Gezinkte Würfel?

27. Februar 2014 | 679 mal gelesen

Eine Sofortrente gegen Einmalbeitrag sei “ein Spiel mit gezinkten Würfeln”, da der Versicherer vorsichtshalber mit überzogenen Lebenserwartungen kalkuliert – diese Auffassung vertreten Verbraucherschützer, allen voran der Bund der Versicherten (siehe z.B. DIE WELT).

Wieder mal einer dieser Vorwürfe, mit denen dem Leser suggeriert wird, dass sich Versicherer an ihren Kunden bereichern.

Was ist dem entgegen zu halten?

  1. Es stimmt, dass die von den Lebensversicherern kalkulierten Lebenserwartungen etwas höher sind als die aktuellen. Das muss so sein, denn die Lebenserwartungen steigen seit Jahrzehnten, und die Leistungsversprechen der Lebensversicherer sind – ganz besonders bei Rentenversicherungen – Zukunftsversprechen. Sollen diese gehalten werden, müssen die Versicherer in ihrer Kalkulation davon ausgehen, dass die Lebenserwartung weiter steigen wird.
  2. Selbst für den Fall, dass die Lebenserwartung der Menschen in Deutschland mit dem aktuellen Niveau ihren Höchststand erreicht hat (was niemand weiß), kommt die vorsichtige Kalkulation den Kunden und nicht den Versicherern zugute. Denn die kalkulationsbedingt leicht überhöhten Prämien würden beim Versicherer zu Risikogewinnen führen, und die müssen mit mindestens 90 Prozent der RfB und damit dem Topf für die Überschussbeteiligung zugeführt werden, der in voller Höhe den Kunden zugute kommt.