“Exzess” der anderen Art

4. März 2012 | 1.093 mal gelesen

Gerne wird in den letzten Jahren über Provisionen “geschimpft”. Meist wird dabei der Blick auf die Kostensituation von Vermittlern und Beratern vergessen. Also eine rein ideologische Diskussion, in der Regel geschürt durch die Verbraucherzentralen, die selbst gerne mehr Kundschaft hätten.

Ratsam wäre stattdessen ein Blick auf ein ganz anderes Feld: Auf das der angeblich unabhängigen Online-Portale. Denn was dort inzwischen geschieht, hat den Begriff “Exzess” tatsächlich verdient.

So wurde bekannt (siehe Financial Times vom 29.02.), dass das Vergleichsportal Check24 in der Kfz-Wechslersaison 2011/12 für jeden Anzeigenklick in Google, z.B. für den Suchbegriff “Autoversicherung”, bis zu 15 Euro an den Internetriesen bezahlt hat.

Daraus ergibt sich eine einfache Rechnung: Bei rund 500 Euro Jahresprämie für eine neu abgeschlosssene Autoversicherung, großzügig gerechneten 75 Euro Provision für Check24 und einer offensiv unterstellten “Conversion-Rate” (Anzahl Google-Klicks pro Abschluss) von 10:1 liegen allein die an Google überwiesenen Werbekosten zu 100% über den Einnahmen von Check24. Kosten für Verwaltung sind dabei noch nicht einmal berücksichtigt.

Wie kann dieses Geschäftsmodell funktionieren? Nur dann, wenn es noch andere Geldgeber gibt. Mit Blick auf die vermeintliche Unabhängigkeit der Portale: Ein Schelm, der Böses dabei denkt.


Kommentare für diesen Artikel (16)

  1. U.Schulz, 5. März 2012 um 08:31 Uhr

    Bevor andere für die Klicks für Google-Aufrufe kritisiert werden, sollte gefragt werden, warum dies denn “unlauter” sein soll.
    Wieviel zahlt denn die DVAG für ihre Klicks?

    Herzliche Grüße
    U.Schulz

  2. , 5. März 2012 um 10:14 Uhr

    U.Schulz

    Es wurde nicht behauptet, die Vorgehensweise sei unlauter. Hinterfragt wurde, ob Portale tatsächlich so unabhängig sind, wie sie es in ihrer Werbung darstellen.

    Die DVAG kauft keine Leads. Die Kundengewinnung läuft stattdessen fast ausschließlich über Empfehlungsnahme.

  3. U.Schulz, 5. März 2012 um 11:14 Uhr

    Hallo Herr Lach,

    ich habe gerade die Internetseite von Check24 angesehen. Da steht nichts von unabhängig. Unterstellen Sie nicht etwas, was gar keiner behauptet hat?

    Wenn Sie sagen, dass die DVAG keine Leads kauft, geben Sie mir also Recht, dass auch die DVAG Geld für die Google-Werbung zahlt? Und die DVAG ist ja auch nicht unabhängig.

    Herzliche Grüße
    U.Schulz

  4. Frank Büch, 5. März 2012 um 18:38 Uhr

    @ U.Schulz

    Hallo Herr Schulz,

    Zitat von der Internetseite besagten Anbieters: …Dann machen Sie den kostenlosen und unabhängigen Versicherungsvergleich… Zitat Ende!!!!

    Übrigens gleich der 2. Satz!!! im Text zum Thema “Versicherungsvergleich”.

    Die Vermögensberater der DVAG bieten branchenübergreifende Allfinanzberatung und dies wird meines Erachtens nach auch überall so kommuniziert.

    In diesem Sinn,
    beste Grüße 🙂

  5. dreyli, 5. März 2012 um 23:01 Uhr

    Check24 ist auch kein kleines Vergleichsportal sondern es hängt die Allianz dahinter. Durch die Anzahl an Vertägen die Check jährlich umsetzt erhalten die nicht nur mit 75€ Provision sondern teilweise auch mal bis zu 100€ – Das Geschäftsprinzip der günstigen Onlineversicherer leidet aber so auf dauer!

