Wechselwirkungen

22. Mai 2014 | 512 mal gelesen

Erneut wird in der EZB über einen negativen Leitzins diskutiert (s. Kölner Stadtanzeiger vom 15. Mai 2014, S. 9)

Eines der Motive: Die Banken sollen ihr Geld nicht bei der EZB “bunkern”, sondern stattdessen den Unternehmen Geld zur Verfügung stellen, damit diese investieren und so die Konjunktur und den Arbeitsmarkt ankurbeln.

Warum muss dies ins Leere gehen? Weil nicht berücksichtigt wird, warum die Banken immer weniger Bereitschaft zeigen, Kredite zu vergeben. Der Hauptgrund: Um Bankenpleiten zu verhindern, müssen diese deutlich mehr Eigenkapital vorhalten als noch vor wenigen Jahren. Die Höhe des Eigenkapitals hängt dabei ganz wesentlich davon ab, wie viel Kredit die Banken geben. Je mehr Kredit, desto höher das nachzuweisende Eigenkapital.
Eigenkapital aber muss mit Dividende bedient werden, kostet also Geld. Und meistens hängt die Erfolgsbeteiligung des Managements einer Bank maßgeblich von der Eigenkapitalrendite ab. Wenig erstaunlich also, dass Kredite nur noch dann bewilligt werden, wenn die Rückzahlung nahezu sicher ist. Daran werden auch negative Leitzinsen nichts ändern.