Öko-Test

11. März 2012 | 1.068 mal gelesen

Es ist schon vom Begrifflichen her erstaunlich, wenn sich eine Zeitschrift mit dem Namen “Öko-Test” der Bewertung von Finanzprodukten widmet.

Jüngst wieder in der aktuellen Ausgabe geschehen (siehe Versicherungsjournal vom 7. März 2012). Und die Substanz der Testergebnisse lässt tatsächlich Zweifel daran aufkommen, ob hier die erforderliche fachliche Kompetenz ausreichend vorhanden war.

Bewertet wurde, ob und inwieweit private Lebens- bzw. Rentenversicherungen für Selbständige zum Aufbau einer Altersversorgung geeignet sind.

Ergebnis: Durchweg gar nicht, und zwar im Grunde bei allen Anbietern.

Es erstaunt nicht, dass dieses Ergebnis zustande kam. Denn bei der Berechnung der Renditen in zwei Beispielrechnungen wurde ausschließlich der Garantiezins herangezogen. Überschussbeteiligung und Schlussgewinnanteile wurden ignoriert. Ebenso wie die hälftige Steuerbefreiung auf die Überschüsse. Und die Absicherung biometrischer Risiken wie überdurchschnittlich hohes Alter oder frühzeitiger Tod (Hinterbliebenenversorgung) wurde ebenfalls nicht berücksichtigt.

Bleibt mal wieder: Hoffentlich ahnen die Leser von Öko-Test, dass bei den Testergebnissen etwas nicht stimmen kann.


Kommentare für diesen Artikel (19)

  1. Christina Sommerfeld, 11. März 2012 um 17:28 Uhr

    Alles “Schönreden” bringt doch auch nichts. Die Überschussbeteiligungen sinken seit Jahren kontinuierlich und man sollte auch dem Schlussgewinnanteil nicht allzu viel Bedeutung beimessen. Das mag den Leuten was bringen, bei welchen die Verträge aktuell auslaufen.

    Was bringt mir das? Ich bin 33 Jahre. Wer kann mir denn heute sagen, ob mein Versicherer in 34 Jahren überhaupt noch die die Garantiezinsen erwirtschaften kann – geschweige denn Schlussgewinnanteile.

    Ich habe mich bewusst gegen die klassische Form der Rentenversicherung entschieden. Zur Absicherung meiner Familie im Todesfall habe ich eine Risikolebensversicherung. In der Altersvorsorge baue ich auf einen (Riester)-Fondssparplan, einen Nicht-Riester-Fondssparplan (beide DWS) und das finanzielle Polster über ein Tagesgeldkonto.

    Mein Mann und ich, waren bei einigen Vertretern und Gesellschaften und jeder hat die klassische Renten- und Lebensversicherung in den Himmel gelobt und wie bewährt diese ist. Aber gerade in den heutigen Zeiten, bin ich mir da nicht mehr so sicher. Zumal wir bei den meisten nur den Eindruck hatten, dass diese die EUR-Zeichen und ihre Provision in den Augen hatten.

  2. , 11. März 2012 um 18:36 Uhr

    @ Christina Sommerfeld

    Auch in Ihrer Argumentation fehlt wie so oft ein entscheidendes Argument: Die Absicherung des Langlebigkeitsrisikos. Ich drücke Ihnen die Daumen, dass Sie einmal mit hohem Alter gesegnet sein werden, vielleicht 90 Jahre oder älter. Bleibt zu hoffen, dass Sie vorher nicht das mit Fondsanteilen aufgebaute Vermögen verbraucht haben. Dieses Risiko gehen Sie bei Abschluss einer privaten Rentenversicherung nicht ein. Denn die zahlt ein Leben lang. Auch wenn Sie 100 Jahre alt werden.

    Im Übrigen ist Ihr Szenario nicht gerade realistisch: Selbst jetzt nach vielen Jahren Niedrigzinsphase ist unser Partner AM Leben in der Lage, immer noch 4,2 Prozent Rendite darzustellen, die Hälfte davon sogar steuerfrei, und der zu versteuernde Anteil erst bei Ablauf steuerpflichtig (noch zwei große Vorteile gegegenüber Fonds !). Da mittel- bis langfristig von wieder steigenden Zinsen auszugehen ist, wird sich die Überschussbeteiligung wieder nach oben bewegen. Und das bei einem Höchstmaß an Sicherheit der Kapitalanlage.

