Riestern lohnt nicht?

20. Mai 2012 | 699 mal gelesen

Riestern lohnt nicht?

Immer wieder findet sich diese – meist eher ideologisch motivierte – These, hinterlegt mit unsinnigen Rechenexempel, Außeracht-Lassung der Zulageneffekte und ohne Berücksichtigung der Vorteile aus dem Risikoschutz (Langlebigkeitsrisiko).

Wie sinnvoll Riestern tatsächlich ist und welche Renditen dabei möglich sind, das belegt eindrucksvoll eine neue Studie des Instituts für Transparenz in der Altersvorsorge (ITA) im Auftrag des Verbrauchermagazins „Guter Rat“.

Dazu ein Zitat aus der Studie:

“Alle von uns untersuchten Produkte haben dem Kunden mehr ausgezahlt, als Beiträge eingezahlt und Zulagen gutgeschrieben wurden. Dabei hat eine alleinstehende Person Renditen zwischen 3,22 Prozent und 5,19 Prozent erzielt. Der alleinstehende Riester-Sparer mit Kind hat sogar zwischen 5,44 Prozent und 7,34 Prozent verbuchen können. Sämtliche Produkte haben mindestens die Inflation in Höhe von 1,6% ausgleichen können.”

Wenn das keine Argumente sind …

Informationen zur Studie vom 15. Mai 2012 (PDF)

Die Riester-Studie in der Presse:

16.05.2012 – VersicherungsJournal: Riester-Sparen rechnet sich
16.05.2012 – tagesspiegel.de: Riesters Rache
16.05.2012 – ASPECT.online: Riester-Rente: … und sie lohnt sich doch
16.05.2012 – ihre-vorsorge.de: Riester-Rente: Dank Förderung im Plus
15.05.2012 – Welt Online: Deutlich besser als der Sparstrumpf
15.05.2012 – procontra online: Riestern lohnt sich doch?!
15.05.2012 – Cash Online: ITA-Studie: Riester-Sparen ist sinnvoll
15.05.2012 – ihre-vorsorge.de: Riester-Rente: Dank Förderung im Plus
15.05.2012 – Guter Rat: Riester-Studie: 7,34 Prozent Rendite
15.05.2012 – b2b-deutschland: “Deutlich besser als der Sparstrumpf”
15.05.2012 – wiwo.de: Lohnt sich Riester doch?
15.05.2012 – euronews.com: “Deutlich besser als der Sparstrumpf”
15.05.2012 – primatononline.de: “Deutlich besser als Sparstrumpf”
15.05.2012 – gdv.de: Studie: Riester-Rente rechnet sich
15.05.2012 – onvista.de: ITA -Studie: “Riester-Sparen ist sinnvoll”
15.05.2012 – rp-online: Riester kann sich lohnen
15.05.2012 – FONDS professionell: Riester-Studie nimmt Kritikern Wind aus den Segeln


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Kommentare für diesen Artikel (21)

  1. Nadine Schmitz-Vogel, 20. Mai 2012 um 10:46 Uhr

    Liebes Forum,

    ich möchte dazu auch mal meinen “Senf” dazu geben.

    Ich habe 2003 eine Riester-Rente abgeschlossen und diese Anfang 2010 beitragsfrei gestellt.

    Ich möchte kurz darlegen weshalb.

    Anfang 2009 hatte ich knapp 1.800 EUR in diesem Vertrag dazu kamen 360 EUR Eigenbeitrag, 154 EUR staatliche Zulage > die Garantiezinsen lagen bei ca. 67 EUR für das Jahr 2009 und die Abzüge bei etwa 54 EUR. Am Jahresende waren es um die 2.300 EUR.

    Das bedeutet, ich hatte im 7. Jahr des Vertrages gerade einmal 13 EUR Differenz zwischen Garantiezinsen und Abzügen.

    Die Überschüsse lagen bei knapp 90 EUR, da diese in Fonds wanderten.

    Ich finde das nun nicht sonderlich toll, auch wenn man sicher Äpfel mit Birnen nicht vergleichen sollte.

    Seit Anfang 2010 lege ich nun statt der 30,00 EUR monatlich Riester 50,00 EUR auf ein Tagesgeldkonto, wo mir am Ende aber keine Kosten entstehen.

    Ich kann die These nur stützen, dass die Kosten die Gewinne auffressen. Leider!

