Schnell abschließen?

5. November 2014 | 1.348 mal gelesen

Garantiezins“Jetzt noch schnell eine Lebensversicherung abschließen”,

so ein Aufmacher in der Tageszeitung DIE WELT. Hintergrund ist die für 2015 anstehende Absenkung des Garantiezinses von heute 1,75 auf dann 1,25 Prozent.

Verbraucher sollten sich zum Abschluss nicht drängen lassen, so der Tenor der Zeitung, insbesondere getragen von der Auffassung der Verbraucherschützer.

Das ist richtig. Drängen lassen sollte man sich nicht. Aber:

  1. Es gibt reichlich Fälle, in denen gerade bei jungen Familien die Hinterbliebenenabsicherung der “Hauptverdieners” völlig unzureichend ist.
  2. Ebenso gibt es nahezu unendlich viele Fälle, in denen die bisherige private Altersvorsorge nicht ausreichend ist.
  3. Viele Millionen Zulagenberechtigte verschenken viel Geld, da sie bisher noch keine Riesterrente abgeschlossen haben.
  4. Und es gibt unzählige Sparer, die ihr Geld im Grunde zinslos auf Sparbüchern horten.

Für all diejenigen – und vermutlich sind es 80 bis 90 Prozent der erwerbstätigen Gesamtbevölkerung – macht es durchaus  Sinn, sich jetzt mit dem Abschluss einer privaten Lebens- oder Rentenversicherung zu beschäftigen. Denn die noch geltenden 1,75 Prozent Garantiezins sind die gesetzlich vorgeschriebene Zins-Untergrenze, im Schnitt liegt die Überschussbeteiligung der Lebensversicherer auch im Jahr 2014 immer noch bei über 3,5 Prozent. 

 

 

Nur wer auskömmlich fürs Alter und ggf. für Hinterbliebene vorgesorgt hat, staatliche Zulagen vollumfänglich nutzt, kein Geld zinslos auf dem Sparbuch liegen hat und auch sonst keine sicheren und rentierlichen Geldanlagen tätigen will, dem sei ggf. tatsächlich davon abgeraten, nur aufgrund des sinkenden Garantiezinses jetzt eine Lebensversicherung abzuschließen.


Kommentare für diesen Artikel (5)

  1. Wolfgang, 8. November 2014 um 16:06 Uhr

    Immer wieder die gleiche Hetze. Noch schnell die Garantiezinsen sichern. Das geht schon 10 Jahre so. Vermögensberaer sollen doch am ihre Kunden fragen, ob sie den Gläubiger oder Miteigentümer von der ach so guten Versicherung sein wollen.
    1. Punkt: richtig !!
    2. Punkt: Es sollte allmählich dämmern, daß die Altersvorsorge mit fallenden Zinsen ein unendliches Grab ist. Besser: Renditeträchtig ( Beteiligungssparen ) vorsorgen.
    3. Punkt: Riesterrente kennt auch andere Produktanbieter. Nicht nur Versicherung.
    4. Punkt: Das schwächste haltlose Argument. Sparbuch hat mit Versicherung nichts, aber auch gar nichts zu tun. Wie sage nimmer die gut ausgebildeten Vermögensberater ? Nicht Äpfel mit Birnen vergleichen.
    Folglich kann Herr Doktor Lach die Obstsorten nicht unterscheiden.
    Sollte der Blogbeitrag zu ehrlich sein, Herr Doktor Lach wiedereinmal die Wahrheit zu nahe gehen, dann behalten Sie es für sich, und schreiben weiterhin haltlose von hilflosigkeit erkennbaren Blogbeiträgen.

  2. , 9. November 2014 um 16:41 Uhr

    Sehr geehrter Herr Kasberger,
    auch die derzeit noch gutgeschriebene Überschussbeteiligung in Höhe von 3,5 Prozent ist beachtlich und führt zu ansehnlichen Zinses-Zins-Effekten. Sie haben Recht: Beteiligungssparen z.B. über aktienbasierte Investmentfonds ist durchaus eine weitere Möglichkeit, fürs Alter vorzusorgen. Eines kann damit aber – im Gegensatz zur privaten Rentenversicherung – nicht erreicht werden: Eine lebenslange garantierte Rente. Und die hat, gerade für alte Menschen, durchaus etwas sehr beruhigendes.

