Volle Rentenkassen

1. Oktober 2014 | 678 mal gelesen

Die gesetzliche Rentenversicherung funktioniert bekanntlich nach dem so genannten Umlageverfahren, d.h. das, was an Einnahmen eingeht, wird direkt wieder für Rentenzahlungen ausgegeben.

Nur in sehr geringem Umfang darf der Träger in guten Zeiten Geld beiseite legen, nämlich in Form der Nachhaltigkeitsrücklage. Übersteigt diese 1,5 Monatsausgaben, müsste eigentlich der Rentenversicherungsbeitragssatz gesenkt werden. 

Aufgrund der guten konjunkturellen Lage sprudeln derzeit die Einnahmen der gesetzlichen Rentenversicherung. Die Nachhaltigkeitsrücklage ist deshalb inzwischen auf 1,85 Monatsausgaben angestiegen. Zwangsläufig ist deshalb die Diskussion über eine Absenkung der Rentenbeiträge in Gang gekommen.

Blickt man auf die demografische Entwicklung der nächsten 20 bis 30 Jahre, ist diese Diskussion nicht nachvollziehbar. Denn in rund 15 Jahren gehen die geburtenstarken Jahrgänge nach und nach in Rente. Gleichzeitig nimmt die Anzahl junger Erwerbstätiger immer weiter ab. Anstelle einer Absenkung des Rentenbeitragssatzes sollte deshalb besser darüber diskutiert werden, die Nachhaltigkeitsrücklage weiter ausbauen zu können. Denn in 20 Jahren wird die Rentenkasse jeden zusätzlichen Cent bestens gebrauchen können.