Schon wieder China …

7. Januar 2016 | 135 mal gelesen

Erneut verzeichnet der deutsche Leitindex DAX in diesen Tagen erhebliche Verluste.

Und wieder, wie schon im dritten Quartal 2015, ist die Hauptursache die Börse in China.

Allein die schwachen konjunkturellen Aussichten Chinas sind aber nicht mehr die Ursache der aktuellen Kursverluste, denn diese sind, wie es im “Anlegerdeutsch” heißt, längst eingepreist. Vielmehr ist – darin sind sich die Experten einig – die Ursache eine andere: Anders als in  Europa, wo Aktien eines Unternehmens in etwa dessen realen Wert darstellen, sind die Börsen in China Treffpunkt kurzfristiger Spekulanten. Es geht also weniger darum, sich mit dem Kauf von Aktien dauerhaft an der Entwicklung erfolgreicher Unternehmen zu beteiligen. Vielmehr wird an chinesischen Börsen gezockt.

Unabhängig davon gelten auch heute wie gestern und morgen mit Blick auf China für Anleger, die in Aktien- oder Aktienfonds investiert sind, folgende Grundregeln:

  • Wer mit Aktien spekuliert, dürfte unruhige Zeiten erleben. Keiner weiß, wie lange der Kursverfall anhält und wann er sich mit wieder steigenden Kursen ins Gegenteil verkehrt. Und so gehört wohl reichlich Glück dazu, den richtigen Zeitpunkt für den Verkauf oder Kauf von Papieren zu treffen.
  • Wer hingegen langfristig mit Wertpapieren spart, sollte Ruhe bewahren. Im langfristigen Trend hat sich der DAX immer in vergleichsweise kurzer Zeit von einem Crash erholt. Getreu nach Kostolany: “Aktien kaufen und Baldrian trinken – wenn man wieder aufwacht, hat man Geld verdient.”
  • Die historische Verlustwahrscheinlichkeit für Aktieninvestments bei einer Haltedauer von 20 Jahren beträgt 0 Prozent (Quelle: DWS).
  • Dem gegenüber steht eine durchschnittliche jährliche Rendite von 8,1 Prozent für Anleger in deutschen Aktienfonds in den letzten 20 Jahren (Quelle: DWS).
  • Noch beruhigter und zuversichtlicher kann sein, wer nicht in Einzelwerte, sondern in Aktienfonds investiert. Denn hier reagieren professionelle Fondsmanager extrem zeitnah auf alles, was die Börse bewegt, indem Einzelwerte, Branchen oder Regionen anders gewichtet werden.
  • Wer dann noch Geld in Vermögensmandaten anlegt, wie z.B. die von DWS Investments, ist noch weniger im Risiko. Denn hier hat der Fondsmanager sogar die Möglichkeit, die Aktienquote bei schnell sinkenden Kursen zugunsten weniger risikoanfälliger Anlageformen zu reduzieren.
  • Die Börsen neigen schon immer zur Übertreibung, nach oben wie nach unten. Je stärker ein Crash, desto schneller und steiler deshalb auch meist die Erholung.
  • Bislang hat die Börse früher oder später immer wieder frühere Höchststände erreicht, auch wenn dies nach einer Korrektur manchmal einige Jahre gedauert hat. Blickt man auf den zurückliegenden Höchststand des DAX mit über 12.000 Punkten, ist ein DAX unter 10.000 fast schon ein Kaufsignal.
  • Werden Aktien in großem Stil verkauft, entsteht bei den Anlegern Liquidität, die keinerlei Rendite bringt. Gerade die professionellen Anleger sind deshalb gezwungen, die liquiden Mittel schnell wieder anzulegen. Mit Blick auf das extrem niedrige Zinsniveau sind dabei Aktien immer noch erste Wahl. Insoweit ist mit hoher Wahrscheinlichkeit damit zu rechnen, dass ein Großteil der freigesetzten Mittel kurzfristig wieder in Aktien reinvestiert wird, was zu schnell steigenden Kursen führt.
  • Wie jeder Markt unterliegt auch China konjunkturellen Schwankungen, und das Wesen einer Konjunktur ist das Wechselspiel aus “Auf und Ab”. Die chinesische Politik und die chinesischen Unternehmen werden Maßnahmen ergreifen, um die Konjunktur wieder in Gang zu bekommen.
  • Deutsche Großunternehmen werden professionell geführt. Natürlich wird deshalb das Management jeweils nach Wegen suchen, neue Märkte zu erschließen, um so die Umsatzausfälle in China zumindest mittelfristig wieder wett zu machen.
  • Und zu guter letzt: Die Ertragschancen aus Aktieninvestments haben immer zwei Komponenten: Zum einen mögliche Kurssteigerungen, zum anderen die jährliche Dividende. Letztere bleibt, auch bei Kursverlusten.


Schlagwörter: ,