Sensible Daten

18. Juni 2015 | 757 mal gelesen

Sensibilität im Umgang mit den eigenen Daten und eine gewisse Grundskepsis gegenüber Unternehmen und Behörden, die über solche Daten verfügen und sie nutzen, ist heute sicher mehr als angebracht.

So wird seit Monaten in den Medien heftig kritisiert, dass Versicherer die neuen Möglichkeiten der Datenerhebung z.B. dafür nutzen wollen, in die Prämie der Autoversicherung auch das Fahrverhalten einfließen zu lassen.

Den Versicherern Datenmissbrauch und totale Überwachung der Kunden zu unterstellen, erscheint jedoch seltsam.

Denn anders als z.B. Google oder Amazon verwerten Versicherer Kundendaten nicht kommerziell, obwohl es dafür reichlich Ideen gäbe. So wissen beispielsweise private Krankenversicherer über die Leistungsabrechnungen schon immer fast alles über die Gesundheit und die Krankheiten ihrer Kunden. Jeder Arzneimittelanbieter würde für solche Informationen sicherlich viel Geld bezahlen, um so kranke Menschen gezielt über “passende” Medikamente zu informieren. In Deutschland ist kein Fall bekannt, in dem dies jemals geschehen wäre.

Am Ende geht es allein um die Versicherungstechnik: Gibt es Risikomerkmale, die signifikant den Schadenverlauf beeinflussen und die objektiv erhoben werden können, kann auf der Grundlage dieser Merkmale die Prämie differenziert werden. Wer also weniger und sicherer fährt, zahlt weniger. Genauso wie der, der gesünder lebt. Um diesen Prämienvorteil zu erhalten, muss der Kunde allerdings die notwendigen Informationen zur Verfügung stellen, zu 100% freiwillig. Die Versicherer beweisen seit Jahrzehnten, dass sie dann mit diesen Informationen mehr als sorgsam umgehen.