  6. i386, 5. März 2012 um 23:28 Uhr

    Guten Abend,

    @U.Schulz

    mit einem einfachen “Klick” auf der Homepage hätte man es lesen können was zu diesem Thema steht. Hier ein Link mit dem Screenshot http://db.tt/wOGORG3r (Stand 05.03.12 23:19) wobei doch deutlich wird das exakt “Dann machen Sie den kostenlosen und unabhängigen Versicherungsvergleich von CHECK24.” auf der Homepage steht.
    Ich kann mich in diesem Sinne meinem Vorredner anschliessen.

  7. Anastasia Schmitt, 6. März 2012 um 08:45 Uhr

    1. Ist Check24 nicht das einzige Unternehmen, welches für „clicks“ an Google bezahlt. Manche werden es wohl kaum glauben, aber Google „lebt“ auch von irgendwas! In Dublin steht die europäische Zentrale, in der sitzen etagenweise Menschen die solche Verträge abwickeln.

    2. Versteh ich diese „Unabhängigkeitsgeschichte“ mit Check24 ebenfalls nicht. Die DVAG bezeichnet sich als branchenübergreifend, wo man zuerst einmal nicht genau weiß, ob das gut oder schlecht ist. Hört sich zumindest gut an, wobei die Vertragspartner fest sind und die Produkte immer gleich. In Sachen Unabhängigkeit ist Check24 der DVAG wohl sehr weit voraus.

  8. Robert Reichelt, 8. März 2012 um 10:26 Uhr

    Frau Schmitt, damit man die Aussage treffen kann ” In Sachen Unabhängigkeit ist Check24 der DVAG wohl sehr weit voraus”, müsste ja die Tatsache zu Grunde liegen, das die DVAG versucht ihr Geschäftsmodell zu verändern. Dies ist aber eindeutig nicht der Fall. Sie sind nun schon so lange in diesem Blog unterwegs und es kommt mir vor als verdrängen Sie jede Art von Information die Sie hier erhalten. Mir ist KEIN Vermögensberater der DVAG bekannt, welcher auch nur Ansatzweise seinen Kunden eine Anbieterunabhängigkeit im Bereich der Versicherungen propagiert. BRANCHENUNABHÄNGIG! – da werden auch Sie, Frau Schmitt, nichts dran ändern!
    Sie scheinen ja eine sehr Interessierte Person zu sein. Besuchen Sie doch einmal unser neues Vermögensberater Zentrum (ZVB) in Marburg, Sonntags sind für Besucher die Ausstellungen geöffnet. Dort werden Ihnen sicher viele, viele Dinge klarer und evtl. werden Sie vielleicht ein Stück weit mehr verstehen, warum wir Vermögensberater in solchem Maße, wie es Ihnen anscheinend oft nicht schmeckt, zu unserem Unternehmen stehen.

    viele Grüße aus Braunschweig

    Robert Reichelt

    PS: Im ZVB kann man nicht nur viel Lernen, sondern auch einfach mal entspannen. Viele vergessen diese wichtige Art der Freizeitgestaltung oft;-)

  9. Uwe 3er, 8. März 2012 um 11:56 Uhr

    Komisch … eigentlich ging es darum, wie unabhängig angeblich unabhängige Vergleichsportale agieren und nun könnte man glatt schon wieder aus einem älteren Schlager zitieren ” Ich glaub, es geht schon wieder los … ” 😉 Wir Vermögensberater der DVAG arbeiten nicht unabhängig vom Rest der Welt, sondern aus guten Gründen unabhängig von Produktvorgaben, Verkaufsvorgaben, Sollzahlen usw. Wir beraten branchenübergreifend, d.h. es geht darum, ein Konzept für unsere Kunden zu entwickeln, das lebensbegleitend hilft IHRE Wünsche und Ziele zu erreichen, UNABHÄNGIG davon, aus welcher Finanzsparte ein hilfreiches Produkt stammt. Produkte ändern sich, aber Konzepte tragen … Und meine Erfahrung der letzten 15 Jahre zeigt, dass wir von unseren Produktpartnern so angenehm “abhängig” sind, wie ein leckerer Pilz von seinem guten Boden. Fachleute sprechen hier auch von einer gelungenen Symbiose, statt von vorgegaukelter Unabhängigkeit.

