Grotesk

30. Oktober 2012 | 1.225 mal gelesen

Aufgrund gesetzlicher Vorschriften müssen die Beitragssätze in der gesetzlichen Rentenversicherung gesenkt werden, wenn die Rücklagen bestimmte Grenzen übersteigen.

So auch aktuell, indem der Beitragssatz von bislang 19,6 auf 18,9 Prozent abgesenkt werden kann (siehe z.B. FAZ).

Mit Blick auf die generationenbedingten stillen Lasten in der Rentenversicherung im Grunde eine groteske Regelung, die zwar jetzt die Beitragszahler geringfügig entlastet, langfristig aber die absehbare Unterdeckung noch erhöhen wird.

Vielleicht kommen die Politiker ja doch noch auf die Idee, die Möglichkeiten zur Rücklagenbildung auszuweiten.

Oder, etwas kreativer: Die eingesparten Beiträge werden z.B. als “Sonderzulage” bestehenden Riester-Renten gut geschrieben.


Kommentare für diesen Artikel (8)

  1. Anastasia Schmitt, 30. Oktober 2012 um 15:02 Uhr

    “Oder, etwas kreativer: Die eingesparten Beiträge werden z.B. als “Sonderzulage” bestehenden Riester-Renten gut geschrieben.”

    Kreativ, aber wohl eher Wunschdenken der Versicherer 😉

  2. , 31. Oktober 2012 um 10:46 Uhr

    @ Anastasia Schmitt

    Ja, natürlich Wunschdenken, aber dahinter steckt die vernünftige Idee, die durch gesetzliche Mechanismen zurückgehenden Einzahlungen in die gesetzliche Rentenversicherung auf anderem Wege für die Altersversorgung zu erhalten. Insoweit wünschte man sich von der Politik durchaus etwas mehr Kreativität, wenn es um derart verfahrene und wichtige Themen geht.

  3. Frank Büch, 31. Oktober 2012 um 23:37 Uhr

    “Wunschdenken der Versicherer” und wünschenswert!!! für jeden, der verstanden hat, dass private Vorsorge unabdingbar ist!!! 😀

  4. Anastasia Schmitt, 2. November 2012 um 09:40 Uhr

    Ein solches Vorgehen würde den Reiz einer privaten Altersvorsorge erhöhen, daher mein Kommentar “Wunschdenken der Versicherer”. Natürlich müssen die Menschen begreifen, dass ohne private Vorsorge, im Alter dann u. U. wenig zur Verfügung steht. Aber, den Überschuss derart umzulegen wird kaum umsetzbar sein. Die Menschen werden keine Einsicht zeigen, wenn ihre “zu viel” bezahlten Beiträge in staatlich-private Altersvorsorgen fließen. Aber völlig richtig: Kreativität! Mit solchen Ideen entwickelt man neue und kommt auf alternative Lösungswege. Dies kann durchaus niemals schaden!

  5. Frank Büch, 2. November 2012 um 15:27 Uhr

    Ich habe dieses fiktive Szenario spaßeshalber in den letzten Tagen einmal mit dem ein oder anderen Kunden erörtert und ich kann Ihnen versichern Frau Schmitt, dass viele nicht nur Einsicht zeigen, sonder es sogar begrüßen würden.
    Den Reiz der privaten Vorsorge zu erhöhen ist nicht nur “Wunschdenken der Versicherer”, es wäre auch ein tolles, weiteres Signal für jeden einzelnen, der später nicht von Altersarmut bedroht sein will!

  6. Anastasia Schmitt, 5. November 2012 um 09:22 Uhr

    Ich glaube sie verstehen mich falsch, Herr Buch. Diejenigen, die eine private Altersvorsorge haben bzw. in Betracht ziehen, ja – diese werden dafür sein. Es gibt aber Menschen, die möchten keine private Altersvorsorge oder können sich diese überhaupt nicht leisten!

    Für diese Menschen ist eine Umlage der zu viel bezahlten Rentenbeiträge auf private (wenn auch staatlich geförderte) Versicherungen wohl nicht nachvollziehbar!

    Und ganz nebenbei bemerkt: Einen Überschuss in der Rentenkasse kann ich zum einen überhaupt nicht nachvollziehen, da wir in der Vergangenheit “Schulden” machen mussten. Auch die Reduzierung des Beitragssatzes halte ich persönlich für reinen Wahlkampf.

  7. Frank Büch, 5. November 2012 um 15:27 Uhr

    Ich habe Sie schon verstanden, Frau Schmitt.
    Da wir uns hier in einem Unternehmensblog der Deutsche Vermögensberatung AG befinden, geht es schließlich nicht um dir Frage “Ob Vorsorge?”, sondern “Auf welche Art und Weise?”…
    Sie haben Recht und unterstreichen ja sogar noch meine Aussage, dass es ein weiteres, wichtiges und richtiges Signal für private Vorsorge wäre.
    Doch wichtig, es handelt sich ja nur um eine fiktive Idee, demnach brauchen wir uns nicht “heiß” diskutieren. 🙂

    PS: Ganz nebenbei, mein Name ist Büch… 🙂

  8. Anastasia Schmitt, 6. November 2012 um 09:27 Uhr

    Hallo Herr Büch,

    entschuldigen Sie bitte das unterschlagene Ü 🙂

    Wir diskutieren uns schon nicht “heiß”, keine Angst. Bisher eine völlig ruhige und respektvolle Diskussion. Ich möchte nur eines klarstellen: Keineswegs unterstreiche ich ihre Aussage, diese Idee sei “…ein weiteres, wichtiges und richtiges Signal für private Vorsorge..”! Meine Aussage war, dass diese Idee eine unfaire Behandlung der Rentenbeitragszahler zur Folge hätte. Daher würde ich persönlich diese auch nicht unterstützen. Die Attraktivität der privaten Vorsorge würde auf einer Ungleichbehandlung basieren, aus Sicht der sozialen Marktwirtschaft wohl eher bedenklich. Aus Sicht der Versicherer sehr lukrativ, da die Nachfrage trotzdem steigen würde.