Subsidiarität statt Bevormundung

7. August 2012 | 849 mal gelesen

Ganz zu Beginn, als Bismarck Ende des 19. Jahrhunderts die gesetzliche Sozialversicherung einführte, war Subsidiarität oberste Maxime:

Der Staat wollte nur denjenigen helfen, die nicht selbst aus eigener Kraft für ihren Lebensunterhalt sorgen konnten.

Mehr und mehr wurde dieser Grundsatz über die Jahrzehnte aufgeweicht, und heute ist es nur noch einer ganz kleinen Minderheit vorbehalten, nach eigenen Vorstellungen vorzusorgen und nicht Mitglied der gesetzlichen Sozialversicherung sein zu müssen.

Und dabei schätzen die Bundesbürger Freiwilligkeit, das ergab eine aktuelle Umfrage (siehe Financial Times vom 2. August 2012, S. 21). Denn gerade einmal 16 Prozent der Befragten befürworteten eine gesetzlich verpflichtende ergänzende Altersvorsorge wie z.B. die Riester-Rente oder eine betriebliche Altersvorsorge.

Anlass genug, sich wieder auf die Ursprünge der Sozialversicherung zu besinnen, anstatt die Bevormundung der Bürger durch gesetzliche Regelungen immer mehr auszuweiten.


Kommentare für diesen Artikel (2)

  1. Anastasia Schmitt, 7. August 2012 um 16:50 Uhr

    16 Prozent befürworten eine gesetzliche Verpflichtung zur Altersvorsorge. Mehr als ich dachte, nur wie viele versichern sich denn freiwillig ohne “Schubser”? Wahrscheinlich viel weniger.

  2. Norbert Strauß, 8. August 2012 um 08:05 Uhr

    Wie es hier so steht kann ich meiner Meinung nicht stehen lassen. Auf der einen Seite ist Freiwilligkeit eine sehr wichtiges Gut, auf der anderen Seite muss jeder auch in seinen Leben die Auswirkungen für sein Tuen tragen – im vollen Umfang. Das ist schwierig wenn es sich um sehr lange lange Prozesse ( Vorsorge für das Alter) handelt um die Auswirkungungen überhaupt richtig ab zuschätzen.
    Hier muss ein ” sowohl ” als “auch ” her.
    Norbert Strauß