Taschengeld

15. August 2012 | 931 mal gelesen

Von gut 22 Euro im Monat im Jahr 2005 auf aktuell 27 Euro hat sich das durchschnittliche Taschengeld für Kinder und Jugendliche bis 13 Jahre um über 20 Prozent erhöht (siehe DIE WELT vom 7. August 2012).

Viel interessanter ist die Verwendung des Taschengeldes: Eine Position taucht dabei gar nicht mehr auf, nämlich das Sparen. Bedeutet: 100 Prozent gehen in den Konsum.

Das war früher anders, denn es machte Freude, hin und wieder 10 oder 20 Mark zur Bank zu bringen und auf das Sparbuch einzubezahlen.

Das macht heute keine Freude mehr, und deshalb geschieht es auch nicht mehr. Denn wie soll ein z.B. 10-Jähriger zum Sparen motiviert werden, wenn der Zins bei nahe Null liegt?

Die Folgen sind langfristiger Natur: Denn wer schon in jungen Jahren nicht lernt bzw. keine Chance hat zu lernen, dass Sparen sinnvoll ist und Ertrag bringt, wird sich möglicherweise auch als Erwachsener mit dem Konsumverzicht schwerer tun.


Schlagwörter: , ,

Kommentare für diesen Artikel (2)

  1. Marcel H. Costin, 17. August 2012 um 16:54 Uhr

    Hallo Welt,

    seit etwas mehr als einem Jahr veranstalte ich mit Kindern und Jugendlichen genau zu diesem Thema Geldtrainings. Zuletzt in einem psychologischen Institut mit hochbegabten Kindern.

    Eine mich motivierende und stolze Reaktion eines ca. 11-jährigen bei meinem Folgebesuch: “Herr Costin, ich spare jetzt die Hälfte meines Taschengeldes, weil, Sie haben ja beim letzten Mal gesagt, man kann nie früh genug anfangen mit dem Sparen!”

    Ein wirklich tolles Gefühl, wenn eine Botschaft angekommen ist ! ! !

    Es macht zudem riesen Spaß mit Kindern zusammenzuarbeiten, die sind hungrig, denken anders, lösungsorientierter als manche Erwachse, sind offen für Anregungen und diskutieren nicht über Belanglosigkeiten, beispielsweise ob sie es je erleben werden, das angesparte auch wieder auszugeben.

    Argumentiert einer meiner erwachsenen Kunden auf diese Weise, rate ich im ernsten Ton, scherzhaft, dass er am besten noch schnell riesige Schulden bei der Bank aufnimmt und das Geld umgehend verlebt, angst haben, diese zurückzahlen zu müssen muss er ja nicht, denn, “nach ihm die Sinntflut…” . Es löst meist erkenntnisreiches Verständnis aus. 😉

    …ich bin überzeugt, dass wir von Kindern sogar etwas über das Sparen lernen können, wenn wir Ihnen Zugang zur Materie verschaffen. Ihre kindliche Logik sagt Ihnen was richtig ist, sie kennen den Überfluß noch nicht so wie ein Erwachsener, bzw. sind noch nicht daran gewöhnt… ein sehr, sehr guter Zeitpunkt um zu lernen was es mit Zeit, Geld und Ertrag auf sich hat.

    .

    Die Vorstufe um kleineren Kindern den Umgang mit Geld zu lehren ist es beispielsweise eine Keksdose zu schenken und diese wöchentlich, 14-tägig oder monatlich mit Keksen zu befüllen. Das Kind muss sich diese selbst einteilen lernen. Die Währung kann wahlweise: Doppelkekse, Schoko-Cookies oder selbstgebackenes Spritzgebäck sein ;-). Es sollte auch der einzige Zugang zu Süßigkeiten / Keksen sein – sonst haben wir zuhause eine ähnliche Situation wie aktuell die EU mit Griechenland :-))).

    Ist die Dose leer, gibt’s nix mehr – bis wieder Zahltag ist. Das Modell ist natürlich ausbaufähig und lässt kreativen Gestaltungsfreiraum!

    .

    Mit besten Grüßen,
    Marcel H. Costin
    – Vermögensberater –
    Metropolregion Köln / Düsseldorf / Aachen

  2. Anastasia Schmitt, 20. August 2012 um 15:58 Uhr

    Ich persönlich denke, dass es keine Frage des Zinses ist, sondern der Erziehung der Eltern. Kaum ein 10-jähriger wird sein Geld sparen, nur weil er hohe Zinsen bekommt. Meine Eltern sagten: „Wenn du dir später mal was leisten willst, musst du jetzt sparen“. Das habe ich befolgt und da lag der Zins bei 0,5%! Ohne Sparen geht es halt nicht, aber leider wissen das die meisten Eltern schon nicht.