Unnötige Versicherung

30. Mai 2013 | 759 mal gelesen

Es ist ein beliebtes “Spielchen”:

Sich von “Experten” erklären zu lassen, welche Versicherungen gänzlich überflüssig sind (siehe z.B. Express vom 26. Mai 2013, S. 37).

Immer ganz weit vorne dabei: Die Sterbegeldversicherung. Es sei viel besser, stattdessen frühzeitig ausreichend Rücklagen zu bilden. Denn die im Regelfall für eine Beerdigung notwendigen 5.000 bis 8.000 Euro sind ja nicht groß der Rede wert.

Bleibt zu hoffen, dass das Ersparte dafür reicht oder dass die Beerdigungskosten nicht schon kurz nach dem Entschluss, solche Rücklagen aufzubauen, fällig werden. Denn genau letzteres ist der große Vorteil der Sterbegeldversicherung und der Grund dafür, dass gerade Ältere einen solchen Vertrag oft abschließen:

Die Versicherungssumme wird auch dann fällig, wenn der Vertrag noch nicht in voller Höhe “angespart” ist, meist lediglich mit einer Wartezeit von ein bis maximal drei Jahren nach Vertragsabschluss. Und das bei den meisten Anbietern ohne Gesundheitsprüfung.  

Was sind die Motive für den Abschluss einer solchen Versicherung? In erster Linie: man will ordentlich beerdigt werden und nicht den Hinterbliebenen auf die Tasche fallen. Denn es sind die Verwandten des Verstorbenen, die für Beerdigungskosten aufkommen müssen. Und das gilt selbst dann, wenn zum Verstorbenen kein Kontakt mehr bestanden hat.

Ein solches Motiv ist mehr als löblich und es grenzt schon an Anmaßung, ältere Menschen belehren und Ihnen ein gutes Gefühl nehmen zu wollen, indem der Abschluss einer Sterbegeldversicherung als Dummheit dargestellt wird. 


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