Vermittlungsverbot?

2. Dezember 2011 | 926 mal gelesen

Endlich eine neue Idee:

Strukturvertrieben soll gesetzlich untersagt werden, in einem “so sensiblen und sozialen Gebiet wie der Krankenversicherung tätig zu werden”. So die Zeitschrift für Versicherungswesen in ihrer Ausgabe vom 1. November 2011 (S. 753 f.).

Denn, so die Zeitschrift, es sind diese Strukturvertriebe, die den Flurschaden im Vertrieb der privaten Krankenversicherung angerichtet haben.

Mit Verlaub: Das wollen wir für unseren Teil richtig stellen.

Es waren und sind vor allem Spezialvertriebe wie MEG, aber auch die eine oder andere unter der “Flagge Makler” segelnde Vertriebsorganisation, die Maximalprovisionen von 15 und mehr MB erhalten und darauf aufbauend das “Geschäftsmodell” der mehrfachen Umdeckung aufgebaut haben. Und nicht vergessen werden sollte auch derjenige – der Versicherer – der bereit ist, derart hohe Provisionen mit Blick auf dringend benötigtes Neugeschäft zu bezahlen.

Fest steht im Gegensatz dazu: Die Provisionssätze, die die DVAG in der Krankenversicherung erhält, liegen deutlich unter den genannten. Und als gebundener Vermittler ist es uns gar nicht möglich, Verträge mehrfach umzudecken.

Wie man sieht: Die Welt ist nicht schwarz oder weiss, sondern bunt. Hoffentlich erkennt das bei diesem Thema alsbald auch die Zeitschrift für Versicherungswesen.


Kommentare für diesen Artikel (3)

  1. heini, 2. Dezember 2011 um 22:30 Uhr

    warum geht dann die Central mit den Beiträgen hoch, diese wird ja auch von der DVAG vermittelt? oder wer ist Schuld daran?

  2. Stefan Mussler, 3. Dezember 2011 um 09:39 Uhr

    Warum die Central die Beiträge (und da ist sie nicht alleine) zum Jahreswechsel anhebt? Gute Frage auf die es mehrere Antworten gibt. Eine findet sich im Eingangsartikel. Nicht nur die DVAG hat die Central vermittelt. Der Bestands- “Abgang” der durch die DVAG vermittelten Centralkunden blieb überschaubar. Im Gegensatz zu den durch andere Vertriebskanäle vermittelten Kunden….. .

  3. Julia, 3. Dezember 2011 um 11:57 Uhr

    Es ist leider nicht nur die central, die die Beiträge anpasst. Das Dilemma betrifft die gesamte Branche. Die wenigen, die nächstes Jahr nicht anpassen, werden es vermutlich ein Jahr später tun.

    Gründe? Viele, u. a.:
    – knappe Kalkulation der Prämien, aber im Gegenzug dazu viele Umdeckungen durch Makler nach nur wenigen Jahren, somit hat die Krankenversicherung drauf gelegt
    – die Ärzte verdienen nun mal mit privat Versicherten am besten, also wird hier das Honorar drauf geschlagen, was bei den Kassenpatienten fehlt
    – und fatal: seit 2009 darf ein privater Krankenversicherer keinem Kunden mehr kündigen, der nicht zahlt (Versicherungspflicht) – Bsp. Central: da ist es wohl jeder 8. Kunde…

    So ist zumindest mein Wissensstand. Eine bittere Pille… aber ich bleib der Central treu, die sind für die Zukunft gut gerüstet. Und da passiert wohl noch einiges mit unserem Gesundheitssystem… da vertrau ich lieber der DVAG und Central als sonstwohin zu wechseln, um vom Regen in die Traufe zu kommen…