    Viele gute Gründe also, für das Alter mit einer privaten Rentenversicherung vorzusorgen. Ich selbst habe eine ganze Anzahl davon für mich und meine Frau abgeschlossen – und schlafe damit sehr gut 🙂

  3. Christina Sommerfeld, 11. März 2012 um 20:02 Uhr

    Dann sagen Sie aber auch, dass die 4,2 Prozent nicht auf den Sparanteil gezahlt werden, sondern auf den Anteil, welcher nach Abzug aller Kosten übrig bleibt. Ein wenig interessiere ich mich auch für diese Materie und lese viel in Zeitschriften und im Internet. Besonders interessant finde ich immer den Finsinger-Report in der Wirtschaftswoche.

    Die Aachen-Münchner mag nicht die höchsten Abschluss-, Verwaltungs- und Vertriebskosten haben, aber es gibt auch Unternehmen die weniger haben, in 2012 aber auch weniger Gesamtverzinsung bieten. So gesehen gleicht sich das mitunter auch wieder aus. So naiv bin ich als Kundin, welche auch schon auf die Nase gefallen ist, dann doch nicht mehr, jedem Berater zu glauben, der zwar sein Unternehmen in den Himmel lobt, die höchste Verzinsung zu bieten, aber die Kosten unter den Teppich kehrt.

    Das Problem ist doch, aber das diese Phase schon sehr lange andauert und dies natürlich auch an den Reserven der Unternehmen nagt. Die einen haben es bislang ganz gut die Kurve bekommen, die anderen weniger. Besser wird es auf auf lange Sicht nicht mehr. Davon bin ich überzeugt.

    Mittel- und Langfristig, kann aber für viele Unternehmen der Genickbruch sein und ob man mit Garantieversprechen von 1,75 Prozent per anno noch viele hinter dem Sofa vorlocken kann, mag ich bezweifeln.

  4. geraldehrlich, 12. März 2012 um 09:34 Uhr

    Ich denke, dass die Mitte aus den Kommentaren meiner Vorredner richtig ist. Zeiten mit “wirklich” lukrativen Erträgen wird es nicht mehr geben. Dafür hat die Gesetzgebung in den letzten Jahren viel zu oft zugelangt. Andernfalls funktionieren aber auch andere Methoden der Alterssicherung (siehe Vorrednerin) nicht mehr wie vor 10 Jahren. Nach wie vor ist sicher ein Mix aus Produkten und Strategien die beste Vorsorge. Nicht alles auf ein Pferd setzen.

    Schlechte Recherchen und unqualifizierte Berichterstattung von Publikationen wie Öko-test verunsichern mehr als sie aufklären. Aus Angst etwas falsches (nicht die höchstmögliche Rendite) zu machen, machen viele Menschen gar nichts. Eine schlechte Rente ist jedoch besser, als gar keine. Wenn die Leute das erkennen, ist es zu spät.
    Also kämpfe ich jeden Tag gegen “Verbraucherschützer” und für die Vorsorge – egal ob mit einer Versicherung, Fonds, Sparverträgen, Immobilien, …

  5. Cüneyt Erdin, 12. März 2012 um 13:27 Uhr

    Ich “kämpfe” auch jeden Tag gegen “Verbraucherschützer”, so muss man es einfach ausdrücken. Herr Ehrlich hat Recht, wenn er sagt, dass mehr verunsichert, als aufgeklärt wird.

    Auch dieser Bericht von “Öko-Test” trägt nicht gerade dazu bei, dass man weiß, wie man nun vorgehen soll. Alleine schon die Tatsache, dass der Bericht sich selber widerspricht: anfangs werden Lebens- und Rentenversicherungen schlecht gemacht, dann letzten Endes aber doch wieder (teilweise) empfohlen.

    Letzten Endes wird aber keine klar Aussage getroffen und schon gar nicht im Vergleich.
    Damit meine ich: was wären denn die Alternativen, wenn die getesteten RVs und LVs wirklich so schlecht sein sollten? (was sie nicht sind)
    Wahrscheinlich hat man das rausgelassen, da dieses dann zu einem Vergleich von “Äpfeln mit Birnen” führt, anders kann ich mir das nicht erklären. Schliesslich kann man die RVs/LVs nicht mit der gesetzlichen Rentenversicherung vergleichen. Die gesetzliche RV hat nun mal andere Leistungen und vor allem keinen Garantiezins, oder sollte ich mich da verlesen haben?

