchte nicht in den eigenen vier Wänden leben, zumal die niedrigen Zinsen diesen „Traum“ mehr denn je erschwinglich erscheinen lassen? Es wäre allerdings grob fahrlässig, sich dabei nur von niedrigen Zinsen und Träumen leiten zu lassen.

Denn allzu schnell kann die eigene Immobilie dann zum Albtraum werden.

Worauf kommt es in erster Linie an?

  • Der Kaufpreis einschließlich Erwerbskosten (bis zu 15 Prozent) sollte mindestens zu 20 Prozent aus Eigenkapital finanziert werden.
  • Tilgung, Zins und Nebenkosten wie Instandhaltung, Grundsteuer und Hausverwaltung sollten – als Faustregel – zusammen nicht mehr als ein Drittel des verfügbaren Nettoeinkommens ausmachen.
  • Das Immobiliendarlehen sollte allerspätestens bis zum 65., besser bis zum 60. Lebensjahr getilgt sein.

  • Nach Möglichkeit sollte der Vertrag Sondertilgungen ermöglichen, z.B. für den Fall einer Erbschaft oder einer Sonderzahlung vom Chef.
  • Bei Anzeichen für steigende Marktzinsen ist möglicherweise frühzeitig vor Ablauf der Zinsbindung ein Forward-Darlehen sinnvoll. Denn ansonsten droht bei Verlängerung des Darlehens ein empfindlicher Anstieg der monatlichen Zinsbelastung.
  • Die Immobilie sollte ausreichend versichert sein, mit Blick auf aktuelle Entwicklungen am besten auch gegen Elementarschäden.
  • Gegebenenfalls sollten staatliche Fördermöglichkeiten wie KfW-Darlehen, Wohn-Riester oder Sonderabschreibungen, z.B. für denkmalgeschützte Immobilien, ausgenutzt werden.
  • Mit einer Risikolebensversicherung und Versicherung der Arbeitskraft kann die Immobilie auch dann gehalten werden, wenn z.B. der Hauptverdiener verstirbt oder berufsunfähig wird.
  • Nach Möglichkeit sollten trotz der Aufwendungen für die Rückführung des Darlehens zusätzliche Mittel in private Altersvorsorge investiert werden, da sonst möglicherweise im Ruhestand die Immobilie zur Finanzierung der Lebenshaltungskosten verkauft werden muss.
  • Und zu guter Letzt: Wer eine Immobilie kauft, sollte dabei auch ein gesundes Bewusstsein für die „Wechselfälle des Lebens“ haben, die dazu führen können, dass der Traum von den eigenen vier Wänden plötzlich zu einem großen Problem mit erheblichen negativen finanziellen Auswirkungen werden kann. Zum Beispiel wenn man die Immobilie schnell und deutlich unter Wert veräußern muss, weil eine Scheidung, Arbeitslosigkeit oder der berufsbedingte Umzug anstehen.

Eine Vielzahl von Aspekten also, die zu beachten sind und die eines deutlich machen: Der Erwerb einer Immobilie ist fast immer eine Entscheidung fürs Leben, im Positiven wie im Negativen. Nehmen Sie sich also die Zeit und sprechen Sie Ihren Vermögensberater an, der gemeinsam mit Ihnen durchrechnet, was geht und was nicht geht.