Gebundene Ungebundene

25. Januar 2012 | 954 mal gelesen

Vielfach wurde hier in unserem Blog bereits darüber diskutiert, ob nicht die Zusammenarbeit mit einem Pool den Makler in eine ganz neue Form der Abhängigkeit bringt und ihn so – trotz Maklerstatus – zu einem gebundenen Vermittler macht: gebunden an den Maklerpool.

Dazu das Zitat des “Jungmaklers des Jahres” in der aktuellen Ausgabe der Finanzfachzeitschrift procontra (S. 50):

“Nein, ich werde nie mit Pools zusammen arbeiten. Weil ich mir von Pools nicht vorschreiben lassen will, wo ich mein Geschäft hinbringe.”

Noch überzeugender als in dieser Form lässt sich wohl die Beschneidung der Unabhängigkeit des Maklers durch Pools nicht vermitteln.


Kommentare für diesen Artikel (11)

  1. D, 25. Januar 2012 um 11:20 Uhr

    Genau…;-)

    Sich vorschreiben zu lassen, im Vorsorgebereich nur die Produkte der Aachen Münchener zu vermitteln, ist natürlich vieeel besser.

    Herr Dr. Lach, es ist immer wieder schön von Ihnen zu lesen.

  2. Michael, 25. Januar 2012 um 13:31 Uhr

    Sehr geehrter Herr Dr. Lach,

    vorweg noch eine Frage. Wo ist denn mein Beitrag zur Beratungsqualität I hingekommen? Haben sie den übersehen?
    Nun zu ihrer These mit der Bindung an einen Pool. Haben Sie denn schon mal einen Pool angeschaut, wie dieser arbeitet? Machen Sie allerdings nicht den Fehler die DV als einen Pool zu betrachten. Denn genau, das was sie schreiben trifft doch auf die DV zu. Ein Pool arbeitet aber ganz anders. Es besteht ja z.b. auch die Möglichkeit Anbindungen an mehrere Pools zu haben. Ausserdem können Direktvereinbarungen unterhalten werden, man kann sich einem genossenschaftlichen Maklerzusammenschluss anschließen, und und und…Da stellt sich mir die Frage, was mich von einem Pool so abhängig machen soll, wie sie es darstellen. Und ihre ganze These auf die Aussage eines einzigen Maklers zu stützen halte ich doch sehr gewagt…

    Viele Grüße

    Michael

  3. Frank Schmidt, 25. Januar 2012 um 14:07 Uhr

    Hallo

    Auch wenn er der „Jungmakler des Jahres“ ist, so ist es seine Meinung, wenn er nicht mit Pools zusammen arbeiten will. Diese Meinung kann richtig, aber auch falsch sein. Ich weiß ja nicht mit welchen Pools er mal zusammen arbeiten wollte, denn ich kenne keinen seriösen Maklerpool, der die Makler zwingt, Geschäft dorthin zu bringen.

    Viel interessanter ist aber, dass er selbst mit freien Beratern kooperieren kann. Das ist ein erster Schritt hin zu einem Pool. Mit dem würde er auch nicht zusammenarbeiten, nein, er wäre der Pool.

    Und zum letzten Satz, Ihrem Fazit: „ Noch überzeugender als in dieser Form lässt sich wohl die Beschneidung der Unabhängigkeit des Maklers durch Pools nicht vermitteln.“

    Na ja, was sollen Sie da auch anders schreiben.

    MfG
    FS

  4. Jürgen Hartenstein, 25. Januar 2012 um 15:47 Uhr

    Sehr geehrter Herr Dr. Lach,
    Ohne den Artikel gelesen zu haben vermute ich, daß dieses Zitat aus dem Zusammenhang gerissen wurde. Anders ist so eine Aussage gar nicht zu erklären.
    Kein Pool beschneidet irgendeinen Makler in der Produktauswahl. Der Makler entscheidet wo er das Geschäft einreicht und kein Pool. Das wissen wir beide doch ganz genau 😉

  5. , 25. Januar 2012 um 23:30 Uhr

    @ Michael

    Naja, immerhin Makler des Jahres und auch der Vorsitzende des Maklerverbandes hat sich exakt in diese Richtung geäußert.

