Fünf Jahre …

3. Januar 2012 | 947 mal gelesen

Es war das Jahr 2006, also vor gut fünf Jahren, als die Regierung Schröder die sukzessive Anhebung des regulären Renteneintrittsalters auf 67 Jahre beschlossen hat.

Fünf Jahre – eine lange Zeit. Aber so lange hat es gedauert, bis jetzt endlich in den Medien das richtig bewertet wird, was damals beschlossen wurde: Eine faktische Rentenkürzung beträchtlichen Ausmaßes, die mit Blick auf die demografische Entwicklung richtig war.

Nun ist die Aufregung auf einmal groß, denn die stufenweise Anhebung beginnt ab diesem Jahr (2012) und erreicht im Jahr 2029 ihr Ende.

Für noch mehr Aufregung aber sorgt in Verbindung damit eine ebenfalls seit vielen Jahren nachweislich bekannte Tatsache: Nämlich die, dass ungefähr jeder zweite Beschäftigte schon das heutige reguläre Renteneintrittsalter von 65 Jahren nicht erreicht und auch daraus resultierend – zumindest teilweise – Rentenabschläge in Kauf nehmen muss.

Es wird also jetzt immer deutlicher: Altersarmut als “Flächenproblem” ist programmiert. Rette sich wer kann mit privater Vorsorge.


Kommentare für diesen Artikel (14)

  1. Thomas S., 3. Januar 2012 um 10:28 Uhr

    Sehr geehrter Herr Dr. Lach, Sie schreiben und ich darf Sie zitieren: “Es war das Jahr 2006, also vor gut fünf Jahren, als die Regierung Schröder die sukzessive Anhebung des regulären Renteneintrittsalters auf 67 Jahre beschlossen hat. …”

    Ihre Angaben stimmen so nicht, denn 2006 war die Regierung Schröder nicht mehr im Amt.

    Am 18.09.2005 fanden vorgezogene Neuwahlen statt, die darin gipfelten, dass für eine Fortführung der rot-grünen Regierungskoalition die Stimmen der Regierungsparteien nicht ausreichten.

    Gerhard Schröder erklärte letztlich seinen Rückzug aus der Politik, blieb aber auf Ersuchen des Bundespräsidenten auch nach der konstituierenden Sitzung des neuen Deutschen Bundestages am 18.10.2005 im Amt, bis Angela Merkel am 22.11.2005 zu seiner Nachfolgerin gewählt wurde. Sein Bundestagsmandat legte er am 23.11.2005 nieder.

    Richtig ist, dass die Anhebung des Eintrittsalters für die volle Rente von 65 auf 67 Jahre im März 2006 mit den Stimmen von Union und SPD (= Große Koalition beschlossen wurde.

  2. Wolfgang, 3. Januar 2012 um 10:43 Uhr

    Heute steht in der Presse: Rentenkritik verärgert Koalition. Seehofer (Bayr. Ministerpräsident) in eigenen Reihen und bei der Opposition unter Beschuß. …
    …..Seehofer hatte am Wochenende gewant, dass die Beschäftigungsmöglichkeiten für Arbeitnehmer über 50 sich spürbar verbessern müssten. ” Sonst wird die Verlängerung der Lebensarbeitszeit zur faktischen Rentenkürzung” Über die Gefahren der Altersarmut müsse öffentlich debattiert werden. ” Mit mir ist eine massenhafte Rentenkürzung nicht zu machen “.
    DGB-Chef Michael Sommer: ” politische Fehlentscheidung ”
    SPD-Sozialexpertin Anette Kramme: “Politischer Stimmenfang bei Seehofer”
    Müntefering: “Es gibt Menschen, die nicht bis 67 arbeiten können, dennoch sei die Verlängerung der Lebensarbeitszeit unausweichlich ”
    Arbeitgeberverband BDA erklärte, die Rente 67 sei unverzichtbar. Zugleich seien die Betreibe wegen des Fachkräftemangels immer häufiger auf Ältere angewiesen.

    Amüsant und interessant zugleich, was plötzlich die Politker und Experten für Meinungen haben. Der Weitblick reichte, wie fast immer, eine Legislaturperiode.

  3. Marcel H. Costin, 3. Januar 2012 um 16:19 Uhr

    Äußerst interessiert verfolge ich seit einigen Jahren schon, dass sich Menschen immer erst DANN für ein Problem, eine Herausforderung maßgeblich interessieren, wenn es eintritt. Selten vorher, wo durchaus Handlungsspielraum besteht.