  2. Nadine Schmitz-Vogel, 20. Mai 2012 um 13:03 Uhr

    Anmerkung:

    “Ortmann bedauerte allerdings, dass von 43 befragten Anbietern mit der vollen Laufzeit von zehn Jahren nur sechs geantwortet hätten. Er forderte mehr Transparenz von den Versicherern.”

    Nur 14 Prozent der befragten Anbieter haben geantwortet. Ich glaube das stützt die These des DIW und meine Meinung zu meinem Vertrag. Dann davon zu sprechen, dass alle Kritiker Unrecht haben, wenn kaum ein Viertel überhaupt reagiert hat, ist schon etwas vermessen, finde ich.

  3. Wolfgang Gadow, 20. Mai 2012 um 21:38 Uhr

    Werte Frau Schmitz-Vogel
    wenn Ihre 30,-€ mtl. ausreichen um die volle Förderung zu bekommen erhalten sie ohne event. Kinderzulagen bei 360,- € Beitrag eine Förderung von 154,-€ jährlich zuzüglich einer Garantieverzinsung bei Rentenpolicen. Und nach gesetzlicher Vorschrift stehen Ihnen bei Rentenbeginn mindestens diese Summen zur Verrentung zur Verfügung. 2003 müssten Sie sich eine Garantieverzinsung von 2,75% für Ihre Beiträge gesichert haben. bekommen sie die auch auf Ihrem Tagesgeld? Vom Verwertungverbot bei ALGII oder ggf. auch zusätzlichen Steuervorteilen als Sonderabgabenabzug die mit dem Steuerbescheid ausgezahlt werden gar nicht zu reden. Sie sollten eventuell mit jemandem reden der sich mit den Riesterbedingungen auskennt. Ich empfehle Ihnen da einen Vermögensberater der DVAG zu kontaktieren.
    mit freundlichen Grüssen
    Wolfgang Gadow

  4. Wolfgang, 21. Mai 2012 um 09:04 Uhr

    Liebe Blog-Leser,
    das kommt ganz darauf an, wie der Riester-Vertrag gestaltet wurde. Es gibt ganz gewiss viele Verträge die im Plus sind. ( Ich zumindest kenne welche ). Die Gestaltungsmöglichkeit eines Vertrages obliegt dem/der Verkäufer/in. Faktoren hierbei sind einmal die Laufzeit des Vertrages, ob der Vertrag mit sofortigen Gebühren ( 5 Jahre ) belastet wird oder nicht. Es ergibt einen großen Vorteil, wenn man als Riester-Sparer die Gebührenmodelle kennt. Vorab kann man sich zum Beispiel die ” Metall-Rente ” im Internet selber berechnen und daraus eine Schlussfolgerung ziehen, oder seine/n Berater/in zu Rate ziehen. Natürlich verlangt dieser Prozess etwas mehr an Grundkenntnissen im Finanzrechnen.

  5. Nadine Schmitz-Vogel, 21. Mai 2012 um 09:37 Uhr

    Sehr geehrter Herr Gadow,

    es sind 3,25 Prozent. Auf meinem Tagesgeldkonto sind es momentan 1,5 Prozent, ohne weitere Kosten.

    Ich habe diesen Vertrag zum 01.05.2003 abgeschlossen.

    Von meinen 360 EUR Eigenbeitrag und 154 EUR staatlicher Förderung (2009) wurden 10,56 Prozent an Kosten einbehalten. Ich habe mir die Unterlagen noch einmal genau angeschaut und festgestellt, dass diese über die gesamte Laufzeit fällig werden.

    Sie mögen mit dem Verwertungsverbot sicherlich Recht haben, aber meines Wissens, wird Riester im Alter auch versteuert und solange meine Sparbeiträge auf dem Tagesgeldkonto nicht die Freibeträge übersteigen, zahle ich auch keine Kapitalertragssteuer oder muss es bei Arbeitslosigkeit verwerten.

    Nur wenn ich im 7. Jahr eines Vertrages sehe, dass die Differenz zwischen Garantieverzinsung (Zinseszinseffekt der letzten Jahre) und den Kosten gerade einmal 13,15 EUR ausmacht, dann finde ich das ein wenig schwach.

    Sicherlich bietet mir Riester eine Beitragsgarantie, aber die habe (wenn man es mal ehrlich betrachtet), auch bei einem Girokonto oder Tagesgeldkonto. Wenn ich jemandem über Jahrzehnte aber mein Geld anvertraue, dann möchte ich auch was raus haben.

