Negativzins

25. November 2014 | 887 mal gelesen

War es anfangs nur eine kleine unbedeutende Bank, die bekannt gab, zukünftig auf Kundeneinlagen ab einer bestimmten Höhe Straf- oder Negativzinsen zu berechnen, haben aktuell erste Großbanken diesen Schritt getan. Zunächst nur bei Großkunden und nur bei hohen Beträgen. Aber möglicherweise ist dies nur ein Anfang.

Begründet wird dies vordergründig damit, dass ja die Banken auch bei der EZB für ihre Einlagen Strafzinsen zahlen müssen und lediglich diesen an ihre Kunden weitergeben (siehe z.B. DIE WELT).

Diese Rechtfertigung mag logisch klingen, sie trifft aber nicht den Kern:

Wenn Banken negative Zinsen erheben, bedeutet dies, dass sie keine Einlagen haben wollen. Wenn Banken keine Einlagen haben wollen, bedeutet dies, dass sie keine Kredite vergeben wollen. Genau das ist die aktuelle Situation. Denn aufgrund der deutlich gestiegenen Eigenkapitalanforderungen, mit denen zukünftige Bankenpleiten verhindert werden sollen, muss mit jedem mehr vergebenen Kredit mehr Eigenkapital vorgehalten werden. Höheres Eigenkapital aber schmälert die Eigenkapitalrendite, und nach der werden viele Bankmanager zumindest teilweise bezahlt.