    Und reine Fondsanlagen haben auch eine andere Sicherheit vor und nach der Ansparphase, weiterhin werden diese auch anders behandelt in puncto “Steuern”.

    Weiterhin ist es doch so, dass die Rentenzahlungen nach einem Fondssparplan nicht aus dem Fonds direkt kommen, sondern entweder aus einem Auszahlplan eines anderen Fonds, bzw. aus einer Rentenversicherung, in die umgeschichtet wird bei Rentenbeginn.

  6. Anastasia Schmitt, 12. März 2012 um 14:52 Uhr

    “Da mittel- bis langfristig von wieder steigenden Zinsen auszugehen ist, wird sich die Überschussbeteiligung wieder nach oben bewegen. Und das bei einem Höchstmaß an Sicherheit der Kapitalanlage.”

    Entschuldigen Sie bitte Herr Dr. Lach. Ich habe Wirtschaftsprofessoren kennen gelernt, die hätten solche Aussagen nicht getroffen. Mal ehrlich, es ist überhaupt nicht davon auszugehen. Man kann es hoffen, glauben, erwarten oder sonst was, aber “es ist von steigenden Zinsen auszugehen” ist in der aktuellen Lage wohl mehr spekulativ!

    @Herrn Ehrlich, Herrn Erdin

    Verbraucherschützer kämpfen vorwiegend für die Verbraucher. Mal gut, mal weniger gut, nur ständig die Verbraucherschützer an den Pranger zu stellen ist irgendwie fehl am Platze. Gehen Sie beide bitte nicht davon aus, dass jeder der 37.000 DVAG-Vermögensberater die super Ahnung von seinen Produkten oder dem Zeitgeschehen hat.

    Aber wie es in jedem Beruf ist, jeder meint er sei der Beste, könne alles… Im Grunde kann einem das egal sein, nur wenn es um das schöne Geld geht hört der Spaß auf. Ich habe dank solcher selbstüberschätzten, blinden und ahnungslosen Berater schon jede Menge Geld verloren. Ich danke dem Verbraucherschutz, sprich der Ordnungspolitik des Staates dafür, dass dieser Spielraum beschnitten wird (und meiner Meinung noch viel zu wenig).

    Und wenn “Öko-Test” etwas positives im Zusammenhang mit Versicherungen geschrieben hätte, wäre die Headline wohl “die DVAG ist Öko!”…

  7. , 12. März 2012 um 15:41 Uhr

    @ Anastasia Schmitt

    Jeder Wirtschaftsprofessor wird Ihnen sofort uneingeschränkt meine Aussage, die Zinsen werden wieder steigen, bestätigen. Es stellt sich lediglich die Frage des Zeitpunktes. Und der wird beispielsweise auch dann erreicht sein, wenn die aktuell offensive Geldpolitik zu starken inflationären Tendenzen führt.

  8. geraldehrlich, 12. März 2012 um 17:33 Uhr

    @ Anastasie Schmitt

    Auch Ihnen gebe ich z.T Recht. Hätte Öko-test uns über den grünen Klee gelobt, wäre das eine tolle Publicity. Im Umkehrschluss hat sie die DVAG aber auch nicht gerügt.
    Ich gebe Ihnen Recht, dass es bei einem grossen Unternehmen wie dem unseren immer auch “faule Eier” im Korb gibt. Aber die werden sukzessive aussortiert. Das geschieht mit Redakteuren i.d.R. nicht.
    Ich behaupte nicht pauschal der beste VB zu sein, aber für viele meiner Kunden bin ich das Beste was denen passieren konnte – in jeder Hinsicht. Die fragen mich dann, was der Bericht von Stiftung-Warentest, Monitor, markt, etc., etc. im Kern bedeutete. Oft stellen sie dann fest, dass es sie gar nicht betrifft oder erkennen selber, dass die Berichterstattung lediglich EINE Facette eines sehr komplexen Themenbereichs ist.

    Ich erwarte von diesen Medien schon objektive Aufklärung. Wo unterscheiden sie sich sonst von der BILD?
    Und ich bin uneingeschränkt für Verbraucherschutz, denn auch ich bin ein Verbraucher. Aber wo bitte wird der Verbraucher bei diesem Artikel geschützt?