    Offensichtlich können Menschen die Auswirkungen nur sehr schwer einschätzen. Wenn es nun einen Beruf gäbe, der sich immer mehr darauf konzentriert gut darin zu sein, HEUTE ein Gespür dafür zu vermitteln, wie sich Auswirkungen in der Zukunft anfühlen…. wieviele Menschen würde es erreichen und wieviele Menschen würden handeln?

    Kurzum, wir brauchen einfach MEHR Vermögensberater, die wie Vermögensberater denken und in der Lage sind Menschen die Auswirkungen näher zu bringen. Gut Zuhören und Erklären können sind beispielsweise ideale Voraussetzungen für den Vermögensberaterberuf. Wer nur Produkte verkauft, erreicht die Menschen nicht.

    Bin sehr froh, dass wir eine gelebte Firmenphilosophie haben und immer mehr Menschen diese auch verstehen und umsetzen! Immer mehr “Vermögensberater”, SIND Vermögensberater. Dieses Umdenken mitzuerleben ist toll! 😉

    Entwicklungen brauchen Ihre Zeit…
    …machen Sie das Beste aus Ihrem Leben!

    .

    Mit ausgeglichenen Grüßen,
    Marcel H. Costin
    – Vermögensberater –
    Metropolregion Düsseldorf/Köln
    0177/7616059

  4. Peter Schattling, 3. Januar 2012 um 18:02 Uhr

    Es ist gut,dass die “Rentendiskussion” wieder anspringt.
    Der Hinweis darauf, dass derzeitig nicht einmal die Hälfte der gesetzlich Rentenversicherten das reguläre Renteneintrittsalter erreicht, sollte doch auch ein Hinweis dafür sein, dass Vorsorgewillige womöglich geringere Ansparzeiten zur Verfügung haben!
    Vielleicht sollte dieser Hinweis auch dazu führen, die Aufwendungen für die Altersvorsorge nach Möglichkeit anzupassen.
    Vielleicht sollte doch (wo noch nicht erfolgt) die staatliche Förderung
    genutzt werden.
    Vielleicht sollte auch einmal über die zu erwartende Rendite bestehender
    Sparverträge unter Berücksichtigung von Inflation nachgedacht werden!
    Diesen Hinweisen gemeinsam mit seinen Kunden nachzugehen ist bestimmt nützlicher, als darüber zu schulmeistern, welche Regierung die Anhebung des Renteneintrittsalters beschlossen hat.

  5. Dorn, 5. Januar 2012 um 19:20 Uhr

    Dem kann ich nur zustimmen. Wer heute noch glaubt, das seine gestzliche Rente für den Lebensstandard ausreicht, wird mit edem Renteneintritt sein
    böse Überraschung erleben. Heute schon, sind viele Alterseinkünfte Bezieher
    gezungen erhebliche Einschränkungen hinzunehmen. Kleiners Auto und kleinere Wohnung sind sehr oft notwendig, um über die Runden zu kommen.
    Neben der GRV sind die Vorsorgemöglichkeiten Riester und Rürup sowie die
    private Vorsorge zum Erhalt der Konsumfähigkeit und des Lebensstandards ein muss. Die Diskusionen der Politiker hilft dem Bürger m. E. nicht und führt zu einer Verunsicherung. Meine Empfehlung an die Bürger, lassen Sie sich beraten, wie Sie positiv entgegen wirken können.
    Manfred Dorn

  6. Thomas80, 6. Januar 2012 um 11:24 Uhr

    Mit dem Schreckgespenst der unsicheren Rente und den Bedarf an privater Altersvorsorge kann man gut ködern.

    Aktuell steht in der FAZ ein interessanter Artikel, was ein Struktuvertrieb seinem Kunden alles verkauft ( da kann man nur den Kopf schütteln).

    Schön, dass die FAZ diesen Fall so eindringlich schildert :

    http://www.faz.net/aktuell/rhein-main/teure-altersvorsorge-dann-hat-mir-mlp-so-was-vorgerechnet-11592901.html

  7. Mechler, 6. Januar 2012 um 12:01 Uhr

    Am Montag 09.01. werden wir in einer Sendung der ARD 22.45 bis 23.30 über das Thema Riester aufgeklärt.

