Armutsfalle Immobilie

19. Mai 2014 | 1.116 mal gelesen

Es ist nachvollziehbar: Die aktuell extrem niedrigen Zinsen bewegen viele dazu, nicht mehr zur Miete, sondern im Eigenheim wohnen zu wollen.

Wenn man dabei ein paar wesentliche Spielregeln einhält, eine gute Idee. Solche Regeln sind – zumindest im “Normalfall” – zum Beispiel: Gute Lage der Immobilie. Kein überzogen hoher Kaufpreis. Möglichst lange Zinsbindung, um das Zinsänderungsrisiko abzufedern. Mindestens 20, besser 40 Prozent Eigenkapital. Möglichst hohe Tilgungsrate. Ehrliche Kalkulation, also Miteinrechnung der Erwerbsnebenkosten und der für die Unterhaltung und Instandhaltung der Immobilie langfristig anfallenden Kosten. Verfügbarkeit einer Liquiditätsreserve. Ein Einkommen, das auch mit dem Erwerb der Immobilie noch finanziellen Freiraum gewährleistet, zum Beispiel für unvorhergesehene Ausgaben sowie für private Vorsorge.

Viele ignorieren derzeit mit Blick auf die niedrigen Zinsen eine oder gleich mehrere dieser einfachen Regeln. Darauf weist die WELT AM SONNTAG vom 18. Mai 2014 (Seite 39) deutlich hin. Die Folgen können bitter sein. Im Beispiel der Zeitung der Fall eines Ehepaares, das sich einige Jahren nach Bezug des Eigenheimes trennte. Danach waren beide hoch verschuldet.

Was heißt das? Ganz sicher nicht, aus Angst vor den Wechselfällen des Lebens auf den Erwerb einer Immobilie zu verzichten. Im Gegenteil: wer sauber rechnet und es sich leisten kann, sollte tatsächlich die niedrigen Zinsen nutzen.


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