Riester-Rente: Und sie lohnt sich doch!!!

24. November 2014 | 914 mal gelesen

Die Geschichte der Riester-Rente ist inzwischen lang und “steinig”. Sie wurde 2002 eingeführt, um die damit einhergehende Absenkung des gesetzlichen Rentenniveaus durch staatlich geförderte private Vorsorge zu kompensieren.

Der aktuelle Rentenversicherungsbericht der Bundesregierung beschäftigt sich mit der Frage, ob die Rechnung aufgegangen ist, ob also das Gesamtversorgungsniveau vor Absenkung des Rentenniveaus und Einführung der Riester-Rente identisch ist mit dem Versorgungsniveau danach.

Nein, die Rechnung ist vordergründig nicht aufgegangen! Und genau diesen Bericht greifen in diesen Tagen die Medien auf, um erneut zum Ergebnis zu kommen: Die Riester-Rente ist ein Flop, taugt nichts und sollte besser nicht abgeschlossen werden.

Beschäftigt man sich genauer mit dem Bericht und interpretiert die Ergebnisse richtig und mit Sachverstand, kommen ganz andere Zusammenhänge zu Tage.

Das soll im folgenden geschehen:

Lag das Versorgungsniveau 2001, also vor Einführung der Riester-Rente, bei 52,6 Prozent, liegt es 2014 – einschließlich Riester-Rente – nur noch bei 50,3 Prozent. Die Riester-Rente konnte also bezogen auf die Gesamtbevölkerung die Absenkung des Rentenniveaus tatsächlich nicht vollständig auffangen. 

Was sind die Ursachen?

  • Rund 30 Prozent der Zulagenberechtigten haben gar keinen Riester-Vertrag abgeschlossen.
  • Rund ein Fünftel der abgeschlossenen Verträge ist beitragsfrei, wird also nicht mehr mit Eigenbeiträgen und Zulagen bespart.
  • Viele zahlen nicht den vollen notwendigen Eigenbeitrag und erhalten deshalb auch nicht die vollen Zulagen.
  • Bei Einführung der Riester-Rente wurde eine dauerhafte Verzinsung von 4 Prozent zugrunde gelegt, was mit Blick auf die anhaltende Niedrigzinsphase längst nicht mehr zu erwirtschaften ist.
  • Und, zu guter letzt: Bei den Berechnungen wurde seinerzeit eine Verwaltungskostenquote der Anbieter von maximal 10 Prozent unterstellt. Viele Anbieter haben aber höhere Verwaltungskosten, da das Riester-Geschäft sehr kleinteilig und aufgrund der Zulagenverwaltung hochgradig kostenintensiv ist.

Zusammengefasst: Wenn die Riester-Rente die mit ihr verbundenen Ziele nur teilweise erreichen konnte, gibt es dabei zwei zentrale Ursachen:

  • Die Prämissen für die Berechnung der volks- und betriebswirtschaftlichen Effekte waren einfach zu positiv.
  • Und es wurde nicht gesehen, dass viele keine Riester-Verträge abgeschlossen haben oder vorhandene nicht mehr bedienen.

Was sind die Konsequenzen:

Wer eine Riester-Rente abgeschlossen, die Beiträge regelmäßig gezahlt und den notwendigen Eigenbeitrag beachtet hat, wird sein Versorgungsniveau aufgrund der Kosten- und Zinseffekte nicht ganz bei 52,6 Prozent halten können. Fest steht aber: Wer keinen Riester-Vertrag abgeschlossen hat, dessen Versorgungsniveau wird deutlich unter dem heutigen Schnitt von 50,3 Prozent liegen. Wenn also Kritik an der Riester-Rente gerechtfertigt ist dann vor allem die, dass sie viel zu wenig abgeschlossen haben.