Spannende Zeiten!

11. Mai 2015 | 632 mal gelesen

Zu behaupten, in der Finanzbranche sei die Provision das Übel aller Falschberatung und die Honorarberatung das Allheilmittel, ist eine extrem verkürzte, wenig fundierte Sichtweise. Denn gute Beratung in finanziellen Fragestellungen ist viel mehr eine Frage der fachlichen Kompetenz und Integrität des Beraters. Und Beratung kann nur dann wirklich gut sein, wenn sie kundenorientiert und branchenübergreifend ist und die Qualität der empfohlenen Anbieter und die ihrer Produkte gewährleistet sind.

Das Problem: Alle diese Faktoren sind für den Verbraucher auf den ersten Blick kaum sichtbar oder zu bewerten. Und so ist es tatsächlich nicht immer ganz einfach, schon im Vorfeld gute von weniger guten Beratern zu unterscheiden.

Das hat Länder wie Großbritannien oder die Niederlande dazu veranlasst, radikal zu handeln und Abschlussprovisionen weitgehend zu verbieten.

Was bringen die Verbote? Dazu gibt es erste Erfahrungsberichte. So hat sich durch das Provisionsverbot die Anzahl der Berater in UK dramatisch verringert, so dass die Menschen dort keine Beratung mehr bekommen. Der britische Finanzminister hat nun angekündigt, mit einem millionenschweren Programm staatliche Beratungsstellen aufzubauen.

Es mutet grotesk an, wenn durch regulatorische Maßnahmen wie das Provisionsverbot vorhandene privatwirtschaftliche Beratungsangebote und damit einhergehend ein ganzer Berufsstand vernichtet werden und stattdessen mit Steuermitteln ein staatlicher Beratungsapparat aufgebaut wird.

Offensichtlich aber ist: So ganz ohne Beratung und nur mit dem Internet geht es nicht. Auch nicht in Großbritannien.