Null-Komma-nichts

22. Juli 2013 | 1.035 mal gelesen

“Null-Komma-nichts-Anbieter” – so bezeichnet die WELT am SONNTAG vom 21. Juli 2013 diejenigen 422 Banken und Sparkassen in Deutschland, die aktuell ihren Kunden für Tagesgeld keine Zinsen mehr bezahlen. Eine Situation, wie es sie seit Gründung der Bundesrepublik Deutschland noch nie zuvor gab.

Richtig ist, dass die Banken derzeit keine nennenswerten Zinsen bezahlen können, da das Zinsniveau am Markt durch die Europäische Zentralbank “künstlich” niedrig gehalten wird. Es gibt aber durchaus Banken, die aktuell auch für Tagesgeld über 1 Prozent bezahlen. Und es gibt andere Anlagen, deren Rendite weit darüber hinaus geht.

Warum also können es sich 422 Banken und Sparkassen “einfach so” erlauben, auf Milliarden von Einlagen gar keinen Zins zu zahlen?

Ganz einfach: Es liegt am Verhalten der Kunden. Diese denken gar nicht über die eigene Bank hinaus, sind also zu träge, um sich am Markt nach verzinslichen Anlagen umzusehen. Oder sie sind zu träge, sich einem Berater anzuvertrauen, der solche Anlagen kennt und vermitteln kann. Und so lange dies so bleibt, werden die Banken jenes Geld verdienen, das den Kunden entgeht.


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