  6. Frank Schmidt, 21. Mai 2012 um 11:18 Uhr

    Hallo Frau Schmitz-Vogel,

    überdenken Sie nochmal Ihre Entscheidung, den Vertrag beitragsfrei zu stellen. Wenn Sie sich nicht sicher sind, wenden Sie sich an einen fachkundigen Bertater.

    1.) Sie haben bereits (fast) alle Abschlußgebühren bezahlt.
    2.) Die laufenden Kosten von Altverträgen sind oft nicht so hoch, wie bei den jetzigen Verträgen.
    3.) Ein Tagesgeldkonto ist untauglich zur Altersvorsorge. Irgendwann schwenken Sie ohnehin auf andere Vertragsformen um. Dann werden abermals Gebühren fällig. Sie laufen Gefahr, stets Ihre Vertragspartner zu wechseln und die Finanzwirtschaft mit immer weiteren Gebühren zu füttern. Gut für die, aber nicht für Sie!

    Es kann sein, dass sich Ihr Vertrag bis dato nicht rechnet, aber das liegt vermutlich daran, dass sich die Abschlukosten nur auf die ersten Vertragsjahre verteilen.
    Vielleicht sollten Sie den Vertrag besser an Ihre jetzige Situation anpassen.

    Anm.: Ich bin KEIN Vermögensberater und KEIN Freund von Riesterprodukten!
    Und wenn ich Riester aus einer Altersvorsorge heraus halten kann, mache ich das. Aber es gibt Situationen, da ist es schlicht falsch, auf Riester zu verzichten.

    MfG
    FS

  7. Nadine Schmitz-Vogel, 22. Mai 2012 um 00:41 Uhr

    Sehr geehrter Herr Schmidt,

    Mein Vertrag ist seit 01.01.2010 beitragsfrei gestellt.

    Ich habe mir auch noch einmal die Unterlagen und die Abrechnungen der letzten Jahre angeschaut.

    Die Abschlusskosten und auch alle weiteren werden bis zum Laufzeitende fällig.

    Ich habe auch festgestellt, dass sich die Höhe der Kosten Prozentual (Eigenbeiträge und staatliche Zulagen) von Jahr zu Jahr erhöht hat, was meiner Meinung nach dem Umstand geschuldet ist, das auch Kosten für die Verwaltung des Kapitals anfallen.

    2008 waren die Kosten im Verhältnis zu Eigenbeiträgen und staatlichen Zulagen bei 9,37 Prozent, 2007 noch niedriger und so weiter. Ich habe den Eindruck, dass von Jahr zu Jahr die Kosten eher gestiegen sind, als das sie fallen. Den Dreisatz beherrsche ich noch.

    Ich habe 2 Jobs und war noch nie arbeitslos. Aber da ich so wenig verdiene, komme ich selbst damit kaum über die Runden und die jährlichen Rentenbescheide lassen auch nichts gutes erahnen, auch wenn ich noch 25 Jahre Luft habe. Ich möchte mich nicht beschweren, aber so wie es momentan ausschaut, und ich denke nicht das es besser wird, werde ich einmal Grundsicherung in Anspruch nehmen müssen.

    Und da wird einem das leider voll angerechnet. Im Grunde genommen bringt einem das leider nichts, selbst das sparen auf einem Tagesgeldkonto. Das ist das schlimme in diesem Land, dass man sich krumm buckelt und im Alter auf Grundsicherung angewiesen ist.

  8. Frank Büch, 22. Mai 2012 um 18:36 Uhr

    Genau diese Diskusion lässt mich stirnrunzeln!!! 🙂
    Frau Schmitz-Vogel bekommt abzüglich Kosten, ohne Zinsen, Rendite etc. Ca. 100,00 Euro mehr in den Vertrag eingezahlt als sie selber zahlt!!! Da kämen noch zinsen etc. zu. Jetzt macht sie statt dessen ein Tagesgeldkonto, bei dem sie noch 20,00 mehr vom Netto einzahlt, nur weil keine Kosten entstehen?!? Aja sehr clever… (Achtung Ironie)
    Jetzt wär spannend wieviel nach, sagen wir 20 jahren, noch auf diesem Konto wär und wieviel in der Riester?!
    Ich frage mal, warum nicht beides?
    Alle Produkte haben nen gewissen Sinn aber dieser Vergleich entbehrt tatsächlich Jedem… 🙂

    Gruß

  9. Anastasia Schmitt, 23. Mai 2012 um 12:11 Uhr

    Die Frage ist doch nicht die Rendite beim “riestern”.

