Riester lohnt nicht …?

24. November 2011 | 2.095 mal gelesen

Ein Nachschlag zu unserem heutigen Blogbeitrag zur Riester-Rente.

In den Medien wird heute berichtet, die Riester-Rente lohne nicht und sei nur “ein gutes Geschäft” für Versicherungen und Banken.

Zugrunde liegt eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, das empfiehlt, anstelle eines Riester-Vertrages das Geld besser in den Sparstrumpf zu stecken.

Ein solcher Rat ist verantwortungslos. Allein schon deshalb, weil Geld im Sparstrumpf aktuell p.a. um die 3 Prozent – Tendenz steigend – an Wert verliert. Wer solche Ratschläge erteilt, dessen Bewertung der Riester-Rente sollte zumindest kritisch durchleuchtet werden.

Was hat das Institut gemacht?

Es hat Fälle konstruiert, in denen die staatliche Zulage besonders niedrig ausfällt: Z.B. eine 35-jährige Frau, unverheiratet und kinderlos. Trotzdem erhält diese Frau im Beispiel bei einer Lebenserwartung von 78 Jahren alle eingezahlten Beiträge zzgl. Zulagen als Rente ausbezahlt. Eine Überschussbeteiligung – aktuell bei der AachenMünchener bei rund 4% p.a. – käme hinzu, denn die wurde in den Berechnungen ignoriert. Und: Ohne Riester-Rente wäre nicht ein Euro an Zulage geflossen. Wird auch diese neben der Überschussbeteiligung in die Renditeberechnung mit einbezogen (was aus Sicht des Kunden sinnvoll ist), so ergibt sich selbst in dieser ungünstigen Konstellation immer noch ein Produkt mit guter Rendite.

Wird die Frau älter als 78 Jahre (was nach heutigen Sterbetafeln sehr wahrscheinlich ist) “explodiert” die Rendite förmlich, denn jede über dieses Alter hinausgehende Rentenzahlung ist aus Sicht des Kunden zu 100% “Rendite”.

Noch ein Vorteil der Riester-Rente, der nicht erwähnt wurde: Die Garantie, die Rente lebenslang zu erhalten, auch als 100-Jähriger und darüber hinaus. Welch beruhigendes Gefühl, das in Geld, aber auch in ruhigem Schlaf meßbar ist, liebes Institut für Wirtschaftsforschung !! Ganz anders beim “Sparstrumpf-Sparer”. Denn dessen Geld ist irgendwann aufgebraucht und wurde darüber hinaus weder durch Überschußbeteiligung (Zins) noch durch Zulagen gemehrt.

Schade, dass das Institut nicht auch einen Fall mit einbezogen hat, in dem es noch viel besser aussieht: Eine junge Familie, drei Kinder, geringes Einkommen. Es gibt hier kein anderes Produkt, das bei minimalem Eigenbeitrag vergleichbar hohe Zulagen und damit aus Sicht des Kunden vergleichbar hohe Rendite einbringt.

Schade also: Wieder einmal viel Schwarzmalerei und PR. Unseres Erachtens verantwortungslos, da Kunden dringend benötigte, private Vorsorgeverträge in Frage stellen. Und stark einseitig verkürzt, da in erster Linie Fallkonstellationen vorgestellt werden, die nicht ganz so günstig ausfallen, stattdessen aber die Konstellationen, in denen Riester ein “Muss” ist, nicht oder nur am Rande erwähnt werden.

Und was am Ende dazu kommt: Viele Riester-Sparer vergessen es, die Zulagen zu beantragen. Dann macht das Produkt tatsächlich keinen rechten Sinn mehr. Aber daran ist nicht das Produkt schuld.

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Aktuell: Hier beziehen die deutschen Versicherer (GDV) dazu Stellung.