    In diesem Sinne … 😉

    PS: Symbiose (von griechisch σύν sýn ‚zusammen‘ sowie βίος bíos ‚Leben‘)[1] bezeichnet in Europa die Vergesellschaftung von Individuen unterschiedlicher Arten, die für beide Partner vorteilhaft ist.

  10. Anastasia Schmitt, 8. März 2012 um 15:47 Uhr

    Herr Reichelt, ich habe auch nicht behauptet, dass die DVAG sich als unabhängig bezeichnet. Mir missfällt es einfach, wenn die „Konkurrenz“ öffentlich in ein schlechtes Licht gerückt wird, mit Gerüchte die nicht belegt werden können. Der DVAG steht es natürlich völlig frei, dies auch weiterhin zu tun. Aus meiner beruflichen Erfahrung kann ich sagen, dass dies niemals Teil der Öffentlichkeitsarbeit war und auch niemals sein wird. Ein gefestigtes Unternehmen hat solch ein Vorgehen meiner Meinung nach auch nicht nötig!

    Gegen die Branchenunabhängigkeit hab ich ja auch nichts Negatives geschrieben, ein Arzt ist im Allgemeinen ja auch branchenunabhängig 😉 (kleiner Spaß).

    Und Sie werden es wohl kaum für möglich halten, aber ihre Information bezüglich des ZVB finde ich sehr interessant! Das werde ich mir (versprochen) auch einmal ansehen, vielleicht verstehe ich dann wirklich einiges mehr.

    Grüße
    Anastasia

  11. Robert Reichelt, 8. März 2012 um 18:01 Uhr

    @Anastasia Schmitt, ok…vielleicht habe ich etwas viel in Ihre Antwort hineininterpretiert! Sie müssen zugeben, das man schon aufgrund Ihrer Blogbeiträge in “Stellung” gehen “muß”. Sonst wird man von Ihnen einfach schriftlich niedergemetzelt:-)
    Dies hier ist halt ein Werbeblog, und bsp. aus den USA kennt man ja die Darstellung vergleichender Werbung (Stichwort Pepsi vs. Cola), man kann sich tierisch drüber aufregen oder das Ganze mit einem 😉 hinnehmen.
    Schön, das der Tip bez. ZVB Marburg für Sie neu war und wow – das Sie sogar über einen Besuch nachdenken.

    allen einen schönen Abend, aber Ihnen einen ganz besonderen Frau Schmitt!

  12. Joachim Trapp, 8. März 2012 um 18:24 Uhr

    Frau Schmitt, sind Sie denn “Konkurrenz” ?

    Einmal tun Sie so als wüßten Sie alles und einmal tun Sie so als wären Sie ahnungslos, outen Sie sich doch endlich mal.

    Und wenn Sie nicht wissen ob branchenunabhängig gut oder schlecht ist, dann finden Sie es doch einfach erst einmal heraus und schreiben dann darüber.

    Sie sollten eines wissen: Wichtig ist das Sie einen Berater haben wo ehrlich daran intessiert ist Vertrauen aufzubauen und gleichsam Ihnen hilft Ihre Zukunft aufzubauen.

    Und sollten Sie Beraterin sein, egal wo auch immer, dann sollte das auch auf Ihren Fahnen stehen, denn daraus schließen sich viele weitere positive EIgenschaften und Ideale an.