    Im Übrigen ist es die Pflicht eines Vermögensberaters, seine Kunden auf fallende Garantiezinsen hinzuweisen. Denn 1,75 Prozent garantiert, während der gesamten Ansparphase und danach während der gesamten Rentenbezugszeit (beides zusammen oft ein Zeitraum von 50 Jahren und mehr), sind durchaus ein gutes Argument dafür, jetzt noch abzuschließen – gerade wegen der niedrigen und möglicherweise noch weiter sinkenden Zinsen.

    Gruss Ihr Helge Lach

  3. Wolfgang, 10. November 2014 um 12:27 Uhr

    Sehr geehrter Herr Dr. Lach,
    Jetzt hat die DVAG so viele Möglichkeiten von Kapitalanlageprodukten.
    Warum fokusieren Sie nur die Renten/Lebensversicherung ?
    Sie schreiben: “derzeit noch gutgeschreibenen Überschussbeteiligung von 3,5% ist beachtlich”
    Schreiben Sie doch mit dazu: ” Auf den Sparanteil”.
    Sie vergleichen immer wieder Versicherungssparen mit Sparbüchern.
    Ist es denn Ihrer Meinung und Wissensstand nach richtig, diese zwei extrem verschiedenen Anlageformen zu vergleichen ?

    Gruß Wolfgang.

  4. , 11. November 2014 um 08:34 Uhr

    Sehr geehrter Herr Kasberger,
    ich fokussiere nicht auf Renten- und Lebensversicherungen, allenfalls stelle ich immer wieder deren Vorteile im Vergleich zu Bankprodukten klar, und dies auch nur, weil diese Vorteile von Kritikern wie Ihnen immer wieder vollständig außer acht gelassen werden.
    Meine Fokussierung lautet wie folgt: Zunächst existentielle Risiken wie Haftpflicht oder BU absichern und Liquditätsreserve anlegen. Je nach Einkommensentwicklung diese Bereiche moderat aufstocken. Danach je nach Neigung späteren Immobilienerwerb besparen und / oder mit dem Aufbau einer Altersversorgung beginnen, ggf. bei Bedarf Hinterbliebenenversorgung regeln. Bei der Altersversorgung mit staatlich geförderten Rentenversicherungen beginnen, um Fördermittel und Steuervorteile zu realisieren und das Langlebigkeitsrisiko abzusichern. Je nach Einkommensentwicklung Altersversorgung durch Sachwertanlagen wie Immobilien- oder Aktienfonds ergänzen. Wer so agiert, dürfte gut unterwegs sein.

  5. Ralf Cormaux, 12. November 2014 um 19:29 Uhr

    Sehr geehrter Herr Kasberger,

    ich habe im Anfangsbeitrag bei Herr Dr. Lach nicht gelesen, dass er dazu rät, zu den Punkten 2 bis 4 eine Renten- oder Lebensversicherung abzuschließen, sondern lediglich sich jetzt aus gegebenem Anlass damit zu beschäftigen. Das ist ein großer Unterschied.

    Als Vermögensberater empfehle ich, hoffentlich genau so wie Sie, für die Altersvorsorge, abhängig vom Kundenwunsch und -bedarf, eine Riesterrente in Form eines Bausparvertrags, einer Versicherung oder eines Bankproduktes oder womöglich eine ganz andere Sparform, z.B. eine Rentenversicherung aus Schicht 1 oder 3, ein Fondskonzept, ein Bausparvertrag, ein Bankprodukt oder eine Immobilie. Daher verstehe ich Ihre Aufregung zu den Punkten 2 bis 4 nicht. Und unstrittig ist doch wohl auch, dass eine 5-jährige konservative Geldanlage derzeit bei der Bank in der Regel schlechter abschneidet als bei einem guten Lebensversicherungsunternehmen. Von den steuerlichen Vorteilen in bestimmten Fällen mal ganz abgesehen. Wichtig ist eben nur auf ausreichende Liquidität zu achten.

    Fakt ist doch, dass Herr Dr. Lach durch seinen Blogbeitrag lediglich den Fokus der Menschen auf ein wichtiges Thema lenkt und dass aufgrund der Zinssenkung jetzt eine Entscheidung, falls erforderlich und ratsam, klug wäre.

    So branchenunabhängig berate ich seit 1996 meine Kunden als Vermögensberater. Das ist der Grund, warum ich gerne ein Vermögensberater bin und mit großer Leidenschaft für die Interessen meiner Kunden eintrete.

    Herzliche Grüße vom Vermögensberater aus Willich und Tönisvorst
    Ralf Cormaux
    http://www.cormaux.de