Experten

17. Juli 2013 | 694 mal gelesen

Die Versuchung ist groß: Man ist in der glücklichen Lage und kann Geld anlegen, weiß nur nicht so recht, wie. Und dann sollte dabei auch noch möglichst viel Rendite herausspringen. Was liegt da näher, als dem Rat ausgewiesener Kapitalmarktkenner zu folgen, die jede Bank beschäftigt und die in der Öffentlichkeit fleißig und angeblich fundiert darüber spekulieren, wie sich Aktien, Indices oder Rohstoffe im Wert entwickeln werden.

Ein mutiges, wenn nicht gar kopfloses Unterfangen, das beweisen nachfolgende Einschätzungen und Tipps der “Profis” zur Entwicklung des Goldpreises (siehe WELT am SONNTAG vom 14. Juli 2013, S. 33):

  • “Wir rechnen damit, dass der Goldpreis bis 2014 rund 2.000 Dollar erreichen wird” (Yan Chen, Standard Chartered, Hongkong im Juli 2013)
  • “Kann Gold in den nächsten sechs Monaten auf 5.000 Dollar steigen? Vielleicht nicht, in zwei bis drei Jahren aber schon” (Peter Schiff, Euro Pacific Capital, im März 2013)
  • “Gold wird auf 2.000 Dollar steigen, aber es wird im Rahmen des Bullenmarktes, der noch Jahre laufen wird, über 2.400 Dollar steigen” (Jim Rogers, Goldexperte, im November 2012)
  • “Wir haben unser Kursziel für Gold auf 10.000 Dollar hochgeschraubt. Das mag unmöglich klingen, aber Gold ist ja von 1971 bis 1980 um 2.500 Prozent angestiegen, die Preiserhöhung seit dem Tief 2001 beträgt nur 550 Prozent” (John R. Ing, Mason Placement Canada, im März 2013)
  • “Gold dürfte binnen fünf bis acht Jahren auf 5.000 Dollar steigen” (Christopher Wyke, Schroders, im März 2012)

Erstaunliche Einschätzungen, denn tatsächlich ist der Goldpreis seit seinem Höchststand im September 2011 (1.920 Dollar) bis heute um fast 35 Prozent (1.278 Dollar) gesunken.

Dies lehrt zweierlei: Gold ist eine hochriskante Anlageform. Und gerade bei riskanten Anlageformen sollte man Tipps und Bewertungen von “Experten” mit allergrößter Vorsicht genießen.

 


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Kommentare für diesen Artikel (4)

  1. Steffen, 17. Juli 2013 um 16:40 Uhr

    Wenn das so die Experten sehen, dann kommt es immer anders 🙂 Man sollte nie das machen, was alle machen, auch im Beruf. Man kann nur erfolgreich werden, wenn man das tut, was nicht jeder tut ( z.B. Vermögensberatung ).

  2. Joachim Trapp, 17. Juli 2013 um 17:11 Uhr

    Goldene Zeiten – nur nicht für alle die bei viel höheren Kursen eingestiegen sind und den “Experten” geglaubt haben die diesen Hype unterstützt haben.
    Vielleicht liegt es daran das es ein Produktverkäufer gibt die immer, aber auch immer daran interessiert sein müssen – oder denen die mit aller Macht Zertifikate (welche im übrigen sehr oft hochriskant sind) verkauft haben – wer weiß das schon, denn wenn der erste Bulle rennt dann folgt die ganze Herde und die Bären warten bekanntlich auf Ihre Chance – und diese haben sie ja auch bekanntlich bei knapp 1.800,- US-Dollar für die Unze gnadenlos genutzt – wer jetzt mal wieder in die Bärenfalle getappt ist und es noch immer nicht gelernt hat, dem ist auch nicht mehr zu helfen – es geht doch nichts über eine seriöse umfassende Beratung.

  3. Joachim Trapp, 18. Juli 2013 um 12:16 Uhr

    Sorry, muss hier doch mal schnell mich selbst korrigieren, denn es war selbstverständlich die Bullenfalle und nicht die Bärenfalle 😉

  4. , 18. Juli 2013 um 14:13 Uhr

    @ Joachim Trapp

    Jaja, die liebe Tierwelt … 🙂 wir wußten schon was Sie meinen 🙂