  8. , 6. Januar 2012 um 14:20 Uhr

    @ Thomas80

    Das ist eben ihr ideologischer Ansatz: Menschen, die anderen durch kompetente Beratung dabei helfen, Vorsorge aufzubauen, staatliche Vergünstigungen zu realisieren und damit Altersarmut abzumildern, “ködern” für Sie. Wie unverantwortlich doch Ihre Auffassungen. Mag man Ihnen – trotzdem – wünschen, dass Sie im Alter ausreichend versorgt sind.

  9. Christina Sommerfeld, 6. Januar 2012 um 17:48 Uhr

    Ich bin nicht gegen die private Altersvorsorge oder die Riester-Rente. Das möchte ich gleich sagen. Ich glaube aber und bin überzeugt, dass gerade Versicherungen und auch die Vertriebe sich daran gesund stoßen und das in nicht unerheblichem Umfang.

    Am 02.01.2012 erschien bei uns in der Mitteldeutschen Zeitung ein interessanter Artikel zum Thema “Riester-Rente”.

    http://tinyurl.com/6tfkblz

    Das gerade die Versicherungen und Vertriebe dagegen Sturm laufen und Kritik abprallen lassen oder schön reden, wundert mich auch nicht unbedingt. Das ist verständlich.

  10. Wolfgang Stadler, 6. Januar 2012 um 20:11 Uhr

    @ Thomas80 – der Beiträg lässt den Leser auf den ersten Blick erschrecken, genau dieses Ziel verfolgt der Schreiber auch. Wie so oft wird ein äußerst schlechtes Bild auf die Branche der Finanzberater geworfen und die Verbraucherschützer als heilige Instanz dargestellt.

    Keiner von uns kennt die Inhalte der fachkundigen Berechnungen dieser Verbraucherschützerin. Gleichzeitig ist es nahezu unverantwortlich, einen langfristigen Vertrag nach 8 Jahren Laufzeit nur unter Bezug auf Rückkaufswerte zu beurteilen. Vermutlich waren dabei auch z.B. Berufsunfähigkeitsabsicherungen enthalten.

    Wie gesagt, ich habe keine Kenntnisse über die genauen Zahlen und Fakten – eines bleibt für mich übrig: ein fader Beigeschmack zu diesem Bericht. Ob der Dame damit geholfen war, wird diese in 30 Jahren merken. Und Altersversorgung – egal über welches Produkt – prinzipiell schlecht zu reden, das ist keine Strategie vieler Verbraucherschützer. Das ist Effekthascherei.

    wir können sicher festhalten – die gesetzliche Rente allein wird nicht reichen. Und wenn Sie, Thomas80 Ihre Altersversorgung über Fonds oder Aktien aufbauen möchten, ist das ihres. Zumindest brauchen Sie dann nicht zum Verbraucherschutz rennen, ihre eigene Strategie haben Sie ja bereits vor sich selbst gerechtfertigt.

    schönen Feiertag – zumindest hier im Freistaat Bayern!

    Wolfgang Stadler

  11. Hans Müller, 7. Januar 2012 um 00:12 Uhr

    @ Dr. Helge Lach

    ich will hoffen, dass sie das Wort Ideologie als Synonym für Weltanschauung benutzen und nicht wie ihn “Genosse” Karl Marx als “Gebäude, das zur Verschleierung und damit zur Rechtfertigung der eigentlichen Machtverhältnisse dient” geprägt hat. Obwohl es gerade in diesem Kontext geradezu als satirisch gelten könnte!

    Worauf diese Diskussion abzielt ist doch die Frage ob der Staat nicht die Pflicht hat zumindest im Alter einen angemessenen Lebensstandard der Bürger zu gewährleisten. Denn Private Vorsorge ist eine gute Sache, aber eben auf eine Weise ungerecht, da viele Fehler begangen werden können welche nicht für jeden einsehbar sind. Davor ist zwar auch ein Staat nicht sicher. Aber zumindest könnte man so Profitinteressen der Unternehmen umgehen.

    Diese Ideologie teile ich auch! Und das obwohl ich nicht darauf angewiesen wäre. Ich habe halt nur keine Lust in einer verarmten Gesellschaft zu leben. Die Kosten für Alarmanlagen, Wachdienste und gepanzerte Fahrzeuge will ich mir einfach sparen!

