Fehlentscheidung

20. Februar 2013 | 687 mal gelesen

Anfang des Jahres – die Zeit, in der fast alle Lebensversicherer ihre Kunden über die aktuellen Vertragsstände informieren.

Und siehe da: Bei dem einen oder anderen gibt es in diesem Jahr im Vergleich zu den Vorjahren Abschläge auf die zu erwartenden Ablaufleistungen oder Rentenzahlungen. Zusätzlich verunsichern die Medien die Bürger, indem vom Abschluss einer Lebens- oder Rentenversicherung abgeraten wird. Kein Wunder, wenn das wirkt und der eine oder andere vorschnell in Erwägung zieht, einen bestehenden Vertrag zu kündigen.

Welch Fehlentscheidung!

  1. Eine Absenkung der Leistungen ist gegebenenfalls auschließlich auf das seit Jahren niedrige Zinsniveau zurückzuführen. Denn die Versicherer müssen die Kundengelder überwiegend in Zinspapieren anlegen, was nun zwangsläufig zu niedrigeren Renditen führt.
  2. Wer seine Lebens- oder Rentenversicherung vorzeitig kündigt, verschenkt Geld. Denn oftmals gibt es bei Ablauf ansehnliche Schlussgewinnanteile, die jedem entgehen, der nicht durchhält.
  3. Handelt es sich um eine Riester-Police, gehen bei Kündigung ohne Ersatzvertrag meist sämtliche bereits angesammelten sowie die zukünftigen staatlichen Zulagen verloren.
  4. Fast alle bestehenden konventionellen Lebens- und Rentenversicherungen beinhalten noch Garantiezinsen von mehr als zwei Prozent, bis hin zu vier Prozent. Wer kündígt, verzichtet auf diese in heutiger Zeit ansehnliche Rendite.
  5. Auf dem Sparbuch oder für Termingelder gibt es derzeit Zinsen, die zum Teil unter einem Prozent liegen. Dennoch ist das Sparbuch bei den Deutschen eine der beliebtesten Formen der Altersversorgung. Unclever, denn die marktdurchschnitliche Überschussbeteiligung der deutschen Lebensversicherer liegt auch im Jahr 2013 wieder bei fast vier Prozent. Selbst aus Renditegesichtspunkten ist das Produkt damit erstklassig.
  6. Bei den Lebensversicherern ist das Geld der Kunden sicher, eines der wichtigsten Argumente. Keiner muss sich also Sorgen machen, dass Geld verloren geht oder gar ein Totalverlust eintritt.
  7. Es gibt für die Alters- und Hinterbliebenenvorsorge keine bessere Alternative als die Lebens- oder Rentenversicherung, weil die biometrischen Risiken Tod (Hinterbliebenenversorgung) und Langlebigkeit (lebenslange Rente) abgesichert sind. Wer also kündigt, steht vor der Entscheidung: Was stattdessen tun? Darauf eine gute Antwort zu finden, dürfte schwer sein.
  8. Das wichtigste Argument aber: Fast jeder ist dringend auf private Altersvorsorge angewiesen, da die gesetzliche Rente bei den meisten nicht ausreichen wird. Wer vor diesem Hintergrund seine Lebens- oder Rentenversicherung kündigt, “plündert” seine Altersversorgung und riskiert Altersarmut. Oder setzt seine Familie dem Risiko aus, dass bei Tod des Hauptverdieners keine Versorgung da ist.

Bleibt: Einen bestehenden Vertrag zu kündigen, ist meist die schlechteste von allen Entscheidungsmöglichkeiten. Besser ist allemal, den Vertrag zu Ende zu führen und sich so am Ende über eine ansehnliche Kapitalleistung oder eine lebenslange Rente freuen zu dürfen. Und das gute Gefühl zu haben, seine Familie ordentlich abgesichert zu wissen.