Irrweg in der Altersvorsorge

5. Juli 2012 | 619 mal gelesen

“Die Rente ist sicher”,

fast jeder weiß, von wem dieser Satz stammt: Von Norbert Blüm, früherer Arbeitsminister.

Mit dieser Aussage manifestierte er eine Denkweise, die fatal ist: Nämlich die, dass die längst katastrophale Unterdeckung in der gesetzlichen Rentenversicherung jederzeit durch Zuschüsse aus dem Staatshaushalt kompensiert werden kann und so kein Rentner befürchten muss, leer auszugehen.

Zu was hat dies schon bis heute geführt?

Zu einem jährlichen Staatszuschuss in Höhe von über 80 Mrd. Euro (Jahr 2011, siehe map-fax 26 / 2012). Dies entspricht 27,1 Prozent (!!!) des gesamten Staatshaushaltes. Und es wird mit Blick auf die demografische Entwicklung mittel- bis langfrsitig sicherlich noch mehr werden.

Da muss man sich schon die Frage stellen, warum wir überhaupt immer noch von einem umlagefinanzierten System sprechen. Das stimmt längst nicht mehr, denn der Weg führt geradewegs in eine steuerfinanzierte Rentenversicherung.

Schön wäre es, wenn die Politik sich diese Erkenntnis offen eingestehen würde. Vielleicht wären dann die Maßnahmen, es zu verhindern – z.B. noch viel mehr Förderung privater Vorsorge -, stärker ausgeprägt. Stattdessen wird private Vorsorge eher beschnitten, bspw. mit dem zum Jahresbeginn 2005 eingeführten Wegfall der Steuerfreiheit auf Erträge aus privaten Rentenversicherungen.