Langes Leben

16. Dezember 2015 | 30 mal gelesen

Nur wenige Menschen in Deutschland jenseits der 40 Jahre machen sich keine Gedanken über ihr Leben im Alter. Wie hoch wird meine gesetzliche Rente sein? Wie viel muss ich privat vorsorgen? Was macht die Gesundheit? Wie alt werde ich? Was kann ich meinen Kindern vererben? Dies sind nur einige wenige Fragen, die einen umtreiben.

Spätestens, wenn dann mit 60 oder 65 Jahren erste Lebensversicherungen fällig werden, muss eine Entscheidung getroffen werden: Wird das Geld, oftmals sechsstellige Summen, flexibel angelegt oder in eine private Rentenversicherung gegen Einmalbeitrag investiert?

Von letzterem wird oft abgeraten, meist von Verbraucherschützern, mit dem Argument, man müsse mindestens 90 Jahre alt werden, damit sich das lohnt.

Was ist dran, an diesem Argument?

Ja, es mag stimmen, dass “durchgerechnet” die Summe der monatlichen Rentenzahlungen erst im Alter von 90 Jahren die Höhe des gezahlten und aufgezinsten Einmalbeitrages erreicht. Wer also früher stirbt, hat rein rechnerisch einen Verlust gemacht, wer länger lebt, einen Gewinn.

Aber das ist, und das verschweigen die Verbraucherschützer, nur ein Teil der Wahrheit.

Erstens besteht fast immer die Möglichkeit, zum Beispiel für die ersten 10 oder 15 Jahre der Rentenbezugszeit bei Tod des Versicherten die Rückzahlung eines Teils des Einmalbeitrages zu vereinbaren. So wäre aus Sicht des Versicherten nicht das ganze Geld “verloren”.

Viel wichtiger aber noch: Wer eine Rentenversicherung abschließt, ist eine ganz große Sorge los, nämlich die, dass das angesparte Geld nicht reichen wird. Man stelle sich Menschen vor, die auf die 90 Jahre zusteuern und mit ansehen müssen, wie sich die Ersparnisse auf dem Konto dem Nullstand nähern und am Ende tatsächlich nur noch die gesetzliche Rente übrig bleibt. Das bleibt dem erspart, der sich für die private Rentenversicherung entschieden hat. Denn die zahlt lebenslang. Im Zweifel auch über das 100. Lebensjahr hinaus.