Sparen oder Vorsorgen? Nein Danke

16. Mai 2013 | 536 mal gelesen

Warum sparen? Die Zinsen sind seit Jahren so niedrig, dass nichts dabei herauskommt. Im Gegenteil, nie war es so günstig, auf „Pump“ zu kaufen. Und wer weiß, ob es in fünf oder zehn Jahren überhaupt noch einen Euro gibt, im Zweifel mit ihm verschwunden die gesamte Ersparnis.

Auch vorzusorgen, zum Beispiel für das Alter oder für den Fall einer späteren Pflegebedürftigkeit, macht keinen rechten Sinn. Versicherungen sollen ja angeblich auch nicht mehr das sein, was sie mal waren. Und springt doch im Zweifel am Ende ohnehin der Staat mit Sozialhilfe ein.

Also: Lieber im Jetzt und Heute leben und das wenige frei verfügbare Geld mit beiden Händen ausgeben.

Eine Denkhaltung, die sich zunehmend in der Bevölkerung verbreitet, mit fatalen Konsequenzen. Denn noch ist Rente für die meisten auskömmlich. Und noch verfügt der Staat über ausreichend Steuermittel, um Sozialausgaben zum Beispiel für Pflegebedürftige zu finanzieren.

Doch wie sieht die nähere Zukunft aus? Was geschieht mit unseren sozialen Sicherungssystemen, wenn die geburtenstarken Jahrgänge ungefähr ab dem Jahr 2020 aufhören zu arbeiten? Der Quotient aus Erwerbstätigen und nicht Erwerbstätigen wird dann seinem Tiefstwert entgegensteuern mit der Folge, dass immer weniger Steuer- und Sozialversicherungseinnahmen zur Verfügung stehen werden, um die immer höheren Sozialausgaben zu finanzieren.

Es ist absehbar, dass diese Rechnung nicht aufgeht. Der Staat wird gezwungen sein, das Leistungsniveau im Bereich der sozialen Absicherung drastisch zu kürzen. Ein Irrglaube also, dass auch in 10 oder 15 Jahren die Menschen noch mit Transferzahlungen rechnen dürfen, mit denen Wohlstand im Alter oder Pflege in einer ansprechenden Unterkunft finanziert werden können. Wer also auf den Staat vertraut, löst einen Wechsel in eine höchst unsichere, vermutlich nicht bessere Zukunft.

Wer sich diesem Risiko nicht aussetzen will, hat nur eine Möglichkeit: Eben doch heute zu sparen und vorzusorgen, um so aus eigener Kraft im Alter einen Teil der Ausgaben selbst decken zu können.