Verkehrte Welt

9. November 2013 | 904 mal gelesen

Denkt man nur wenige Jahre zurück, war es eher an der Tagesordnung, dass sich Banken und Versicherungen als Wettbewerber gegenüber treten.

Ganzseitige Anzeigen, die derzeit in namhaften Tageszeitungen auftauchen, zeigen, dass sich die Zeiten geändert haben:

“Gute Leistungen: Die Lebensversicherung lebt. Richtig vorsorgen. Eine Serie der Sparkassen-Finanzgruppe”

So die Kopfzeile der Anzeige.

Sparkassen machen also aufwändige Werbung für die Lebensversicherung. Ein erstaunlicher Vorgang.

Sehr gut, möchte man sagen. Denn die mediale Verunglimpfung der Lebensversicherung bedarf dringend eines Korrektivs.

Bedauerlich ist, dass dies die Sparkassen übernehmen müssen. Denn der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft, von dem man eigentlich eine solche Anzeigenkampagne erwarten dürfte, scheint keine Notwendigkeit zu sehen.

Doch warum bewerben Sparkassen ein Produkt, das nicht ihr eigenes ist? Ganz einfach: Die Sparkassen haben als Tochtergesellschaften mehrere Lebensversicherer, insbesondere die Provinzial-Versicherungen. Und deren Produkte verkaufen die Sparkassen – natürlich gegen Provision. Und um diese Einnahmequelle zu erhalten, lohnt es sich schon einmal, Werbung zu machen.