    Beste Grüße
    Joachim Trapp

    post scriptum: Und wer glaubt das Portale diese Ideale haben, der sollte wieder Märchenbücher lesen 😉

  13. realstory, 8. März 2012 um 22:04 Uhr

    Hallo Anastasia,

    ich darf Ihnen aus eigener Erfahrung berichten, dass es wirklich keine echte Alternative zur DVAG gibt.
    Das Ausbildungs- und Schulungssystem, die Seminare ( beispielsweise mit Nikolaus B. Enkelmann ) oder die diversen Aufenthalte in den Schulungszentren in Österreich und Portugal sind einmalig.
    Die größte Bestätigung, dass die Strategie ” Alles aus einer Hand ” richtig ist, erfährt die DVAG dadurch, weil viele Mitbewerber diese bewährte Strategie kopieren wollen.
    Gehen Sie doch mal in eine Bank xy und lassen sich über Vermögensaufbau beraten. Sie werden schnell feststellen müssen, dass der Bankberater zuerst auf Versicherungsprodukte eingeht.
    Obwohl er doch Banker ist. Komisch, oder?

    Alles Gute und eine schöne Zeit

  14. Anastasia Schmitt, 9. März 2012 um 11:16 Uhr

    @Robert Reichelt

    Es werden oft Antworten hineininterpretiert, liegt teilweise wohl auch am „Schriftverkehr“. In Textform keine Missverständnisse aufkommen zu lassen funktioniert einfach nicht. Vergleichende Werbung finde ich auch in Ordnung, solange auch der Mehrwert nachgewiesen werden kann. Genau das ist meist die Schwierigkeit, getätigte Aussagen sind verpflichtend. Und das ZVB werde ich auf jeden Fall einmal besuchen. Dem Konzept der DVAG stehe ich kritisch gegenüber, das muss ich zugeben. Bin aber nicht verbissen, d. h. offen für Fakten und neue Ansichten.

    @Joachim Trapp

    Nein, ich bin nicht von der Konkurrenz. Es gibt gewisse Branchen in denen ich nicht arbeiten würde (rein interessehalber). Ich tue nicht so als wäre ich ahnungslos. Wenn von etwas keine Ahnung habe, dann behaupte ich auch nichts, lediglich meine Ansichten gebe ich weiter. Und wenn ich Ahnung habe, dann beziehe ich auch einmal kritisch Stellung zu Sachverhalten. Und ich habe in meinem Leben auch schon einiges gelernt, das können sie mir ruhig glauben 😉

    Ein ehrlicher Berater ist super, wenn er zudem noch die fachliche Kompetenz aufweist, perfekt. Nur hatte ich diesbezüglich bisher sehr oft Pech. Dabei war auch die DVAG mit im Rennen, was meiner Meinung nach dem Konzept geschuldet ist. Soll aber wiederum nicht heißen, dass es grundlegend schlecht ist! Und Ideale hin oder her, schlussendlich geht es um Profit (immer und überall).

    @realstory

    Das mit dem Bankberater hab ich auch schon festgestellt. Wie geschrieben, ein bißchen Erfahrung habe ich auch. Nur wurde ich anschließend auf Versicherungen hingewiesen und nicht zu Beginn. Anders herum wäre es auch zu schräg 😉

    Alternativen gibt es eigentlich immer, auch zur DVAG. Auch das Konzept der DVAG hat Stärken und Schwächen, zu denen man auch ohne weiteres stehen kann, finde ich zumindest. Das hier keine Schwächen dargestellt werden leuchtet mir auch ein, aber dafür gibt es ja diesen Blog zum diskutieren 😉

    Wünsche Ihnen allen ein schönes Wochenende!

    Grüße
    Anastasia

  15. Jack Hofmann, 10. März 2012 um 07:21 Uhr

    Insbesondere im Versicherungsbereich, vor allem bei der Lebens- und Rentenversicherung, wäre mehr Transparenz in puncto Provisionen für den Versicherungsnehmer wünschenswert.
    Lebens- und Rentenversicherung werden schon seit vielen Jahren vor allem als Geldanlage zur Altersvorsorge vermarktet.
    Und bei anderen Geldanlagen wie z.B. Fondsanlagen sind die Kosten (Ausgabeaufschlag und Gebühren) ja auch für den Kunden transparent. Es spricht also nichts dagegen dies auch im Lebensversicherungsbereich einzuführen.

  16. , 10. März 2012 um 10:56 Uhr

    @ Jack Hoffmann

    Es besteht auch in der Lebensversicherung seit vielen Jahren die gesetzliche Verpflichtung zur Offenlegung der Abschlußkosten.