Vergleichsportale

15. November 2013 | 901 mal gelesen

Die Medien schenken ihnen recht viel Aufmerksamkeit, den so genannten Vergleichsportalen, die es auch in der Versicherungswirtschaft gibt. Dies gilt umso mehr, seit Google am Start ist und die “Platzhirsche” Check24 und Transparo angreifen will.

Doch welche Bedeutung haben die Portale in der Realität?

Zunächst bleibt festzuhalten, dass sie im Grunde fast ausschließlich in der Autoversicherung Erfolge aufzuweisen haben. Und auch hier sind es gerade einmal 6 Prozent des jährlichen Neugeschäftes (s. Versicherungswirtschaft vom 1. November 2013, S. 36 f.).

Interessant hingegen, dass diese 6 Prozent rund 40 Prozent des gesamten über das Internet zustande gekommenen Neugeschäftes ausmachen. Im Jahr 2008 waren es noch 25 Prozent.

All dies zeigt deutlich: Zumindest heute und in naher Zukunft ist der relevante Markt für Vergleichsportale begrenzt – auf die Autoversicherung und auf Kunden, die schon lange ihre Police im Internet kaufen. Meilenweit ist hingegen der Erfolg der Portale entfernt vom Erfolg persönlicher Berater, die dem Kunden das Produkt erklären, den passenden Tarif heraussuchen und im Schadenfall dem Kunden mit persönlichem Service zur Seite stehen.

Ob die Versicherer selbst am Geschäft mit den Portalen richtig Freude haben, ist zweifelhaft: Die an die Portale zu zahlenden Provisionen sind im Zweifel höher oder mindestens genauso hoch wie die an einen Berater zu zahlende Provision. Tendenziell sind die Schadenquoten höher. Preislich muss es das Produkt unter die Top 7 des Aggregatoren-Ratings schaffen, denn dort werden 85 Prozent des Geschäftes generiert. Und die Kunden haben mindestens genauso hohe Serviceerwartungen wie Kunden, die bei ihrem Berater abgeschlossen haben. Erstaunlich, dass dennoch so viele Versicherer versuchen mitzumachen. Freude daran werden nur die wenigsten haben.