Unsinn zur Lebensversicherung (3)

14. Oktober 2013 | 599 mal gelesen

Immer wieder ist viel Unsinn zur Lebensversicherung zu lesen. Leider auch in namhaften Zeitungen und Zeitschriften, was dann entsprechende Wirkung bei den Verbrauchern hat. In einer kleinen Serie wollen wir deshalb Falschaussagen bzw. Halbwahrheiten zur Lebensversicherung aufgreifen und widerlegen.

Heute: Teil 3 – Die Verzinsung bei Lebensversicherungen ist extrem niedrig

Die in letzter Zeit wohl am häufigsten vorgetragene Kritik an Lebensversicherungen ist die unzureichender Renditen.

Vordergründigen Anlass zu dieser Kritik gaben die sukzessiven Absenkungen des Garantiezinses in den letzten Jahren auf aktuell 1,75 Prozent. Die Ursache hierfür sind wiederum die seit vielen Jahren anhaltenden Niedrigzinsen für festverzinsliche Wertpapiere, in  denen die Lebensversicherer aufgrund gesetzlicher Vorschriften den Großteil der Kundengelder anlegen müssen.

Richtig ist, dass der Garantiezins in den letzten Jahren so zwangsläufig abgesenkt werden musste. Meistens wird aber in der Darstellung der Eindruck erweckt, der Garantiezins in Höhe von 1,75 Prozent sei die verbleibende Verzinsung, die der Kunde für seine Sparbeiträge erhalte. Und genau dies ist falsch. Denn die Rendite setzt sich zusammen aus Garantiezins, einer darüber hinausgehenden Überschussbeteiligung und – bei den meisten Verträgen – einem Schlussgewinnanteil, den der Kunde gutgeschrieben bekommt, wenn er den Vertrag durchhält.

Mit diesen Komponenten erzielen die deutschen Lebensversicherer im Jahr 2013 eine Gesamtrendite von immerhin knapp 4 Prozent – und dies bei nahezu maximaler Sicherheit der Anlage. Ein Ergebnis, das derzeit wohl keine andere Anlageform darstellen kann.

Übrigens: Private Lebens- und Rentenversicherungen sind steuerlich gefördert. Denn die Überschüsse sind entweder – bei Altverträgen – gar nicht oder – bei Neuverträgen – nur zur Hälfte zur versteuern. Ein weiteres Renditeplus gegenüber den meisten anderen Anlagen. Und wenn dann der Vertrag zusätzlich noch durch staatliche Zulagen begünstigt ist, wird es aus Renditesicht richtig interessant.