Streik

19. Februar 2015 | 818 mal gelesen

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Wer viel unterwegs und dabei auf das Flugzeug angewiesen ist, dürfte in den letzten ein oder zwei Jahren in der Situation gewesen sein, dass ein Flug ausfiel, weil gestreikt wurde. Ein häufiger Grund: Die Piloten haben für die Erhaltung ihrer komfortablen Altersversorgungszusagen die Arbeit nieder gelegt.

Warum riskieren die Fluggesellschaften streikbedingte millionenschwere Einnahmeausfälle für ein Thema wie die betriebliche Altersversorgung ihrer Piloten?

Ganz einfach: Auch hier sind die dauerhaft niedrigen Zinsen eine der Hauptursachen. Denn natürlich liegt den Pensionszusagen eine angenommene Verzinsung zugrunde, die dann über Jahrzehnte mit Hilfe des Zinses-Zins-Effektes zu den jeweiligen aktuellen Ansprüchen eines Piloten führt. Die kalkulierte Verzinsung kann aber bei weitem nicht mehr erreicht werden, und so kann auch das “achte Weltwunder”, der Zinses-Zins-Effekt, nicht wirken. Und genau das stellt die Luftfahrtgesellschaften vor große Probleme.

Damit sind sie nicht alleine. Fast alle deutschen Unternehmen, die ihren Beschäftigten Direktzusagen für die Altersversorgung gemacht haben, stehen vor einer mehr oder minder großen Unterdeckung, die von Jahr zu Jahr anwächst. Vielleicht wird es deshalb schon bald weitere Branchen geben, in denen die Unternehmen radikal die Zusagen zurücknehmen (müssen).

Bleibt abzuwarten, ob dann auch dort die Belegschaft in Streik tritt. Obgleich es mit den Unternehmen die Falschen trifft. Denn die sind es nicht, die für die niedrigen Zinsen und die Vielzahl der damit zusammenhängenden Probleme verantwortlich sind. Es sind in erster Linie die Staaten selbst, die sich so hoch verschuldet haben, dass bei marktgerechten Zinsen ein schneller Bankrott drohen würde.