Prolongationsrisiko

13. Juli 2012 | 728 mal gelesen

Nie war es so günstig sich Baugeld zu leihen wie heute.

So manch einer gerät da – mit Blick auf die monatliche Miete – in Versuchung und erwägt den Kauf einer eigenen Immobilie.

Naheliegend. Doch so attraktiv niedrige Zinsen heute sind, so weitsichtig sollte man bei der Gesamtfinanzierung sein. Denn meist nach 10 Jahren steht die Prolongation des Darlehens an, und viele haben in diesen 10 Jahren noch nicht sehr viel getilgt.

Keiner weiß, wo in 10 Jahren das Zinsniveau liegt. Die Wahrscheinlichkeit, dass es höher ist, liegt auf der Hand. Dies wiederum wird dazu führen, dass sich entweder die monatlichen Kreditraten verteuern, was sich nicht jeder leisten kann. Oder die Laufzeit verlängert sich, dann im ungünstigsten Fall sogar bis hinein ins Rentenalter.

Deshalb der Rat für jeden, der eine Immobilie erwirbt:

Möglichst viel Eigenkapital mitbringen, und die Tilgung so ausrichten, dass nach heutigen Marktbedingungen das Darlehen spätestens bis zum 55. Lebensjahr getilgt ist. Nur dann besteht zeitlicher Puffer – entweder für eine Verlängerung der Laufzeit oder, noch besser, für den Aufbau privater Altersvorsorge auf der Basis einer abbezahlten Immobilie (siehe Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 16. Juni 2012, S. 20).