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Kommentare für diesen Artikel (76)

  1. Roberto Spatola, 16. Dezember 2011 um 00:32 Uhr

    Meine Meinung ist: kündigt endlich mal solche volksverdummende Sender wie Anne Will und Co. die maximal 1Std.unnötigen Blödsinn verbreiten, Menschen verunsichern und um die Einschaltquoten in die Höhe zu treiben.
    Denn eins ist Fakt: wer heute nach dem Motto”FRÜHER AN SPÄTER DENKEN”
    nicht für’s Alter vorsorgt, der geht den Weg in die sichere Altersarmut.basta.
    Und wer in Deutschland unterstützt die Bürger noch finanziell mit Zulagen und Steuererspernissen außer der Staat? SIE LIEBE ANNE Will SHOW !?…fals Sie mich auch finanziell unterstützen möchten, nehme ich natürlich auch sehr gerne ihr Geld dankend an!!!

    Viele Grüße frohe Weihnachten und ein guter Rutsch ins neuer Jahr!

    Roberto

  2. Thomas Lange, 16. Dezember 2011 um 13:31 Uhr

    Schon lustig, wie teils auf berechtigte auf Kritik reagiert wird.

    Um es nochmal zu sagen – es ging nicht um die “Riester-Rente” an sich, sondern um die oftmals sehr hohen Kosten und mauen Renditen.

  3. Wolfgang Stadler, 17. Dezember 2011 um 14:53 Uhr

    es ist eben so, Herr Lange, dass Verbraucherschützer und Kritiker bei Finanzprodukten zumeist nur das Thema Kosten aufrollen können. Wenn das der einzig entscheidende Punkt ist, dann Frohe Weihnachten.

  4. Hans Müller, 17. Dezember 2011 um 18:33 Uhr

    Herr Stadler, vorab wünsche ich auch Ihnen Frohe Weihnachten.
    Jedoch ist die eigentliche Intention meines kurzen Beitrags die, dass ich mich schon ein wenig über die von Ihnen geübte Kritik wundere.
    Was sollen denn, Ihrer Meinung nach, Verbraucherschützer aufrollen? Ich kann ja nur für mich und mein Umfeld sprechen aber wenn eine Investition getätigt wird ist doch die erste Frage: Was kostest es? Und dann natürlich: Was bringt es mir? Ich verweise da auch gern auf die in Fachkreisen gern verwendete Abkürzung “ZDF” (Zahlen, Daten, Fakten).
    Und da, im Interesse der Kunden, die Altersvorsorge schon ein emotionsloses Produkt sein sollte, spielen Kosten eine nicht zu unterschätzende Rolle.
    Ich muss natürlich dazu sagen, dass es durchaus Personenkreise gibt welche Kosten als nicht so wichtig empfinden. Diese machen sich aber in der Regel weniger Sorgen um die hier diskutierte Form der Altersvorsorge.

  5. Thomas Lange, 17. Dezember 2011 um 18:44 Uhr

    Ich finde diesen Punkt schon entscheidend.

    Wenn ich Jahr für Jahr bspw. von einem Monatsbeitrag von 100 EUR brutto sagen wir 10 Prozent an Abschlus- und vertriebskosten, Kosten für die Verwaltung des Kapitals usw. abgezogen bekomme und die 90 EUR netto mit sagen wir 4 Prozent verzinst bekomme, dann ist das ein Minusgeschäft. Zindeszinseffekt hin oder her.

  6. Thomas S., 17. Dezember 2011 um 20:18 Uhr

    @ Thomas Lange und Hans Müller

    Bitte beachten Sie, bei einem Riesterprodukt mit Fonds sind erstens der Faktor Zins und zweitens der Faktor Zeit viel wichtiger als die Kosten! Am Ende entscheidet die Rendite über die Ablaufleistung und die Höhe der späteren Rente!

    Beispiel:
    Ein Anleger investiert über 30 Jahre lang 100 Euro monatlich bzw. 1.200 Euro jährlich in die Riester-Rente. Was kommt nun bei unterschiedlichen Renditen der Anlageprodukte am Ende raus?

    Rendite Kapital nach 30 Jahren lebenslange Rente*
    4 % 68.760 Euro 286 Euro
    6 % 97.953 Euro 408 Euro
    8 % 141.000 Euro 587 Euro
    10 % 208.000 Euro 866 Euro
    12 % 308.000 Euro 1.283 Euro
    14 % 460.611 Euro 1.919 Euro

    * Ab Rentenbeginn wird ein Rechnungszins für das Rentenkapital von 5 % zugrunde gelegt.

