Gammel-Aktien

13. September 2013 | 753 mal gelesen

Gibt es jetzt nach diversen “Gammel-Fleisch-Skandalen” einen Gammel-Aktien-Skandal?

Wohl nicht.

Aber Potential dafür gäbe es: So hat die Frankfurt School of Finance and Management herausgefunden, dass ein Teil der Banken Aktien, die sie in ihren eigenen Depots hält (Eigenhandel), an ihre vermögenden Kunden überträgt, wenn die Bank von sinkenden Kursen ausgeht (sh. DIE WELT vom 12. September 2013, S. 15). Belegt wird diese These, indem nachgewiesen wurde, dass die Renditen der von den Banken empfohlenen Aktien signifikant unter denen der von den Kunden selbst ausgewählten Aktien liegen.

Da reibt man sich beim Lesen die Augen. Sollte seriöses Vermögensmanagement nicht genau anders herum funktionieren, indem man als Bank  seinen Kunden Aktien mit überdurchschnittlichem Kurssteigerungspotential empfiehlt?

Wie läßt sich dieses angebliche Verhalten der Banken erklären? Eigentlich ganz einfach: Würde die Bank die Aktien über die Börse verkaufen, würden die Kurse sinken und die Verkauferlöse der Bank würden geringer ausfallen. Dieser Marktmechanismus läßt sich ausschließen, wenn die Aktien einfach vom Depot der Bank auf das Depot der Kunden übertragen werden. Eine Bankrotterklärung für seriöses Vermögensmanagement.