Humankapital

7. Juni 2013 | 872 mal gelesen

Am 4. Juni 2013 hatte ich Gelegenheit, einem ausgesprochen interessanten Vortrag von Prof. Dr. Ruß, Direktor des Instituts für Finanz- und Aktuarwissenschaften an der Universität Ulm zuzuhören.

Unter anderem widerlegte er eindrucksvoll mit Zahlen und Fakten die Argumente gegen die private Lebensversicherung und gegen die Riesterrente, die von den Verbraucherschützern derzeit behauptet und von den Medien verbreitet werden.

Er nahm aber auch zur Demografie Stellung und brachte einen bekannten Sachverhalt mit einem interessanten Bild auf den Punkt:

Bei intakter Demografie, sprich einer Geburtenrate von deutlich über zwei Kindern pro Paar, kann Altersversorgung durch Humankapital geregelt werden, sprich: Die Anzahl und die Einkommen junger, ewerbstätiger Menschen reichen aus, um die nicht Erwerbstätigen zu versorgen.

Je weniger Humankapital aber zur Verfügung steht, je weniger Kinder also geboren werden, desto weniger funktioniert Altersversorgung über Humankapital. An dessen Stelle muss Realkapital treten, sprich: Es muss in jungen Jahren gespart werden, um von der Ersparnis im Alter leben zu können.

Nichts anderes als das Zusammenspiel von Sozial- und Privatversicherung ist damit umschrieben: Sozialversicherung funktioniert nur mit Humankapital, dieses wird in Deutschland immer weniger. Was bleibt, ist die Notwendigkeit privater Eigenvorsorge.