    Ob man einen Riestervertrag mit 4 % oder mit 8 % Rendite pro Jahr bespart macht einen riesengroßen Unterschied: bei 4 % Rendite hat man am Ende 68.760 Euro, bei 8 % stehen 141.000 Euro für den Anleger bereit, das sind 72.240 Euro mehr!! Welche Bedeutung haben also Kosten? Eine untergeordnete Bedeutung! Ein Produkt mit 14 % Rendite kann achtmal so hohe Kosten haben wie das günstigere Produkt mit 4 % Rendite und bringt am Ende immer noch mehr für den Anleger!

    Der Vergleich von Kosten bei Fondsprodukten ist ein schwieriges Unterfangen. Wichtig für Kunden sind nicht alleine die Kosten und Markennamen sondern die Informationen über die Rendite und Qualität der Fonds, die hinter den Riesterprodukten stehen. Denn der Renditeturbo „Zinseszins“ entscheidet über den Wohlstand im Alter!

    Die Vergangenheit hat gezeigt, dass häufig die auf den ersten Blick „teuer“ aussehenden Produkte, dank Zinseszinseffekt, die besseren Anlageergebnisse erzielt haben.

  7. , 18. Dezember 2011 um 11:14 Uhr

    @ Thomas Lange

    Welch Irrtum, dem Sie da unterliegen:

    1. Die Verwaltungskostensätze der Lebensversicherer liegen im Schnitt ziwschen 3 und 4 Prozent
    2. In die Renditeberechnungen müssen aus Kundensicht auch die Zulagen eingerechnet werden. Aus 100 Euro Eigenbeitrag können so je nach familiärer Situation schnell 120 Euro und mehr pro Monat werden.
    3. Ein Teil der Prämie ist immer auch Entgelt für Risikotragung. Bei Rentenversicherungen dafür, dass Sie selbst bei sehr hohem Alter eine lebenslange Rente bekommen. Der hierfür verwendete Teil Ihres monatlichen Beitrages muss bei Renditebetrachtung immer außen vor gelassen werden.

    Mein Rat: Holen Sie sich dringend Informationen bei einem Vermögensberater, denn Sie lassen sich umfangreiche wirtschaftliche Vorteile entgehen.

  8. , 18. Dezember 2011 um 11:16 Uhr

    @ Thomas S.

    Vielen Dank, eine sehr hilfreiche Musterrechnung.

    Und wenn in diese dann auch noch die Zulagen eingerechnet werden, stellt sich Kostenfrage erst Recht nicht mehr.

  9. Janko Lach, 18. Dezember 2011 um 15:48 Uhr

    @Thomas Lange

    Danke für diese Steilvorlage und dafür, dass Sie uns an Ihrer absoluten Unkenntnis über Zins und Zinseszins teilhaben lassen.

    Beispielrechnung:

    100 € monatlich mal 35 Jahre ergibt ohne Verzinsung 42.000 €.
    Wenn ich jetzt hier 10% Kosten zugrunde lege, benötige ich für eine
    Netto-Sparrate von 90 € einen Zins von 0,59%!!!!!!!! um ebenfalls auf diese 42.000 € zu kommen.

    Ich finde, dass zeigt eindrucksvoll, wie absolut lächerlich unwichtig der Kostenfaktor bei langfristigen Verträgen ist!!!!!!!!!!

    Grüße

    Janko Lach

  10. Thomas Lange, 18. Dezember 2011 um 17:06 Uhr

    Ich habe gleich zu Beginn einen Riester-Renten-Vertrag abgeschlossen und zahle einen Monatsbeitrag von 100 EUR. Das seit dem Jahr 2002. Bei dem Anbieter handelt es sich um einen sehr großen (blauen…) Versicherer.

    Der Garantiezins liegt bei 3,25 Prozent p.a. und ich kann nur sagen, dass dieses Produkt mit Stand vom 31.12.2010 mich bisher mehr gekostet hat, als was ich eingezahlt habe.