    Sicher ist: Die Vermittler verdienen gute Geld beim Abschluss.
    Sicher ist: Der Vertrag ist definitiv nicht schlechter als ein lächerliches Tagesgeldkonto

    Unsicher ist: Wie die Rieser-Rente später einmal berücksichtigt wird, wenn es um die staatliche Rente geht, in die man dann fast 50 Jahre eingezahlt hat. Wird die Riester-Rente angerechnet (teilweise), oder bleibt sie unberücksichtigt vom “normalen” Rentenanspruch. Und da gibt es sehr unterschiedliche Meinungen.

  10. Nadine Schmitz-Vogel, 23. Mai 2012 um 12:39 Uhr

    Sehr geehrter Herr Büch,

    ich weiß nicht ob Sie nicht verstehen wollen oder verstanden haben, auf was ich hinaus möchte.

    Deckungskapital am 31.12.2008 – 1.789,84 EUR
    Eigenbeitrag 2009 – 350 EUR
    Zulagen 2009 – 154 EUR

    Abzüge:

    22,71 EUR Abschluss- und Vertriebskosten
    17,67 EUR Kosten für die Vertragsführung
    12,85 EUR Kosten für die Verwaltung des Kapitals

    tarifliche Garantiezinsen:

    66,38 EUR

    Somit habe ich 13,15 EUR für 2009 “gut gemacht” – abgesehen von den Eigenbeiträgen und der staatlichen Zulage.

    Hätten Sie meinen Kommentar weiter gelesen, dann habe ich auch die Gründe offen gelegt.

    Ich habe zwei Jobs (eine mehr als 40 Stundenwoche), verdiene aber leider so wenig das ich aufstocken muss und werde wohl im Alter Grundsicherung erhalten. Das ist sicher nicht erstrebenswert, aber leider sehe ich mich außerstande, noch einen dritten anzunehmen.

    Zum anderen habe ich auch nicht geschrieben, dass ich das Tagesgeldkonto als Altersvorsorge betrachte.

    Ich packe im Rahmen meiner Möglichkeiten Geld monatlich beiseite, sollte ich irgendwelche plötzlich auftretenden Anschaffungen tätigen müssen. Das erachte ich als sinniger, als mein Geld weiter in einen Altersvorsorgevertrag zu stecken, wo ich weiß, dass man mir das in 25 Jahren einmal auf Heller und Cent anrechnet, auch wenn ich mir den Rücken wund gearbeitet habe.

    Das ist der Knackpunkt.

    Ihre Ironie können Sie sich sparen.

  11. der Berater, 23. Mai 2012 um 20:06 Uhr

    Ich finde, das ist ein schönes Beispiel wie sinnvoll es ist, einem Verbraucher, der offensichtlich nicht in der Lage ist die Kosten eines Vertrages ins Verhältnis zu dessen Laufzeit, Rendite und Förderung zu setzen über eben diese Kosten in aller Breite zu informieren. Ergebnis: Der Verbraucher denkt, er zahle so viel Kosten, dass am Ende nichts mehr übrig bleibt und stellt einen absolut sinnvollen Vertrag einfach beitragsfrei. Das Tagesgeldkonto wird aufgrund der leichten Zugriffsmöglichkeit in ein paar Jahren aufgelöst, weil eben irgendeine Anschaffung ansteht. Das es mal als Altersvorsorge gedacht war weis dann keiner mehr.

    Beratung tut Not, mehr denn je!!

  12. mlschm, 24. Mai 2012 um 14:02 Uhr

    liebe frau schmitz vogel,
    ich habe einmal die rendite des vertrages nach ihren angaben im jahr 2009 nachgerechnet.
    auf das von ihnen eingesetzte kapital haben sie trotz der kosten eine rendite von 8,99% erwirtschaftet…viel erfolg, dies mit einem tagesgeldkonto zu gewährleisten!

    ansonsten gilt: nicht jeder riestervertrag ist gut, nur weil riester draufsteht.
    lohnen tut er sich aber für sie, ihre angaben zugrunde gelegt wie kaum etwas anderes. selbst wenn sie keinerlei guthabensverzinsung annehmen haben sie durch die zulage eine rendite, die sie mit kaum einem anderen produkt erreichen werden, schon gar nicht mit einem tagesgeldkonto.

