Zinsdifferenzen

13. Juli 2013 | 805 mal gelesen

Es ist hinlänglich bekannt, dass sich mit so genannten Zinsdifferenzgeschäften Geld verdienen lässt.

Man leiht sich bei der Bank Geld zu einem bestimmten Zinssatz aus, um es dann zu einem höheren Zinssatz anzulegen. Entweder sind dabei die Margen sehr niedrig, oder aber man muss bei der Anlage vergleichsweise hohes Risiko gehen. Privatanleger sollten deshalb von dieser Form der Geldanlage besser die Finger lassen. Denn das geliehene Geld und die Zinsen darauf sind auf jeden Fall zurückzuzahlen, die Rendite aus der Anlage ist hingegen mehr oder weniger ungewiss.

Daneben gibt es aber auch negative Zinsdifferenzgeschäfte. Man leiht sich also Geld zu einem bestimmten Zinssatz und legt auf der anderen Seite Geld zu einem niedrigeren Zinssatz an.

Widersinnig?

Ja, absolut, und dennoch gibt es in Deutschland hundertausende von Haushalten, die genau dies tun: Sie tilgen langfristige Immobiliendarlehen mit Zinsen in Höhe von z.B. 3 oder 4 Prozent und legen daneben Geld in Termineinlagen oder auf dem Sparbuch an, zu Zinsen, die teilweise unter einem Prozent liegen und dann sogar noch zu versteuern sind, während der Zins auf das Darlehen bei privater Nutzung der Immobilie in voller Höhe aus dem versteuerten Enkommen zu leisten ist.

In jeglicher Hinsicht ein wenig rationales Verhalten. Viel sinnvoller wäre es, mit der Bank für den Kredit höhere monatliche Tilgungsraten oder Sondertilgungen zu vereinbaren, um so die Immobilie schneller zu entschulden. Selbst unter Berücksichtigung von eventuell anfallenden Vorfälligkeitsentschädigungen rechnet sich dies in den meisten Fällen. Und: Es würde dazu führen, dass das Darlehen viel früher als geplant getilgt ist und so danach viel länger und mehr Mittel für einen systematischen Vermögensaufbau zur Verfügung stehen.