Provisionen – viel besser als ihr Ruf (6)

21. Oktober 2014 | 644 mal gelesen

Mit dem zum 1. August 2014 in Kraft getretenen Honorarberatungsgesetz will die Politik die Honorarberatung auf dem deutschen Finanzmarkt regeln und fördern. Dabei schwingt mit: Der Provision als eine über Jahrzehnte etablierte Vergütungsform für Vermittler und Berater auf dem Finanzmarkt soll etwas entgegen gestellt werden, was vermeintlich besser ist.

Was dabei oft übersehen wird: Die Provision ist weit besser als ihr Ruf. In einer kleinen Serie wollen wir dies mit insgesamt 10 schlagkräftigen Argumenten hinterlegen.

Heute: 

Bedrohung eines Berufsstandes

Die Beispiele Großbritannien und Niederlande zeigen, dass mit einem Verbot der Provision ein Teil der Lebensversicherer aufgeben musste.

Weitaus härter trifft ein Provisionsverbot aber die auf Provisionsbasis arbeitenden Berater, von denen ein Großteil nicht bestehen könnte. In Deutschland sind dies über 250.000 Vermittler mit den an diesen Betrieben hängenden Arbeits- und Ausbildungsplätzen.

Das Argument, dass viele davon bei einem Provisionsverbot als Honorarberater tätig werden könnten, ist theoretischer Natur. Denn keiner dieser Vermittler hat Übung darin, ein Beratungshonorar zu „verkaufen“ und dieses zu administrieren. Wenn also weiterhin gewollt ist, dass die breite Bevölkerung eine Beratung in Finanzfragen in Anspruch nehmen kann, ist dies mit dem Modell der Honorarberatung alleine sicher nicht zu gewährleisten.