    mfg

  13. Frank Büch, 24. Mai 2012 um 14:04 Uhr

    Sehr geehrte Frau Schmitz-Vogel,

    ich kann Sie nicht verstehen und will es ehrlich gesagt auch gar nicht!
    Sie erhalten nämlich in Ihrer Riester keinen Mehrwert von 13,15 €, sondern von 167,15 in Worten EINHUNDERTSIEBENUNDSECHZIG,FÜNFZEHN!!!!
    Sie können doch die staatliche Zulage NICHT herausrechnen! Das ist jedoch nur meine Meinung. Meine Ironie kann ich mir bei solchen Ausführungen nicht sparen! Zu Ihrer persönlichen Situation kann ich nichts sagen, habe aber Respekt vor Ihrer Einsatzbereitschaft!
    Ich denke die eigentliche Situation ist, Sie wollen nicht mehr für Ihr Alter vorsorgen, sondern sparen und konsumieren!!! Da nützen dann keine objektiven Argumente mehr…
    Ich wünche Ihnen dennoch oder gerade deshalb alles Gute.

    Hochachtungsvoll Frank Büch

  14. Frank Schmidt, 24. Mai 2012 um 16:02 Uhr

    Hallo Frau Schmitz-Vogel,

    ich stimme Ihnen zu, wenn man diese Kostenpositionen sieht, kann man darüber nachdenken, warum ein staatlich geförderter Vertrag solche Kosten ausweisen muß.

    Aber betrachten wir das Zahlenwerk doch einmal nüchtern:

    Anfangsguthaben = 1.789,84 €
    Zulage & Zinsen = 220,38 €
    Zusammen = 2.360 €

    Kosten = – 106,46 €
    bleiben: 2.253,76 €

    Nehmen wir nur Ihr eigenes Geld, also die 1.789,84 € + 350 € und fragen uns, welche Rendite muß man erzielen, um auf das Vertragsguthaben von 2.253,76 € zu kommen. Antwort: +5,76% p.a.!

    Nun kann man meckern, weil, gäbe es die Zulage (i.H.v. 154 €) nicht, entspräche das eigentlich einer Minusrendite (Verlust) von 2,03% p.a.. Aber es gibt nun mal die Zulage.

    Welche Dimensionen nimmt das an, wenn man unterstellt, der Vertrag würde noch 35 Jahre so laufen? Im Vergleich zu einem Termingeld mit +2% Zinsen p.a., aber kostenloser Kontoführung, bringen Sie sich hier gerade um einen Vorteil von unglaublichen 20.000 €.

    Es bleibt bei meinem Rat, suchen Sie sich einen guten Berater!

    MfG
    FS

  15. Andreas Roehr, 24. Mai 2012 um 21:05 Uhr

    @ Anastasia Schmitt,

    “Unsicher ist: Wie die Rieser-Rente später einmal berücksichtigt wird, wenn es um die staatliche Rente geht, in die man dann fast 50 Jahre eingezahlt hat. Wird die Riester-Rente angerechnet (teilweise), oder bleibt sie unberücksichtigt vom “normalen” Rentenanspruch. Und da gibt es sehr unterschiedliche Meinungen”

    Das stimmt so nicht ! Es ist sehr genau geregelt in welcher Form und worauf die Riester Rente angerechnet wird !!! Also bitte keine unnütze Panik machen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Andreas Röhr

  16. Rene Lison, 25. Mai 2012 um 07:04 Uhr

    Guten Morgen.

    Zum Thema Anrechnung der Riesterrente bei Rentenbezug/Grundsicherung im Alter verweise ich gern auf das Rentenreformpaket des Bundesministerium für Arbeit und Soziales. Dieses ist allerdings noch nicht beschlossen, Tendenzen aber absehbar.

    Wiederum ein dickes PRO Riester, denn dann würden alle die belohnt, die z. B. mit Riester vorsorgen.

    http://www.bmas.de/DE/Themen/Rente/rentenreformpaket-zuschussrente.html#doc69238bodyText5

    PS: Guthaben, zum Beispiel auf Tagesgeld, würde nach wie vor angerechnet.

    Viele Grüße und allen ein schönes Pfingstwochenende.

