Chancengleichheit?

16. Dezember 2013 | 872 mal gelesen

Es sind in erster Linie die Verbraucherzentralen, die nicht locker lassen und immer wieder fordern, dass zukünftig anstelle einer provisionsbasierten Beratung am besten nur noch Honorarberatung zulässig sein soll (zuletzt wieder in DIE WELT vom 13. Dezember 2013, S. 17).

Kein Wunder, dass die Verbraucherzentralen dies fordern, denn sie bieten selbst Beratung gegen Honorar an. Berater, die auf Provisionsbasis arbeiten, sind also deren unmittelbare Konkurrenten. Die müssten also umgekehrt eigentlich fordern, dass die Honorarberatung durch Verbraucherzentralen abgeschafft wird.

Aber dies soll hier nicht weiter vertieft werden, da es zu nichts führt.

Interessanter ist ein Blick auf diejenigen, die dann neben den Verbraucherzentralen als freie Honorarberater arbeiten wollen und ggf. sollen. Warum gibt es davon bislang in Deutschland erst ein paar hundert?

Erstens weil die meisten Menschen nicht willens oder nicht in der Lage sind, ein Honorar zu bezahlen.

Und zweitens: Weil deren unmittelbare Konkurrenten ja die Verbraucherzentralen sind. Und die können weitaus günstiger anbieten, da sie zusätzlich aus Steuermitteln finanziert werden. Insoweit erstaunlich, dass nicht längst die Honorarberater selbst die Stimme erhoben und gefordert haben, den Verbraucherzentralen Beratung gegen Honorar zu untersagen. Denn mit Chancengleichheit im Wettbewerb hat dies nichts zu tun.

Und wenn die Politik hier Steuermittel zur Verfügung stellt, sind ohnehin die Weichen gestellt hin zu einer Verstaatlichung der Finanzberatung. Ist das mit der Idee einer sozialen Marktwirtschaft vereinbar?