    Soll heißen, dass ich mit diesem “klassischen” Produkt um längen mehr eingezahlt habe, als was ich momentan an Beitragsgarantie bekomme. Es sei mir verziehen, dass ich mir dann als Kunde die Frage stelle, wann denn endlich mal das Verhältnis umgekehrt wird.

    “Die Verwaltungskostensätze der Lebensversicherer liegen im Schnitt ziwschen 3 und 4 Prozent.”

    Dazu kommen dann aber noch Abschluss- und Vertriebskosten. Bei meinem Produkt sind das das auch nochmal ca. 4 Prozent. Macht in Summe schon ca. 8 Prozent. Also sind die angenommenen 10 Prozent so realitätsfern auch wieder nicht.

    Zulagen? Das ist ja das interessante. Darauf werden ja auch noch Kosten berechnet.

    “Mein Rat: Holen Sie sich dringend Informationen bei einem Vermögensberater, denn Sie lassen sich umfangreiche wirtschaftliche Vorteile entgehen.”

    Ich glaube das mache ich nicht. Während meiner Ausbildung und in jugendlichem Leichtsinn, hatte ich mich mit 18 Jahren 1994 beraten (und mir was “andrehen”) lassen. Diese Erfahrung brauche ich kein zweites mal. Tut mir leid, auch wenn man das sicher nicht pauschalisieren kann.

  11. Hans Müller, 19. Dezember 2011 um 00:13 Uhr

    @ Janko Lach

    Würden sie so auch einem potentiellen Kunden gegenübertreten wenn er ihnen eine solche Steilvorlage bietet? Belassen sie es doch einfach beim informativen Teil ihres Beitrags und lassen Worte wie lächerlich und das übermäßige benutzen von Ausrufezeichen weg. Ihre Aussage wird so, denke ich, eher ankommen.
    Jedoch halte ich sie trotzdem für falsch. Da gerade solche Produkte, wie sie hier besprochen werden, an Leute gerichtet sind, welche eben nicht über monatliche Kosten hinwegsehen können. Und 10 € wie sie hier im Raum stehen sind auch Geld welches dem Sparer zunächst mal nicht mehr zur Verfügung steht. Aber er muss ggf. jetzt seine Kinder groß ziehen oder was auch immer. Da nützen die Aussichten auf hohe Rendite recht wenig. Und ich sehe auch keinen wirklichen Zusammenhang zwischen Kosten und erzielbaren Renditen. Deswegen kann ich es sehr gut nachvollziehen wenn Sparer nach Verträgen mit geringen Kosten Ausschau halten, da kurzfristige Liquidität durch keine hohe Rendite in einer recht fernen Zukunft ersetzt werden kann.
    Und um noch kurz auf den Beitrag von Thomas S. einzugehen: Die Renditechancen sind natürlich beeidruckend. Aber können sie einem konservativen Anleger Renditen in höhe von 14% wirklich schmackhaft machen? Vor allem bezogen auf den langen Zeitraum? Als jemand, der in einer Wertschöpfenden Branche tätig ist und sich zwangsläufig auch auf dem Kapitalmarkt bewegen muss, halte ich alle Renditen oberhalb 6% über diesen langen Zeitraum für schlicht nicht erreichbar. Daher halte ich diese Werte in ihrem Beitrag für nicht relevant. Je höher die Rendite desto höher das Risiko und das erst recht über 30 Jahre! Aber ich lasse mich nach diesen 30 Jahren gern eines besseren belehren. Jedoch könnte ich niemanden ruhigen Gewissens diesem Risiko aussetzen.

  12. , 19. Dezember 2011 um 11:03 Uhr

    @ Thomas Lange

    Vielleicht wäre es sinnvoll, wenn Sie Ihre Kommentare mehr in Fragen “verpacken”, denn erneut ist Vieles von dem, was Sie schreiben, fachlich nicht korrekt. Würden Sie Fragen stellen, wäre dem Leser bewußt, dass Sie etwas wissen wollen.