  9. Renate John, 12. März 2012 um 19:23 Uhr

    Egal, ob “DVAG ist Öko!” oder “DVAG ist nicht Öko!”; ich verstehe einfach nicht wie eine Öko-Test, Stiftung Warentest oder viele Verbraucherschützer sagen können “Hört auf für eure Rente zu sparen! Es lohnt sich nicht!”! Ist am Ende gar nichts haben wirklich besser als wenigstens ein bisschen haben? Und dieses wenigstens ein bisschen haben sind immerhin, wie schon erwähnt, 4,2% bei der AM!

    Natürlich soll und kann man die Kosten nicht unter den Teppich kehren, doch egal wo und wie ich mein Geld spare, Kosten habe ich immer! Selbst ein Sparbuch kostet mich Geld; zieht man von der Verzinsung die Inflation ab, ohje, dann kostet es sogar eine ganze Menge…

    Mich würde mal interessieren wo und wie Verbraucherschützer und Co. für ihre Rente vorsorge, ihr Geld anlegen, etc…

  10. Christina Sommerfeld, 12. März 2012 um 21:06 Uhr

    @Renate John

    Es wird in der Regel nicht gesagt, dass die Leute nicht privat vorsorgen sollen. Das Kernproblem ist, dass es am Ende möglich sein kann, dass man mehr eingezahlt hat und man weniger raus bekommt.

    “Und dieses wenigstens ein bisschen haben sind immerhin, wie schon erwähnt, 4,2% bei der AM!”

    Ich habe mal den Finsinger Report 2011 gesucht und gefunden. Dort kann man nachlesen, das die Aachen-Münchener eine durchschnittliche Abschlusskostenquote von 4,9 Prozent hat und eine Verwaltungskostenquote von 2,8 Prozent.

    Das macht in Summe (bitte verbessern Sie mich als Laie, wenn ich falsch liege), dass zunächst von jedem Beitrag 7,7 Prozent abgezogen werden, bevor die 4,2 Prozent greifen. Diese werden ja nur auf den Nettobeitrag gutgeschrieben. Oder?

    Eine Allianz hat als Beispiel nur in Summe 5,0 Prozent und eine Gesamtverzinsung 2012 von um die 4,0 Prozent? Das weiß ich jetzt nicht.

    Genau das sind die Dinge, die mich oft stören. Es wird zwar propagiert, dass man eine hohe Gesamtverzinung hat (ohne Frage), aber das auch Kosten entstehen. Die 4,2 Prozent werden ja nicht, auf den bspw. Monatsbeitrag von 100 EUR brutto gezahlt. Die Kosten werden einfach zu oft, von den meisten, unter den Teppich gekehrt.

    Was die Inflation angeht, die fließt aber dann nicht nur beim Sparbuch mit ein, sondern auch bei einer Lebens- und/oder Rentenversicherung. Das schmälert die 4,2 Prozent dann auch noch mal.

    Das sollte man fairerhalber auch dazu sagen.

    Ich möchte als Kundin offen und ehrlich beraten werden. Ich möchte nicht für dumm verkauft werden und bunte Zahlen sehen. Ich möchte auch wissen, was für Kosten entstehen und ich möchte auch wissen, was mein Berater, Vermittler, Makler an mir verdient.

  11. Anastasia Schmitt, 13. März 2012 um 11:12 Uhr

    @ Herr Dr. Lach,

    keiner kann den Verlauf der Dinge vorhersagen, sonst wäre jeder Wirtschaftsprofessor reich und müsste nicht mehr arbeiten. Die goldene Zeit nach dem Krieg mit dem Wirtschaftswunder, Vollbeschäftigung, wachsenden Märkten und dadurch steigenden Renditen ist vorbei. Die Eurokrise, der Kampf um Rohstoffe und Lebensraum, Krankheiten, Revolutionen, die Atomgefahr bestimmen dieses Jahrzehnt bzw. die nächsten Jahrzehnte.

    Griechenland wird mit Steuergeldern vollgepumpt und Spanien kommt wohl als nächstes. Deutschland ist mit Abstand der größte Ausfallzahler. Wir deutschen, die zu den bedeutendsten Volkswirtschaften der Welt gehören und noch keinen Cent Schulden tilgen konnten. Wann wollen wir das tun? Früher oder später wird das Eurosystem kollabieren. Es ist lediglich eine Frage der Zeit. Alles was einmal stabil und typisch deutsch war, haben wir durch die EZB verloren. Vertrauen kann man da einfach nicht mehr haben, vor allem in steigende Renditen! Und wie sie wissen, ohne Vertrauen funktioniert unser Geldsystem nicht.