    René Lison

  17. Anastasia Schmitt, 25. Mai 2012 um 09:03 Uhr

    @Andreas Röhr

    Achso, es gibt eine absolute Regelung? So wie mit dem Renteneintrittsalter. Dieses war ja auch einmal bei 65 und ist es nicht mehr. Oder wie die Leistungen der Krankenversicherung, die sich ständig ändern. Oder wie das Arbeitslosengeld, dass es seit Riester nicht mehr in gleicher Form gibt. Da soll man auf bestehende Regelungen vertrauen? Entschuldigen Sie bitte, aber das fällt mir schwer.

  18. Nadine Schmitz-Vogel, 25. Mai 2012 um 15:53 Uhr

    Sehr geehrter Herr Schmidt,

    “Nun kann man meckern, weil, gäbe es die Zulage (i.H.v. 154 €) nicht, entspräche das eigentlich einer Minusrendite (Verlust) von 2,03% p.a.. Aber es gibt nun mal die Zulage.”

    Sollten diese Zahlen stimmen, dann finde ich es traurig, dass ich bisher nur durch die Zulagen Rendite erwirtschaftet habe. Der Staat ist praktisch der “Renditelieferant” – etwas, was ich von dem Versicherer erwarte, zu was dieser sich aber scheinbar nicht in der Lage zeigt.

    Wenn das an dem ist, dann muss man auch die Frage stellen – wer soll noch eine normale Renten- und Lebensversicherung abschließen?

    “Ich denke die eigentliche Situation ist, Sie wollen nicht mehr für Ihr Alter vorsorgen, sondern sparen und konsumieren!!! Da nützen dann keine objektiven Argumente mehr…”

    Ach, dass denken Sie?

    Glaube Sie mir, ich würde gern mehr konsumieren, aber das kann ich leider nicht. Ich versuche jeden Monat was beiseite zu legen, damit ich etwas habe, sollte mal was kaputt gehen. Wer soll mir das dann bezahlen? Das Sozialamt macht das nicht, das Arbeitsamt nicht, Sie nicht und aus meiner Riesterrente kann ich auch nichts nehmen.

    Entschuldigen Sie, dass ich so egoistisch bin, zwischen dem und der Altersvorsorge abzuwägen.

    Herr Schmidt bspw., untermauert das noch mit Argumenten und ich wäre wirklich interessiert zu erfahren, wie er auf diese Zahlen gekommen ist.

    Sie verstehen scheinbar auch nicht, auf was ich hinaus möchte. Die staatliche Zulage habe ich keinesfalls rausgerechnet. In den oben genannten Zahlen, sind alle bisherigen staatlichen Zulage und Eigenbeiträge enthalten.

    Ich empfinde es als schwache Leistung des Unternehmens, dass man nach Jahren des Einzahlens mit Eigenbeiträge und Zulagen nur auf Plus 13,15 EUR kommt, nach Abzug der Kosten von der Garantieverzinung. Gäbe es die Zulage nicht, sehe die Bilanz noch trauriger aus.

    Mir ist auch klar, dass die 154 EUR was ausmachen, darf es einen Kunden nicht nachdenklich machen, wenn man ohne (wie Herr Schmidt schrieb) staatliche Zulage sogar eine Minusrendite hat?

  19. Frank Büch, 25. Mai 2012 um 19:58 Uhr

    Frau Schmitz-Vogel,

    nichts liegt mir ferner als Sie hier aufzubringen oder gar zu verärgern.
    Es ist doch immer eine Frage der Sichtweise. Ich kann mich darüber aufregen, dass mir nur die Zulage einen Mehrwert bringt (wobei es so nicht ist aber das steht auf einem anderen Blatt) oder ich kann mich freuen, dass der Staat solch eine Möglichkeit geschaffen hat! Denn hier ging es ja URSPRÜNGLICH um einen Gegensatz zur ständigen Negativberichterstattung. Sie haben ja gerade selbst festgestellt, unter Berücksichtigung der Zulage macht Riester Sinn!!! Der Vergleich mit nicht-riestergeförderten Produkten hinkt, da diese andere Kosten haben!
    Wie ich schon sagte, Respekt vor Ihrer Einsatzbereitschaft, doch Ihre Situation ist doch nicht außergewöhnlich! Jeder Mensch muss doch für seinen Lebensunterhalt, seine Rechnungen, sein Vergnügen, seinen Luxus (ich wünsche es jedem) arbeiten. Natürlich schenkt einem keiner etwas oder zahlt irgendwelche Rechnungen! Ich möchte nicht Oberlehrerhaft klingen, doch wenn Sie so unzufrieden sind, wünsche ich Ihnen die Kraft etwas zu veränder in Ihrem Leben!
    Jetzt können Sie natürlich keine Zeit bei zwei Jobs anführen oder keine Möglichkeiten etc. Ich bin überzeugt, wenn Sie wollen, geht alles!
    Soviel dazu, denn hier ging es um negative vs. positive Presse zum Thema Riester und die Fakten dahinter.
    Allen schöne Pfingsten…

