Alles gut?

27. Januar 2012 | 757 mal gelesen

Deutschland im Januar 2012:

Immer weniger Arbeitslose, Wirtschaftswachstum, steigende Unternehmensgewinne,
AAA-Rating, hohe Innovationskraft, DAX im Höhenflug, Inflationsrate unter 3 Prozent, Musterknabe Europas …

All dies und vieles mehr sollte und darf zuversichtlich stimmen.

Aber es gibt auch Entwicklungen, die Anlass zur Sorge geben: Die demografische Entwicklung, die hohe Staatsverschuldung oder die schon bald aus Umlagen nicht mehr finanzierbaren Ausgaben der sozialen Sicherungssysteme. Kein Grund also für Deutschland, seine Politiker, Bürger und Unternehmen, sich in Sicherheit zu wiegen.

Mit dazu gehört auch die seit Jahren sinkende reale Kaufkraft der Bürger, die sich nach einer aktuellen Studie der Hans-Böckler-Stiftung auch im Jahr 2011 fortgesetzt hat. Denn die durchschnittlichen Tariferhöhungen in Höhe von 2 Prozent lagen unterhalb der Inflationsrate in Höhe von 2,3 Prozent. Die Folge: Für immer mehr Menschen wird es immer schwieriger, dringend notwendige private Altersvorsorge aufzubauen. In Verbindung mit der desaströsen Perspektive der gesetzlichen Rentenversicherung eine Entwicklung, die in jedem Falle Anlass gibt, gegenzusteuern.


Kommentare für diesen Artikel (1)

  1. Eckhard Stephan, 27. Januar 2012 um 23:07 Uhr

    Donnerwetter, Herr Dr. Lach, einen solchen Blogbeitrag aus Ihrer Feder. Respekt! Sie treffen den „Problem“nagel auf dem Kopf. Wir können nur unserem Anspruch hinsichtlich privater Vermögensbildung beim „Ottonormalverbraucher“ nachkommen, wenn auch etwas zu beraten und aufzubauen da ist. Doch dieses Etwas erodiert mit zunehmender Intensität! Als Vermögensberater erfahre ich diese unbefriedigende Situation in meiner Arbeit beim Kunden. Wir erleben m. E. beginnendes zivilisatorisches Totalversagen der kapitalistischen Marktwirtschaft, denn es wird derzeit Politik realisiert, die immer weniger Teile der Gesellschaft am (gemeinsam) erreichten wirtschaftlichen Erfolg partizipieren lässt. Die Gewinne der Konzerne und Kapitaleigner wachsen seit Jahren zweistellig, und wie es mit den Löhnen und Gehältern der abhängig Beschäftigten aussieht, haben Sie in Ihrem Blogbeitrag angeführt. Ihre Aufforderung, diesem Desaster entgegenzusteuern, ist auf dem Boden erodierender Fundamente nur mit allergrößter (vermögensberaterischer) Standfestigkeit möglich. Doch wie lange noch? Beste Grüße aus Berlin vom Vermögensberater Eckhard Stephan.