    Das mag alles ein bißchen schwarzmalerisch sein, aber eines sollte bisher jedem aufgefallen sein, dass wir alle weit über unsere Verhältnisse leben! Warum ist die USA nicht bankrott, wie war das nochmal? Und was machen die Banken mit dem ganzen Zentralbankgeld? Nichts, Milliarden zum tiefsten Zins, wissen aber nichts damit anzufangen! Also auch noch keine inflationäre Wirkung… Aber ich gebe Ihnen schon recht in dem Punkt, dass irgendwann zu einem gewissen Zeitpunkt „0“ die Zinsen wieder kontinuierlich steigen werden. Aber wissen sie, mit einer Rendite von 4-5% langfristig zu kalkulieren, scheint wohl nicht nur mir etwas abstrakt. Warum gibt es denn schon Staatsanleihen mit negativem Zins, weil es bald lukrative Renditen gibt? Leider nein!

  12. Frank Büch, 13. März 2012 um 13:52 Uhr

    Es ist wieder einmal spannend zu lesen, in welche Richtung hier die Kommentare gehen, eigentlich ging es doch um die umstrittenen Bewertungskriterien und die daraus resultierende Verunsicherung.
    Die Überschussbeteiligung außen vor zu lassen ist in meinen Augen hanebüchen… und selbst wenn sie weggelassen wird, weiß der Sparer (Selbständige) was er garantiert erhält! Ein gesetzlich Rentenversicherter kann hier nur mutmaßen! M.E. nach ein riesiger Vorteil der Kapitaldeckung gegenüber dem Umlageverfahren!

    @ Christina Sommerfeld
    (…doch noch eine Anmerkung, obwohl ich´s lassen wollte :)…)

    Ich hoffe Sie sind beim Kauf Ihrer nächsten Kleidung oder Ihres nächsten Auto´s so energisch und wollen wissen was der Verkäufer, die Handelskette, der Vertrieb, der Hersteller und alle diejenigen Mitverdiener von Ihrem Rechnungsbetrag abbekommen haben!!!
    Kosten sind durchaus wichtig, das ist mir klar, es gibt jedoch durchaus Wichtigeres… z.B. Kunden, die ohne meinen “Beistand” später “alt aussehen” würden.
    Damit meine ich nicht nur den Vertragsschluss, sonder insbesondere auch das “Halten” eines Vertrages auch in schwierigen Zeiten, dies wird oft vergessen… 🙂

    Freundliche Grüße

  13. Christina Sommerfeld, 13. März 2012 um 15:57 Uhr

    @Frank Büch

    Ich glaube nicht, dass man das vergleichen kann.

    Wenn ich mich bspw. beim Abschluss einer privaten Rentenversicherung verpflichte, diesem Unternehmen monatlich sagen wir 100 EUR über die kommenden 35 Jahre anzuvertrauen, dann bin ich der Meinung, dass ich als Kundin auch das gute Recht habe, zu erfahren, wie viel von diesen 100 EUR tatsächlich angelegt und wie viel beim Unternehmen und Vertreter als Kosten verbleiben.

    Wenn ein Unternehmen damit wirbt, die höchste Gesamtverzinsung zu bieten, dann ist es nur fair, auch die Kosten nicht unerwähnt zu lassen. Mir als Kundin bringt es doch nichts, wenn man mit 10 Prozent Kosten abzieht und ich 4 Prozent auf die Nettoprämie bekomme. Rechnet man dann noch die Inflation zu, dann kann man genauso gut auf ein kostenloses Tagesgeldkonto bauen.

    Sicherlich hat man dann nicht die Gewähr das es bis zum Lebensende reicht, aber zumindest hat man wahrscheinlich am Ende auch eine gewisse Portion mehr raus – um es mal überspitzt zu sagen.

  14. Joachim Trapp, 13. März 2012 um 16:12 Uhr

    @ all

    Fondsgesellschaften zahlen auch nicht auf den Ausgabeaufschlag, die Umschichtungsgebühren und auf die Verwaltungsvergütung noch eine Rendite 😉

    Merke: Menschen, Länder , Regionen, Branchen, Unternehmer, Privatpersonen kommen dann nicht vorwärts, wenn sie sich Gedanken darüber machen was alles nicht geht und was so alles schlecht ist.

