Allfinanz?

1. Dezember 2012 | 478 mal gelesen

Eigentlich sind es getrennte Branchen, Banken und Versicherungen. Dies auch der Grund, warum jeder Kunde ganz besonders von einem Vermögensberater profitiert, denn der kennt in der Beratung und im Produktangebot diese Grenzen nicht.

Zunehmend weichen jedoch auch bei den Unternehmen diese Grenzen auf, zum Beispiel, wenn Lebensversicherer Tagesgeld zu besseren Konditionen als jede Bank anbieten oder in Bankfilialen im großen Stil Einmalbeitragsversicherungen verkauft werden.

Eine weitere Grenze fällt wohl im Jahr 2013, wenn im Zuge der Bankenregulierung Basel III umgesetzt wird (siehe Süddeutsche Zeitung vom 26. November 2012, S. 23): Dann sollen sich Banken refinanzieren können, indem sie Versicherern verbriefte Baufinanzierungspakete verkaufen können. Die Banken bekommen so Risiken aus der Bilanz und erfüllen einfacher die gesetzlichen Eigenkapitalanforderungen. Und für die Versicherer hat dies den Vorteil, sich eine Anlageform erschließen zu können, die bislang untersagt war, gleichzeitig aber durch die Absicherung mit Grundpfandrechten recht sicher ist und mehr Rendite abwirft als z.B. deutsche Staatsanleihen.

Gewinner wohin man schaut?

Auf den ersten Blick ja, denn so erweitern sich die sehr stark eingeschränkten Möglichkeiten der Versicherer in der Kapitalanlage, mit Blick auf die aktuelle Situation auf den Kapitalmärkten wünschenswert.

Dennoch nicht ohne, denn die Erfahrung lehrt: Banken sind ausgesprochen kreativ, wenn es darum geht, Bilanzrisiken zu verbriefen und an andere zu verkaufen. Bleibt also zu hoffen, dass die Versicherer die notwendige Kompetenz haben, dieses Geschäft zu durchschauen und so zu handhaben, dass die Kunden profitieren. Sonst wird aus der guten Idee der Allfinanz zumindest in diesem Feld ein ungleiches Geschäft.


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