Defizite

21. April 2013 | 842 mal gelesen

Im Grunde müsste es uns ja recht sein, wenn die Menschen in Deutschland sich möglichst wenig auskennen in finanziellen Fragestellungen. Denn gerade dann ist der Beratungsbedarf besonders hoch, und vielleicht die Beratung auch schneller durchgeführt als bei Kunden, die jedes Detail hinterfragen.

Wir sehen es aber anders: Es macht durchaus Freude, wenn ein Kunde über grundlegende Zusammenhänge Bescheid weiß. Wenn er die Notwendigkeit privater Vorsorge kennt, in etwa die Funktionsweise der Kapitalmärkte versteht und einen Überblick über die eigenen Verträge hat. Denn dann ist Vermögensberatung ein echtes Fachgespräch, und der Kunde muß sich am Ende mangels Fachkenntnis nicht ausschließlich auf sein gutes Gefühl verlassen, sondern er weiß, dass er eine gute und hochkompetente Beratung erhalten hat und sich auf die erstellte Vermögensplanung verlassen kann. Hinzu kommt: Wer sich auskennt, lässt sich auch weniger schnell durch die Medien beeinflussen, was gerade bei der Berichterstattung über Finanzfragen gelegentlich durchaus wünschenswert wäre.

Doch von diesem Bild sind wir in Deutschland in den meisten Fällen noch weit entfernt, und Besserung ist nicht in Sicht. Dies zeigt eine ganz aktuelle Umfrage bei der nachwachsenden Generation (Alter 15 bis 20 Jahre), durchgeführt von der GfK Gesellschaft für Konsumforschung.

Gerade einmal 30 Prozent der Befragten fühlen sich gut informiert in Finanzfragen. Viele empfinden das Thema Geld als belastend. Und jeder zweite bekennt: “Von dem, was an der Börse geschieht, habe ich keine Ahnung”. (siehe DIE WELT vom 17. April 2013, S. 13).

Bleibt: Die Ursache für die Defizite kann nur in den Lehrplänen unserer Schulen liegen. Viel zu wenig wird dort noch über finanzielle Grundzusammenhänge gesprochen. Und wo anders als in den Schulen könnte ein Fundament gelegt werden?