    Schlau ist zu schauen was geht und was man aktiv tun kann.

    Kostet auch weniger Energie 😉

    Beste Grüße
    Joachim Trapp

    post scriptum: Und bevor es jetzt wieder Kritik hagelt zu dem von mir geschriebenen……..Erst nachdenken, dann noch mal intensiv nachdenken, dann umsetzen und dann erst noch mal kritisieren !

  15. , 13. März 2012 um 16:52 Uhr

    @ Christina Sommerfeld

    Nochmals: seit vielen Jahren sind Lebensversicherer gesetzlich verpflichtet, in jedem Angebot die Abschlußkosten offen zu legen. Die von Ihnen geforderte Fairness ist gegeben.

  16. geraldehrlich, 13. März 2012 um 21:12 Uhr

    Ich habe diese ganze Kostendiskussion noch nie verstanden. Wenn die von Frau Sommerfeld erwähnte Versicherung 99 € Kosten hat und aus 1 € eine erträgliche (was auch immer das ist) Rendite “zaubert”, ist mir das doch schnurz.
    Wenn ich mir ein Auto für 20 TEUR kaufe, interessiert´s mich auch nicht, ob die Kohle für´s Blech, die Fussmatten oder die Verkäuferprovision drauf geht. Entscheidend ist doch IMMER nur, steht mein Einsatz in einem guten Verhältnis zum erhofften/angestrebten Ziel. Und sollte ein/e Produkt oder Dienstleistung eine zugesicherte Eigenschaft nicht besitzen, kann ich Ersatz fordern.
    Das Problem ist meistens die Gier der Menschen! Als es am Markt 9% für die LV gab, wurde ich belächelt und man wollte Aktien kaufen, welche 20% abwarfen. Ich habe trotzdem (hartnäckig) beides vermittelt. Die Leute sind mir heute SOWAS von dankbar.
    Und so wird es auch in 10, 20 oder 30 Jahren sein – egal ob wir dann mit Euro, Drachmen oder Bananen zahlen.

  17. realstory, 13. März 2012 um 23:37 Uhr

    @ Christina Sommerfeld

    Hallo Christina,

    wenn Sie mal rüber schauen würden, zu … And the winner is…

    Dort wird beispielsweise über die Rückstellung für Beitragsrückerstattungen diskutiert (oder kurz RfB).
    Bei näherer Betrachtungsweise werden Sie sich schnell bestätigt wissen.
    Bleiben Sie weiterhin skeptisch und Alles Gute.

  18. Frank Büch, 14. März 2012 um 12:55 Uhr

    @ Christina Sommerfeld

    Sie glauben nicht, dass man das vergleichen kann.
    Ich denke schon!

    … und wissen Sie was, wir beide haben Recht!!!…

    In diesem Sinne 🙂

  19. Matthias Buhl, 15. März 2012 um 14:33 Uhr

    Es ging ja glaube ich ursprünglich um das Thema Öko-Test und die Bewertung von Finanzprodukten. Ich finde es grundsätzlich gut, dass solche Zeitschriften Finanzprodukte bewerten und dem Verbraucher Wissen an die Hand geben um sich im Dschungel der Finanzprodukte zurecht zu finden. Das gelingt wie im erwähnten Beispiel bei Öko-Test vielleicht nicht immer gut aber es gibt auch gute Ansätze wie z.B. den der Stiftung-Waren Test. Hier gibt es einen kostenlosen Rendite-Rechner für Lebensversicherungen, der evt. auch dem ein oder anderen Helfen kann mal einen Einblick zu bekommen was tatsächlich am Ende bei seinen laufenden Verträgen an Netto-Verzinsung rausspringt. Bitte dabei Immer berücksichtigen dass eine Lebensversicherung neben der Verzinsung des Kapitals zusätzliche Absicherungen bietet. Wem das dann zu wenig ist der kann sich ja gerne mit seinem Vermögensberater zusammen setzen und über Alternativen sprechen, Vor- und Nachteile abwägen und eine informierte Entscheidung treffen.
    So läuft das jedenfalls in meiner Praxis.

    Wen es interessiert hier geht es zu dem erwähnten Rechner.

    http://www.test.de/themen/versicherung-vorsorge/rechner/Lebensversicherung-Fortfuehren-kuendigen-oder-stilllegen-1159371-2159371/