Änderungsbedarf

23. September 2013 | 457 mal gelesen

Permanent wird in diesen Wochen und Monaten die Lebensversicherung kritisiert, da diese nicht mehr die Erträge abwirft wie noch vor 10 oder 15 Jahren.

Selten wird dann darauf hingewiesen, dass die Überschussbeteiligungen einschließlich Garantiezins marktweit immer noch bei fast vier Prozent liegen. Hinweise auf die biometrische Funktion fehlen fast immer. Und genauso wenig wird den Lesern erläutert, warum die Renditen zurückgegangen sind.

Letzteres primär wegen der anhaltend niedrigen Zinsen für Staatsanleihen. Der Hauptgrund aber: Die Lebensversicherer sind gesetzlich dazu verpflichtet, die Gelder ihrer Kunden in Rentenpapieren azulegen, allen voran Staatsanleihen.

In den Vorständen und Kapitalanlageabteilungen der Lebensversicherer sitzen hoch bezahlte Profis, die durchaus in der Lage wären, deutlich höhere Renditen zu erwirtschaften, wenn denn die Kapitalanlagevorschriften den Spielraum dazu gäben. Dazu der renommierte Rentenforscher Professor Raffelhüschen in Focus Money:

“Die Kapitalanlagevorschriften für private Vorsorge müssten geändert werden. Wenn Sie heute als Versicherung griechische Staatsanleihen kaufen, gelten die per se als sicher. Kaufen Sie dagegen Daimler-Aktien, gelten die als unsicher, und Sie müssen sie mit Eigenkapital hinterlegen. Das ist grotesk.”

Recht hat er!