Riesterrente unschlagbar

6. März 2014 | 1.024 mal gelesen

In der Breite berichten die Tageszeitungen in diesen Tagen über die gerade veröffentlichten Zahlen zur Riesterförderung im Jahr 2010 (siehe z.B. DIE WELT).

Erstaunlich, dass das Zulagenamt erst jetzt die Zahlen des Jahres 2010 zur Verfügung stellen kann. Sei es drum: Sie beinhalten Positives wie weniger Positives.

10,2 Millionen Bürger erhielten im Jahr 2010 Riesterzulagen. 2,6 Milliarden Euro waren es insgesamt, ein ansehnlicher Betrag, der den Sparern im Alter zur Verfügung stehen wird.

Es könnte deutlich mehr sein, denn immer noch gibt es viele, die Anspruch auf Zulagen, aber keine Riesterrente abgeschlossen haben. Und eine große Zahl von Riestersparern erhält nicht die volle Zulage, weil meist aus Unkenntnis der Eigenbeitrag nicht die notwendige Höhe ausweist.

Dennoch: Im Schnitt erhielt im Jahr 2010 jeder Riester-Sparer rund 250 Euro vom Staat. Rechnet man das 30 Jahre hoch, kommen immerhin 7.500 Euro zusammen, ohne Zins. Geschenkt. Wer vom Abschluss eines solchen Vertrages abrät, muss das Rechnen gänzlich verlernt haben. Umso mehr gilt dies für Familien. Im Idealfall kann eine zweiköpfige Familie so bei einem Eigenbeitrag von 832 Euro im Jahr 908 Euro an Zulagen dazu bekommen. Eine Förderquote von mehr als 50 Prozent.

Da fragt man sich mit viel Unverständnis, was die ganze Diskussion um niedrige Zinsen soll, wenn von einigen noch nicht einmal derartige “Super-Renditen” in Anspruch genommen werden oder Verbraucherzentralen sogar vom Abschluss eines Riester-Vertrages abraten.


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Kommentare für diesen Artikel (3)

  1. Andreas H., 11. März 2014 um 17:26 Uhr

    Hallo,

    es wäre sehr sinnvoll, wenn nicht immer nur über Förderquoten gesprochen würde. Entscheidend ist immer die Rendite auf die einbezahlten Beiträge. Hier müssen die Beiträge (netto) mit den Rentenzahlungen (netto) zur Berechnung herangezogen werden. Tut man dies mit einer realistischen Rentenbezugszeit, ist die Rendite von allen Riesterverträgen in jedem Fall negativ.
    Über eine Berechnung, die das Gegenteil aufzeigt, wäre ich sehr dankbar, leider konnte diese bis heute von keinem Vermögensberater vorgelegt werden.

    Liebe Grüße

    Andreas

  2. , 12. März 2014 um 17:05 Uhr

    @ Andreas H.

    Es ist für den Kunden unerheblich, woraus die Rendite seiner Altersvorsorge am Ende generiert wird. Und staatliche Zulagen gibt es immer “on top” zusätzlich zur Überschußbeteiligung, sie sind so – vielleicht nicht aus Sicht des Lebensversicherers, ganz sicher aber aus Sicht eines Kunden – Teil seiner Rendite.

    Deshalb gilt: Wer zulagenberechtigt ist, tut in den allermeisten Fällen gut daran, einen Riestervertrag abzuschließen. Alles andere ist Theorie.

  3. Wolfgang Stadler, 4. April 2014 um 17:32 Uhr

    Diese Diskussion kann und will ich nicht mehr hören! Welche Alternative zur Ansparung fürs Alter haben Menschen in einem Land, in dem das Rentenniveau schon heute niedrig ist und immer weiter sinken wird, um der demographischen Entwicklung entgegenzusteuern? Kein Aktienkapital, Fonds oder andere Geldanlagen können das LanglebigkeitsRISIKO absichern – und dabei darf das Thema Rendite nur eine untergeordnete Fragestellung sein.

    Lieber Andreas, Sie schreiben von einer “realistischen” Rentenbezugszeit – was ist mit den Leuten, die trotz dieser Wahrscheinlichkeiten dennoch die Unverschämtheit besitzen, älter wie der Schnitt zu werden und denen dann plötzlich am Ende des Kapitals noch Leben übrig bleibt. Die Garantie einer lebenslangen Rente kann nur ein Lebensversicherer bieten, weil hier das Kollektiv “haftet”. Genau aus diesem Grund werden ja selbst bei Riesterfonds bei Rentenbeginn erhebliche Beiträge in eine Rentenversicherung abgeführt, um eine lebenslange Rente sicherzustellen. Bei vielen Berechnungen bleibt auch die Hinterbliebenenversorgung unerwähnt – viele Versicherer bieten dem Lebenspartner jahrzehntelange Rentengarantien, wenn der Riester-Rentner verstirbt.

    Und zum Thema “Rendite” noch folgende Information: Der angesehene Prof. Hauer vom Institut für Vorsorge und Finanzplanung belegt in einer aktuellen Publikation http://www.vorsorge-finanzplanung.de/LinkClick.aspx?fileticket=BaDPuofLULA%3d&tabid=236 , dass selbst unter der Annahme, dass Riesterprodukte nur den Garantiezins erwirtschaften, diese eine “nennenswerte” Rendite erwirtschaften. Durch die laufenden Überschüsse ist diese sogar noch wesentlich höher. Viele der bisherigen Veröffentlichungen zum Thema “Riester ist unrentabel” waren m.E. unseriös und in keiner Form akzeptabel und korrekt.

    Und nochmal zum Anfang zurück – es hilft keinem, wenn der Bürger aus Verunsicherung durch Medien und Verbraucherschützer gar keine Altersversorgung betreibt. Selbst das schlechteste Produkt wäre immer noch besser wie gar keine Altersversorgung.

    ein schönes Wochenende aus dem Altmühltal
    W. Stadler