    Privat vorgesorgt wurde schon immer. Und wenn Vorsorgeprodukte gut sind werden sich immer Abnehmer finden lassen. Objektiv betrachtet ist die z.B. die Riesterrente schlicht und ergreifend eine Subvention für die entsprechenden Unternehmen. Und in diesem Falle halten es halt viele für den falschen Weg. Ob private oder staatliche Vorsorge, die Kosten tragen wir Bürger so oder so! Auch die überall versprochenen Renditen müssen wir erstmal erwirtschaften!

  12. Thomas80, 7. Januar 2012 um 12:44 Uhr

    @ Dr. Lach

    Kompetente Beratung zur Altersvorosge würde nun mal so aussehen, dass der Berater REINE Aktienfonds ( am besten passive Fonds :ETF) anbieten würde.
    Denn über einen Zeitraum von 20, 30 Jahren oder gar länger schlagen Aktien jede andere Anlageform.

    Es ist nun mal trauriger Fakt, dass Finanzberater solche Aktienfonds dem Kunden nicht als Altersvorsorge verkaufen; sondern stülpen einen teuren Versicherungsmantel drüber ( fondsbasierte Rentenfonds) oder vertickern gleich reine, teure Rentenversicherungen..

    Auch Riester lohnt sich nicht für jeden und dies sollte ein Finanzberater auch so artikulieren, falls dies zutrifft.

    Ich betreibe meine Altersvorsorge selbst und sie besteht aus großen Teilen aus Aktien, ETF-Fonds, bisschen Gold und in paar Jahren eine eigene Immobilie mit etwas Wohnriester gefördert.

    @ Stadler

    Die Berufsunfähigkeitsabsicherung wurde laut FAZ-Artikel nicht gekündigt sondern zähneknirschend weiterbezahlt. Dieser ist mit einem nutzlosen Rürup Vertrag gekoppelt.

    Ein guter Finanzberater würde eine selbständige BU verkaufen und diese mit anderen Verträgen kombinieren.

    Ich schlafe sehr gut mit selbst gebastelten Altersvorsorge…bald lege ich wieder einen größeren Betrag in Aktien an; ich warte nur ab, dass die Aktienmärkte noch weiter fallen.

  13. Wolfgang Stadler, 7. Januar 2012 um 21:28 Uhr

    @ Thomas80

    in vielen einschlägigen Fachmagazinen aber auch hier wurde desöfteren genau diese Thematik diskutiert, die Sie immer wieder anführen. Spätestens seit Einführung der Abgeltunssteuer schlagen fondgebundene Rentenversicherungen reine Fondsprodukte alleine deswegen, weil Fondswechsel steuerfrei und meist kostenfrei bzw. kostengünstig bleiben. Sollten Sie z.B. in 10 Jahren einen größeren Betrag – z.B. 100.000 Euro aus Aktienfonds einmal in Rentenpapiere umschichten und dann darauf z.B. 10.000 Euro Steuern und 2.000 Euro Ausgabeaufschlag bezahlen werden Sie mit niemanden hier mehr über das Thema Kosten einer fondsgebundenen Rentenversicherung diskutieren. Und ich habe nur von einem einzigen Fondswechsel in 30, 40 Jahren gesprochen.

    Die Aachen Münchener bietet hierzu übrigens seit kurzem ein Produkt, bei dem der Kunde sich nicht mehr von vorne zwischen fondsgebunden und konventionell (festverzinslich) festlegen muss, sondern dies während der Laufzeit jederzeit verändern kann.

    Ihre Thesen- Thomas 80 – dazu gehört “Fonds für Jeden zur Altersversorgung” ebenso wie “Riester und Rürup sind Käse” sorgen bei mir jedesmal für große Verwunderung. Obwohl Sie sich scheinbar mit der Materie sehr viel zu beschäftigen scheinen, wird der Käse den Sie von sich geben von Mal zu Mal immer größer und unappetitlicher 🙁

  14. , 9. Januar 2012 um 09:38 Uhr

    @ Thomas80

    Wollen wir hoffen, dass dejenigen, die Ihrem Rat folgen, nicht allzu lange leben. Denn es besteht bei Langlebigkeit das erhebliche Risiko, dass das angesammelte Kapital weit vor Lebensende verbraucht ist. Und dann? Diejenigen, die auf eine Rentenversicherung gesetzt haben, brauchen sich solche Sorgen nicht zu machen.