Für ein langes Leben

14. Mai 2014 | 672 mal gelesen

Die Stiftung Warentest ist eine wichtige Einrichtung.

Sie vergibt Noten. Für fast alles. Auch für Finanzprodukte.

So empfahl die Stiftung in einer der letzten Ausgaben ihrer Zeitschrift Finanztest, keine private Krankenvollversicherung abzuschließen. Das Argument: Der Beitrag kann sich – vor allem bei jungen Menschen – im Alter verdreifachen.

Was ist davon zu halten?

Ja, die Beiträge in der privaten Krankenversicherung steigen. Je nach Situation manchmal auch deutlich. Und ein Teil davon auch aufgrund der ständig zunehmenden Lebenserwartung.

Aber warum nimmt die Lebenserwartung ständig zu, und zwar bei allen, auch bei denjenigen, die gesetzlich versichert sind?

Sie nimmt zu, weil die Menschen aufgrund der guten ärztlichen Versorgung, aufgrund immer besser werdender Medizintechnik und aufgrund immer wirkungsvollerer Medikamente weitaus gesünder sind als noch vor Jahren. All dies lässt sich in Deutschland nur finanzieren, weil die private Krankenversicherung in hohem Maße das Einkommen der Ärzte und den medizinischen Fortschritt subventioniert. Denn der Leistungsrahmen der gesetzlichen Krankenversicherung kann dies nicht leisten.

Wer also nach dem Ende der privaten Krankenversicherung ruft, sollte darauf hinweisen, dass ein solches Ende ziemlich sicher mit einem Rückgang in der Qualität und Verfügbarkeit medizinischer Leistungen – und damit ggf. auch der Lebenserwartung – verbunden wäre. Und zwar für alle.