Wohn-Riester

28. Mai 2012 | 1.057 mal gelesen

56,5 Prozent aller Riester-Neuverträge (rd. 65.000 Verträge) entfielen im ersten Quartal 2012 auf Wohn-Riester-Produkte (siehe Versicherungsjournal vom 24. Mai 2012). Eine beachtliche Entwicklung, die sich dadurch erklären lässt, dass des Deutschen liebste Kinder immer noch das Auto und die eigene Immobilie sind.

Allzu oft wird dabei ignoriert, dass für sehr viele die eigene Immobilie im Alter eher Last denn Freude ist: Hohe Instandhaltungskosten, Modernisierungsstau, schlichtweg zu groß, zu viele Treppen oder schwer liquidierbar, das die Hauptprobleme.

Vielleicht wäre es vor diesem Hintergrund – zumindest für den einen oder anderen – doch die bessere Entscheidung gewesen, die staatliche Riesterförderung für den Aufbau einer Rente nicht aus Stein, sondern aus Geld zu nutzen.

Sei es drum: Der Kunde ist König, und als DVAG Deutsche Vermögensberatung bieten wir deshalb alle Formen der Riester-Rente an.


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Kommentare für diesen Artikel (2)

  1. Wolfgang, 29. Mai 2012 um 08:53 Uhr

    Wahrhaftig liegen hier warnende Worte. Für Verbraucher nicht aus zu denken, welche Belastung in de Rente auf sie zu kommt. Die Besteuerungsfalle wird meistens nicht besprochen. Es ist richtig, dass de Kunde König ist, aber der Vermögensberater soll schon Kaiser sein und vor dem Anbieten der Produkte auch auf diese eklatanten Nachteile “beraten”. Ich denke, dass die oben genannten Zahlen aber auch von den Banken produziert wird.

  2. harrischultze, 30. Mai 2012 um 09:36 Uhr

    Richtig – wir bieten alle Formen der Riester-Rente an (bzw. können alle anbieten). Was allerdings nicht bedeutet, dass man jeden Unsinn mitmachen muss.

    Bei dem was ich so bei meinen Kunden oft finde, hat die Wahl des “Wohn-” oder “Bauspar-Riesters” allerdings herzlich wenig mit Altersvorsorge durch Eigenheim zu tun. Vielmehr wird hier aus meiner Sicht oft eine staatliche Förderung zweckentfremdet. Alle paar Jahre immer wieder günstiges Geld für Konsum aufgebaut durch für Altersvorsorge geförderte Beiträge.

    Klar finden das die Kunden toll, denn schließlich ist die Altersvorsorge ja noch sooooo weit weg und das nächste Auto, der nächste Urlaub etc… so greifbar nah.

    Was mich dabei am allermeisten ärgert ist weniger, dass die Kunden das nutzen, sondern dass das so vom Staat (also von uns allen) getragen wird. Ganz offiziell wird sogar damit geworben und auch habe ich bereits eine langfristige geförderte Altersvorsorge für kurzfristigen Konsum geopfert vorgefunden.

    Das ist nicht richtig und ich finde hier muss der Staat nachbessern. Der Darlehensanspruch in Bausparverträgen aufgebaut durch geförderte Sparbeiträge und Zulagen sollte den gleichen Spielregeln unterliegen wie die geförderten Beiträge selbst. Spätestens dann würde das Verkaufsmodell insbesondere der großen S in Luft aufgehen und die Kunden würden viel früher merken, dass die empfohlene Strategie des S – Beraters so niemals funktioniert.

    Gute Beratung macht den Unterscheid!….zum Schutz des Verbrauchers.

    Gruß vom Vermögensberater aus Willich
    Harri Schultze
    http://www.harri-schultze.de