    Gruß

  20. Frank Schmidt, 25. Mai 2012 um 20:58 Uhr

    Sehr geehrte Frau Schmitz-Vogel

    Ich stimme Ihnen ja zu, das Produkt Riesterrente ist für den Verbraucher handwerklich nicht gut gemacht, einfach zu kostenintensiv, finde ich.

    Aber es mangelt an Alternativen und somit ist mal wieder der Einäugige unter den Blinden der Seher.

    Ich stimme Ihnen auch völlig zu, dass Sie vorrangig an das Konsumieren und Rücklagenbilden denken. Gesellschaftpolitisch mag meine folgende Aussage nicht korrekt sein, aber Altersvorsorge scheint für Sie im Moment tatsächlich kein Thema zu sein.

    Mir ging es nur darum aufzuzeigen, dass eine Riesterrente nicht Nachteile bringt, wenn man sie bis zum Ende durchzieht.

    Wie bin ich auf die Zahlen gekommen ? So rechnen Sie das Ergebnis einer Anlage mit monatlicher Sparrate aus:
    Monatsbeitrag *(12+((12+1)/2)*Zins/100)*((Zins+100/100 hoch die Restlaufzeit-1)/(Zins/100)) (Ich hoffe, dass mir bei den vielen Klammern da jetzt nicht der Fehlerteufel rein gefahren ist.)

    Scherz beiseite, und das sollte die Formel sein! Betrachten wir abschließend nochmal die Fakten.

    Es steht: “Riestern lohnt sich”. Rein mathematisch gesehen ist das korrekt. Was aber eben nicht heißt, dass jeder eine Riesterrente benötigt.

    Sie behaupteten, Ihr Riestervertrag wäre schlecht gewesen. Das ist mathematisch betrachtet falsch, auch wenn es gefühlt richtig zu sein schien.

    Zum letzten Mal der Hinweis: Suchen Sie sich einen möglichst unabhängigen Berater, der Sie langfristig begleitet (finanziell). Lassen Sie sich nichts aufschwatzen (Riesterrente 2003) und bewahren Sie kühlen Kopf.

    Mit sehr freundlichen Grüßen
    FS

  21. Wolfgang Gadow, 29. Mai 2012 um 18:25 Uhr

    bei der ganzen Diskussion ob sich Rister lohnt oder nicht wird leider vergessen dass mit Riester nur die “zusätzliche Lücke” durch die Rentenreform 2006 geschlossen werden soll. Mehr kann die Riesterrente nur bei langen Vertragslaufzeiten > 25 Jahre und Inflationsicherer Vertragsgestaltung ( Kapitalstock in Sachwerten) erreichen. Der Verwaltungsaufwand ist immens hoch. Jedes Jahr muss jeder Vertrag 1 bis 3 mal “angefasst” werden. Wenn Zulagen fließen oder zurückgefordert werden (berechtigter oder auch unberechtigter Weise) oder wenn die Prämie angepasst werden muß wegen der 4% SV-Brutto des Vorjahres. Die Zulagenstelle ist aufgrund der Personaldecke 3 bis 5 Jahr hinterher, Wer da keinen Berater hat der sich kümmert und jedes Jahr im Servicebesuch gleich einen “Riester-Tüv” macht verliert hier bares Geld und damit Vetagsrendite.
    Nicht umsonst sind ca 25% der Riesterverträge ohne optimaler Zulage. Ansonsten ist mir die Diskussion müssig. Die richtige Entscheidung währe aus meiner Sicht Tagesgeld für den kurzfristigen Bedarf und für die Altersvorsorge langfristige Verträge die man bereit ist durchzuhalten, z.B Riesterverträge.
    Bildlich gesprochen wer in den Urlaub fliegt hat ein kostenintensiveres Verkehrsmittel als wenn er mit dem Fahrrad zum Einkaufen fährt. und keiner würde auf die Idee kommen mit dem Flugzeug einkaufen zu gehen oder mit dem Fahrrad nach Spanien zu fahren.