    Beispielsweise fallen Abschlußkosten bei Riesterverträgen niemals über die gesamte Laufzeit an. Ihre Rechenexempel deshalb falsch.

    Auch der besagte blaue Versicherer zahlt weit mehr als den Garantiezins, denn relevant ist die Überschussbeteiligung. Auch deshalb Ihre Thesen falsch.

  13. Thomas S., 19. Dezember 2011 um 11:51 Uhr

    @ Hans Müller

    Sie schreiben und ich darf Sie zitieren: “… Renditechancen sind natürlich beeidruckend. Aber können sie einem konservativen Anleger Renditen in höhe von 14% wirklich schmackhaft machen? Vor allem bezogen auf den langen Zeitraum? …”

    Die Frage, ob ich einem konservativem Anleger Renditen in Höhe von 14 % wirklich schmackhaft machen kann stellt sich an dieser Stelle gar nicht. Die Produkt- und Tarifauswahl ergibt sich aus dem Kundengespräch in Verbindung mit einer durchgeführten Finanzanalyse. Im Übrigen darf ich freundlichst darauf hinweisen, dass es sich bei meiner o. a. Rechnung um ein Beispiel handelte.

    Grundsätzlich bieten fondsbasierte Riester-Varianten deutliche höhere Renditen als das klassische konservative Pendant. Mit einer fondsgebundenen Riester-Rentenversicherung profitieren Sie unmittelbar vom Aufwärtstrend am Aktienmarkt. Im Vergleich der klassischen Variante winken langfristig deutlich höhere Renditechancen, selbstverständlich aber auch ein höheres Risiko.

    Beim klassischen Produkt investiert der Versicherer das Kundengeld weitgehend konservativ. Eine garantierte Verzinsung des Sparanteils in Höhe von 2,25 % (bei Neuverträgen ab 2012: 1,75 %) ist Kunden sicher. Darüber
    hinaus können Sie von einer Überschussbeteiligung profitieren, die aber nicht garantiert ist.

    Mit einer fondsgebundenen Riester-Rentenversicherung kombinieren Vorsorgesparer die höheren Renditechancen der Fondsanlage mit der lebenslangen Zahlungsgarantie einer klassischen Rentenversicherung. Fondsgebundene Policen investieren das Geld ihrer Kunden ausschließlich in Fonds. Zum Rentenbeginn wird das Kapital in eine lebenslange Rente umgewandelt, die fließt, auch wenn Sie mehr als 100 Jahre alt werden. Börsenkundige Versicherungskunden können sich ihr persönliches Fondsdepot selbst zusammenstellen. Wem dazu die Zeit oder die Erfahrung fehlt, der greift am besten zu einer gemanagten Fondspolice. Hier legen Sie nur Ihr Risikoprofil fest, ein Analyst oder ein mehrköpfiger Anlageausschuss sucht auf dieser Basis die passenden Fonds aus.

    Kunden, die sich für eine Fondspolice interessieren, müssen allerdings einkalkulieren, dass auch Verluste möglich sind. Im Gegensatz zur klassischen Riester-Rentenversicherung wird keine Mindestverzinsung garantiert. Die Garantieleistung beläuft sich hier meist nur auf den Erhalt der Eigenbeiträge plus Zulagen zum Rentenbeginn. Das Anlagerisiko trägt der Kunde dann bis auf diese gesetzliche Mindestgarantie selbst. Über einen langen Zeitraum (langfristiger Anlagehorizont = mindestens 10 Jahre, besser noch länger) ist das Verlustrisiko beim Fondssparen jedoch relativ gering.

    Bei allen Riester-Renten (unabhängig von der Anlageform) muss der Anbieter garantieren, dass mindestens die eingezahlten Beiträge und staatlichen Zulagen zum Beginn der Auszahlungsphase auf dem
    Riesterkonto zur Verfügung stehen!!! Das gilt jedoch nicht für den Zeitraum vor dem Renteneintritt. Bei z. B. einer vorzeitigen Auflösung des Vertrags sind Verluste durchaus möglich.

