Zweifelhafte Unabhängigkeit

11. Mai 2013 | 892 mal gelesen

Ausführlich beschäftigt sich eine aktuelle Studie (siehe Versicherungsjournal vom 8. Mai 2013) mit der Frage, warum Makler mit Pools zusammenarbeiten und aus welchen Gründen die Zusammenarbeit beendet wird.

Ein interessantes Thema, denn im Grunde kopieren Maklerpools weitgehend das Geschäftsmodell der DVAG: Sie verstehen sich als Serviceleister für selbständige Berater und Vermittler.

Auch wenn wohl keiner dieser Pools ein so breites Spektrum an Unterstützung bieten kann wie die DVAG ihren Vermögensberatern, lohnt ein Blick auf die Bewertungen.

Hauptgrund für die Zusammenarbeit mit einem Pool: Bewahrung der Unabhängigkeit. Bedeutet im Umkehrschluss, dass ein Großteil der Makler ohne Pool nicht mehr in der Lage wäre, eine unabhängige Beratung aufrecht zu erhalten. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Komplexität und Dynamik der Märkte sowie deutlich gestiegene Anforderungen der Kunden und des Gesetzgebers, z.B. zur Haftung oder zur Dokumentation.

Stellt sich allerdings die Frage, ob ein Makler wirklich noch unabhängig ist, wenn er mit einem Pool zusammenarbeitet. Verlässt er sich doch dann auf dessen Produktauswahl. Und so tritt an die Stelle der ausschließlichen Bindung an einen Versicherer oder an einen Bankpartner die Bindung an den Pool. Ist dies damit vereinbar, mit unabhängiger Beratung zu werben?

Hauptgrund für die Beendigung der Zusammenarbeit mit einem Pool: Unzufriedenheit mit dem Service. Nachvollziehbar, denn auch Vermögensberater der DVAG erwarten von ihrer “Betreuungsgesellschaft” erstklassigen und reibungslosen Service. Und sie erhalten ihn!


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Kommentare für diesen Artikel (2)

  1. Frank Schmidt, 13. Mai 2013 um 08:40 Uhr

    Hallo,

    bleibt doch aber eingangs festzustellen, dass Versicherungsmakler die ersten 5 Bedingungen pro einer Poolanbindung bei der DVAG gar nicht erst finden.

    Als da wären: Unabhängigkeit, mehrere Gesellschaftszugänge, Deckungskonzepte, Produktbereite und kein Umsatzdruck.

    Ist ein Versicherungsmakler noch unabhängig, wenn er mit einem Pool zusammen arbeitet? Ja natürlich, da reicht ein Blick ins Vertragswerk. Gegenfrage, wäre er bei der DVAG unabhängiger, würde er dort den besseren Service nutzen wollen?

    Mit freundlichen Grüßen
    Frank Schmidt

  2. , 13. Mai 2013 um 15:12 Uhr

    @ Frank Schmidt

    Teils will ich wiedersprechen:

    Kein Makler und kein Pool dürfte vergleichbar in der Lage sein, so wie die DVAG gemeinsam mit ihren Partnergesellschaften spezielle und am Markt einzigartíge Produkt- und Deckungskonzepte zu entwickeln und umzusetzen.

    Dass Makler keinen Umsatzdruck haben, ist neu. Denn auch die Courtage bemißt sich am Umsatz.

    Produktbreite kann auch ein Nachteil sein, denn sie muss fachlich beherrscht werden, und oft sind die Unterschiede zwischen den Produkten so groß nicht. Sie selbst werden vom täglichen Einkauf im Supermarkt wissen: Nicht die Anzahl der Produktvarianten ist entscheidend, sondern Qualität und Preis, bei Bedarf noch der Service.

    Auch ein Vermögensberater hat zumindest im Bankgeschäft – und dort ist es wegen der Baufinanzierung besonders wichtig – mehrere Geschäftszugänge.

    Und zu guter letzt: Ja, der Vertriebsservcie der DVAG ist besser als der der Pools.