Diskussion über Provisionsverbot

10. Mai 2012 | 1.262 mal gelesen

Insbesondere ungebundene Vermittler wie Makler oder sich als unabhängig bezeichnende Vertriebsgesellschaften würde es hart treffen: Ein Verbot provisionsbasierter Beratung in der Versicherungsbranche.

Eine solche Diskussion ist in der zuständigen EU-Kommission durchaus im Gange, nunmehr scheint es aber zumindest dazu keine europäische Norm zu geben (siehe Financial Times vom 8. Mai 2012). Es bleibt also offensichtlich den Mitgliedsstaaten selbst überlassen, eine solche Idee aufzugreifen und ggf. gesetzlich zu verankern.

Was hingegen europaweit geregelt werden soll: Der Berater soll offen legen, für welchen Versicherer er arbeitet und wie hoch seine Provision ist.

Für den Deutschen Markt wird sich so nicht sehr viel ändern: Denn längst muss ein Vermittler hier seinen Status als gebundener oder ungebundener Vermittler offenlegen, und zumindest die Abschlusskosten werden in weiten Teilen bereits ausgewiesen.


Kommentare für diesen Artikel (7)

  1. Anastasia Schmitt, 10. Mai 2012 um 13:16 Uhr

    “…und zumindest die Abschlusskosten werden in weiten Teilen bereits ausgewiesen.”

    Mit Sicherheit bin ich nicht die einzige, die hier noch sehr viel Potential in Sachen Transparenz sieht! Ihr Kommentar mit “zumindest” und “in weiten Teilen” sagt ja bereits alles.

  2. Andreas Roehr, 10. Mai 2012 um 21:31 Uhr

    @Anastasia Schmitt,

    ich bin mir nicht ganz sicher, aber wissen Sie wieviel Ihr Bäcker an dem Brot verdient welches er ihnen verkauft, wieviel verdient Ihr Einzelhändler an dem Joghurt u.s.w.
    Sollten wir nicht langsam mal die Kirche im Dorf lassen !!!???

    Immer öfter beschweren sich meine Kunden das sie immer mehr “Papierkram” unterzeichnen müssen. Dann erkläre ich Ihnen immer das die “EU” sagt das es der Kunde doch so möchte. Danach folgt IMMER ein ungläubiges Kopfschütteln.

    Warum muss eigentlich nicht ausgewiesen werden um wieviel manche Finanzprodukte teurer geworden sind (als sie es vorher waren) durch den von der EU aufgezwungenen Verwaltungsaufwand ?

    Freundliche Grüße
    Andreas Röhr

  3. Frank Schmidt, 11. Mai 2012 um 10:11 Uhr

    Hallo

    Es ist eben ein feiner Unterschied, ob man die Abschlusskosten oder die Provision offen legen muss. Bei den heutigen Angaben, den Abschlusskosten, wird doch nicht gesagt, was der Vertrieb bekommt, denn der bekommst meist viel mehr, als da ausgewiesen wird.

    Ich denke, bei der jetzigen Regelung sollte man es belassen, wenn man nicht allgemeinverbindlich die jeweiligen Verdienste offen legen will. Aber dann will ich auch wissen, was der Autohandler, der Bäcker, der Fleischer u.s.w. verdienen. Man (auch Frau) stelle sich einmal vor, sie gehen einkaufen und bekommen eine Rechnung, auf der ausgewiesen wird: Kaufpreis + Verdienst + MwSt.

    Daher stimme ich Herrn Röhr völlig zu.

    MfG
    FS

  4. Anastasia Schmitt, 14. Mai 2012 um 12:08 Uhr

    Leider steht es mir nicht frei über dieses Thema weiter zu diskutieren. Nun musste man sich bereits in diesem Forum registrieren und dennoch werden Meinungen nicht veröffentlicht. Danke an Herrn Dr. Lach für diese “Objektivität”!

  5. , 15. Mai 2012 um 09:07 Uhr

    @ Anastasia Schmitt

    Auch bei registrierten Usern werden Kommentare nur dann frei geschaltet, wenn die nachlesbaren Richtlinien und Umgangsformen eingehalten werden.

  6. Anastasia Schmitt, 15. Mai 2012 um 10:54 Uhr

    @ Dr. Lach

    Die nachlesbaren Richtlinien habe ich bereits gelesen. Aber leider kann sich niemand ein Bild davon machen, gegen welche Regel ich verstoßen haben sollte. Und es ist nicht das erste mal, dass Kommentare nicht veröffentlicht werden.

    Dann haben Herr Andreas Roehr und Herr Frank Schmitt einfach recht. Eine Meinung ist schließlich mehr als genug. Glückwunsch die Herren.

  7. Thomas Katzenberger, 15. Mai 2012 um 14:12 Uhr

    Was hier im Gange zu sein scheint, ist ein Eingriff in die Existenz eines jeden Vermittlers, darüber hinaus laufen ja schon im öffentlich rechtlichen Fernsehen Beiträge, in denen der Kunde aufgefordert wird, sich an der Provision des Vermittlers zu beteiligen!!!
    Das haben wir denen zu verdanken, die sich in der Vergangenheit völlig überzogene Provisionen einstecken durften!
    Das Provisionssystem der DVAG und deren Partnergesellschaften ist doch damit nicht vergleichbar. WIR müssen für unser Einkommen genauso hart und ehrlich arbeiten, wie unsere Kunden.
    Ich wünsche mir, dass die Gesellschaft hier in vernünftiger Weise eingreift, auch wenn das von einigen wieder als Betrug am Kunden verstanden wird.
    Ich kann hier nur beipflichten, was schon geschrieben steht: wer macht sich bei einem anderen Dienstleister Gedanken über dessen Einkommen und will möglichst noch etwas davon ab haben??!!
    Leben und leben lassen bedeutet in einer Geiz-ist-Geil-Gesellschaft scheinbar nichts mehr.

    Ein Vermittler der Deutschen Vermögensberatung verschafft seinen Kunden finanzielle Vorteile, er realisiert Wünsche und Ziele. Das sollte uns von anderen unterscheiden.
    Dass wir weniger verdienen, als viele andere Finanzdienstleister, sollte hier auch mal offen angesprochen werden. Und das ist auch gut so, denn dadurch verkaufen wir nicht ‘provisionsorientiert’!

    Zum Abschlus möchte ich bei allen Kritikern einen Gedanken anregen:
    Sofern Sie angestellt in einem Unternehmen arbeiten, wieviel verdient Ihr Arbeitgeber an Ihrer Arbeitskraft? Und wieviel davon steckt er wieder in sein Unternehmen und in die Ausbildung und Motivation seiner Mitarbeiter?
    Jetzt nehmen wir ihm mal theorethisch alles weg, was Sie als überzogen empfinden…….
    Wie lange glauben Sie, werden Sie und Ihre Kollegen noch einen Arbeitsplatz haben?

    Herzliche Grüße
    Thomas Katzenberger