  6. , 25. Januar 2012 um 23:32 Uhr

    @ Frank Schmidt

    Da haben Sie vollkommen Recht. Jeder, der hier postet weiß, dass es sich um einen Unternehmensblog handelt und ich Vertreter der Interessen dieses Unternehmens bin 🙂

  7. Jürgen Hartenstein, 26. Januar 2012 um 07:32 Uhr

    Lieber Dr. Lach,
    richtig ist lediglich die Tatsache, daß es “Pools” gibt, die eine Einreicher sämtlicher Verträge über diesen Pool vertraglich vorschreiben. Demnach ist das für mich kein Pool, sondern eher eine Vertriebsgesellschaft und ist deswegen in meinen Augen kein richtiger Pool. Ich habe um möglichste viele/alle Versicherer anbieten zu können Anbindungen an 4 Pools und natürlich auch eine ganze Reihe Direktanbindungen. Bei diesen Pools handelt es sich um solche, die eben nicht auf Einreichung bei diesen bestehen. Ich kann dort einreichen muß es aber nicht !! Somit habe ich auf ca. 100 Versicherer Zugriff. Wenn man sich an “richtige” Poos wendet, wie oben beschrieben sehe ich daran nicht schlechtes. Im Gegenteil. Somit kann ich dem Berufsbild Makler erst gerecht werden. Hinzu kommt, daß gerade die größeren Gesellschaften Mindestumsätze verlangen, damit man bei diesen eine Direktanbindung bekommt. Das war mit mir anfangs nicht zu machen und somit habe ich eine Direktanbindung abgelehnt. Gut, das es alternativ eben die kritisierten Marklerpools gab 😉

  8. Michael, 26. Januar 2012 um 09:01 Uhr

    Guten Morgen Herr Dr. Lach,

    zuerst schade, dass sie kein Wort zu meinem verlorenen Blogbeitrag geschrieben haben.
    Schade auch, dass sie nicht zu den vier Postings wirklich Stellung beziehen. Wenn es hier auch ein Unternehmensblog ist, so können sie doch aus ihrer Überzeugung heraus etwas auf die Diskussion eingehen.
    Um welchen Maklerverband handelt es sich denn? Und was hat der betreffende Vorsitzende genau gesagt? Können sie mir noch kurz die Quelle zeigen?
    Es handelt sich im übrigen nicht um den Makler des Jahres, sondern um den Jungmakler des Jahres. Evtl. muss er auch noch ein paar Dinge dazulernen…

    Viele Grüße

    Michael

  9. Tim Wolff, 26. Januar 2012 um 09:10 Uhr

    Wie immer geht es immer wieder Menschen darum, das ‘perfekte System’ anzustreben. Wenn der einzelne kapiert, dass es das NICHT gibt, und auch niemals geben wird, dann fällt es auch leichter, dem einzelnen zu akzeptieren, dass es darum geht, dass ein GUTES bzw. SEHR GUTES System, was aber eben nicht perfekt sein kann, eine tolle Lösung ist.
    So ist eben weder Porsche, noch Mercedes, BMW oder Audi perfekt. Und jeder Kunde kann doch selbst entscheiden, was er möchte:
    Eine lebenslange Betreuung von einem anständigen Vermögensberater, dessen Produkte genau darauf abgestimmt sein müssen, eben bei Situationsänderungen mit dem Kunden reagieren zu können – oder eben ein ggfs. unflexibles, superkostengünstiges dadurch aber auch unflexibles Produkt, was eben bei Situationsänderungen nicht reagieren kann.
    Beides zusammen wird halt nicht gehen.
    Ein Lada kostet weniger als ein Mercedes – bietet dafür auch weniger. So ist nun mal die Wirtschaft. Jeder, der etwas anderes behauptet, hats nicht verstanden…

  10. , 26. Januar 2012 um 09:49 Uhr

    @ Michael

    Es bleibt mir überlassen, auf welche Kommentare ich in welcher Form eingehe. Das Zitat des erwähnten Verbandschefs finden Sie hier im Blog.

  11. Markus Sliwka, 31. Januar 2012 um 10:45 Uhr

    Hierzu fällt mir immer wieder das Zitat von John Ruskin ein, das mich seit meiner Abiturientenzeit begleitet:

    Billig ist nicht gut genug

    Es gibt kaum etwas auf dieser Welt, das nicht irgend jemand
    ein wenig schlechter machen und etwas billiger verkaufen
    könnte, und die Menschen, die sich nur am Preis orientieren, werden die gerechte Beute solcher Machenschaften.

    Es ist unklug zuviel zu bezahlen, aber es ist noch schlechter, zuwenig zu bezahlen.

    Wenn wir zuviel bezahlen, verlieren wir etwas Geld, das ist
    alles. Wenn wir dagegen zu wenig bezahlen, verlieren wir manchmal alles, da der gekaufte Gegenstand die ihm zugedachte Aufgabe nicht erfüllen kann.

    Das Gesetz der Wirtschaft verbietet es, für wenig Geld viel Wert
    zu erhalten. Nehmen wir das niedrigste Angebot an , müssen
    wir für das Risiko, das wir eingehen, etwas hinzurechnen.

    Und wenn wir das tun, dann haben wir auch genug Geld, um
    etwas Besseres zu bezahlen.

    John Ruskin
    (Engl. Sozialreformer 1819-1900)