Unbezahlbare Pflege?

5. November 2012 | 866 mal gelesen

Bislang unveröffentlichte Zahlen des statistischen Bundesamtes zum Thema Pflege lieferte die WELT am SONNTAG vom 28. Oktober 2012 (S. 1):

  • Rund 2,4 Millionen Menschen sind derzeit in Deutschland pflegebedürftig. Im Jahr 2050 sind es voraussichtlich 4,7 Millionen. Jeder 15. Deutsche wäre dann ein Pflegefall, bei gleichzeitig sinkender Zahl Erwerbstätiger.
  • Mehr als 3,4 Milliarden Euro gibt der Staat schon heute aus Steuermitteln als Beihilfe für Pflegebedürftige aus. Bis zum Jahr 2050 droht eine Finanzierungslücke von bis zu 2 Billionen Euro.
  • Um 5 Prozent hat die Anzahl der pflegebedürftigen Menschen, die auf staatliche Unterstützung angewiesen sind, von 2009 auf 2010 zugenommen. Die meisten davon leben in Pflegeheimen.
  • Durchschnittlich 2.500 Euro kostet derzeit ein Platz im Pflegeheim, die Pflegeversicherung übernimmt davon maximal 1.500 Euro.

Eine Gesamtentwicklung, die vielen nicht bewusst ist. Aber sie reiht sich nur ein in die Vielzahl der Probleme, in denen sich die staatliche Sozialversicherung bereits befindet und die in den nächsten Jahrzehnten durch Beitragszahlungen und Steuerzuschüsse nicht mehr beherrschbare Dimensionen annehmen wird.

Insoweit können nicht oft genug staatliche Anreize zur Förderung privater Vorsorge gefordert werden – und zwar in allen Bereichen: Altersvorsorge, Gesundheitsvorsorge, Pflegevorsorge und Hinterbliebenenvorsorge.


Kommentare für diesen Artikel (1)

  1. Anastasia Schmitt, 5. November 2012 um 15:06 Uhr

    Eine Frage: “…Finanzierungslücke von bis zu 2 Billionen Euro.”? Haben die sich da verschrieben?