Rentendialog

23. Januar 2012 | 843 mal gelesen

Die gesetzliche Rentenversicherung tragfähig zu reformieren, ist mit Blick auf die demografische Entwicklung und auf das benötigte Mindestauskommen eines Rentners im Grunde ein aussichtsloses Unterfangen. Dennoch ist es richtig und notwendig, dass die Politik immer wieder Reformansätze sucht und umsetzt.

So gerade die Sozialministerin, die im Rentendialog überparteilich Lösungen sucht, um Altersarmut als “Breitenproblem” zu verhindern. Schon in wenigen Wochen soll der Reformvoschlag vorliegen und bis zur Sommerpause verabschiedet werden.

Der Ansatz: Die Beiträge von Geringverdienern sollen mehr Rentenpunkte erhalten und werden so aufgewertet, was im Alter zu einer höheren Rente führt. Diese soll allerdings auf 850 Euro im Monat limitiert werden. Und die Zusatzrente gibt es auch nur dann, wenn der zukünftige Rentner zusätzliche private Altersvorsorge nachweisen kann.

So weit so gut. Unklar hingegen die Finanzierung der benötigten rund 3 Milliarden Euro p.a.

Beitragseinnahmen stehen nicht zur Verfügung, denn diese reichen schon heute längst nicht mehr aus: Die jährlich rund 220 Milliarden Euro Rentenzahlungen müssen schon jetzt mit 80 Milliarden Euro Steuergeldern subventioniert werden.

Bleibt also auch bei den aktuellen Überlegungen für eine erneute Rentenreform: Wer soll es bezahlen?


Kommentare für diesen Artikel (6)

  1. Anastasia, 24. Januar 2012 um 17:10 Uhr

    Herr Dr. Lach,

    220 Mrd. EUR Rentenzahlungen müssen durch 80 Mrd. EUR Steuergelder finanziert werden? Woher sind diese Daten, dachte eher an einer gesamte Staatsverschuldung um 80 Mrd. EUR im gesamten Sozialsystem.

  2. Marcel H. Costin, 25. Januar 2012 um 18:20 Uhr

    Anastasia, schauen Sie mal hier:

    http://bund.offenerhaushalt.de
    –> BMAS –> Sozialversicherung –> alle “Renten” addieren.

    .

    Mit besten Grüßen,
    Marcel H. Costin
    – Vermögensberater –
    Metropolregion Düsseldorf/Köln
    0177/7616059

  3. Marcel H. Costin, 25. Januar 2012 um 18:30 Uhr

    Kurze Anmerkung noch um die Zahlen richtig zu deuten.

    Die 220Mrd € werden zu 3/4 etwa durch Beiträge gezahlt und zu 1/4 = 80Mrd€ durch Zuschüße. Es werden demnach auf der Seite NUR die Zuschüße aus dem Steuerbudget angezeigt. 😉

    .

    Mit besten Grüßen,
    Marcel H. Costin
    – Vermögensberater –
    Metropolregion Düsseldorf/Köln
    0177/7616059

  4. Michael, 26. Januar 2012 um 08:55 Uhr

    nichts für ungut, aber wird in der dvag immer so großzügig gerechnet? 1/4 von 220 = 80????

  5. Anastasia, 26. Januar 2012 um 10:03 Uhr

    Hallo Herr Costin,

    danke für die Erleuchtung 😉 Kannte die Seite schon, allerdings wusste ich auch nachdem ich die Einleitung gelesen habe nicht, was die Zahlen genau aussagen. Danke!

  6. Marcel H. Costin, 26. Januar 2012 um 10:04 Uhr

    Pardon Michael,

    danke für den Hinweis. Habe es bereits selbst gemerkt als ich die Nachricht abgeschickt hatte, da war es schon zu spät.

    Was jedes Kind gleich erkennt: Ungefähr 1/3 Zuschuß und 2/3 Beiträge, die Daumenregel 3/4, 1/4 gilt seit einigen Jahren nicht mehr. Wie man sieht, es tut sich da richtig was auf dem Sektor und das Rentensystem wird in den nächsten jahren immer mehr durch Steuern gegenfinanziert werden müssen.

    Das beweißt aber auch eines, bei der DVAG arbeiten Menschen, wir sind nicht perfekt und wir machen auch Fehler. Jeden, den ich nun mit dieser Erkenntnis enttäuschen muss, es tut mir leid. 😉

    …und ich werde es eines Tages wieder tun… mit Sicherheit…

    .

    Mit besten Grüßen,
    Marcel H. Costin
    – Vermögensberater, Geldlehrer –
    Metropolregion Köln/Düsseldorf
    0177/7616059