    Zudem gibt es heute vielfältige Garantieprodukte bzw. Garantien, so dass das eingezahlte Kapital vor Verlusten geschützt ist bzw. wird. Allerdings zu Lasten der Rendite, denn jede Garantie verursacht wiederum auch Kosten.

    Während eine konservative Riester-Rentenversicherung derzeit noch eine Mindestverzinsung in Höhe von 2,25 % bietet, kann der Sparer beim fondsbasierten Riester-Produkt zwar keine Verluste erleiden, gerade bei kurz laufenden Verträgen und fallenden Börsenkursen kann Rendite allerdings 0 betragen.

    FAZIT: Fondsbasierte Lösungen sollten gewählt werden, wenn bis zum Renteneintritt noch mindestens 15 Jahre vergehen!

    In den vergangenen Jahrzehnten waren Investmentanlagen im langfristigen Anlagebereich – und über genau den reden wir hier!! – anderweitigen Anlagen (Sparbücher, Sparbriefe, Festgelder, festverzinsliche Wertpapiere, etc.) weit überlegen. In diesem Zusammenhang verweise ich auf einschlägige Charts, die im Internet zu Hauf zu finden sind.

    Im Vergleich zu konventionellen Anlagen hat die fondsbasierte jedoch noch einen weiteren entscheidenden Vorteil: Aktienfonds sind Sachwerte und bieten damit Schutz gegen eine mögliche Inflation nach der Krise, im
    Gegensatz zu konventionellen Anlagen. Von einer Inflation gehen derzeit viele Experten aus.

    Bitte beachten Sie in vorgenanntem Zusammenhang, dass konventionelle Anlagen – unter Berücksichtigung der Überschussbeteiligung – auf derzeit rund 4 – 4,3 % Gesamtrendite kommen. Bei einer Inflation von aktuell ca. 3 % (2,8 % im Durchschnitt der letzten 50 Jahre pro Jahr), fällt die Verzinsung/Rendite einer konservativen Anlage äußerst mau aus.

    Schauen Sie sich dazu einmal die Wertentwicklung solider Fonds wie z. B.:

    – Carmignac Patrimoine A Acc,
    – Templeton Eastern Europe Fund,
    – Templeton Asian Growth Fund – A,
    – JPM Emerging Markets Equity Fund A,
    – Black Rock World Mining Fund.

    Trotz 3 großer Börsencrashs seit dem Jahr 2000 haben sich die vorgenannten Fonds prächtig entwickelt, teilweise sogar um mehr als 200 %.

    Der Renditeturbo „Zinseszins“ entscheidet über den Wohlstand im Alter!!!!

    Deutschlands größter Lebensversicherer Allianz senkt für 2012 die laufende Verzinsung seiner konventionellen Versicherungen um 0,1 Prozentpunkte auf 4,0 %. “Die Anpassung ist unvermeidlich”, sagte Allianz-Leben-Chef Maximilian Zimmerer in Stuttgart. So sei die Verzinsung zehnjähriger Bundesanleihen von Anfang des Jahres bis November von 2,9 auf 1,8 % verfallen und eine nachhaltige Zinssteigerung nicht erkennbar. Weil die Allianz noch hohe Wertpapierbestände aus besseren Zeiten hält, gehe die Gesamtverzinsung auf den Sparanteil 2012 insgesamt aber nur von 4,7 auf mindestens 4,5 % zurück.

    Der Marktführer gibt damit die Richtung für die gesamte Branche vor und die weist unweigerlich nach unten. Im Branchenschnitt werde die laufende Verzinsung 2012 wohl von 4,07 auf rund 3,9 % sinken, schätzt Lars Heermann vom Rating- und Beratungsunternehmen Assekurata.

    Experten erwarten weitere Absenkungen der Verzinsung in den nächsten Jahren. Eine gute Altersvorsorge sind konventionelle Lebens-/Renten-versicherungen schon lange nicht mehr. Wer Mitte der 90er Jahre eine solche Police abgeschlossen hat, dem war noch ein gesetzlicher Mindestzins von 4 % garantiert. Spekuliert haben viele Versicherte aber auf mehr Geld.

    Die Kunden wollten diese Entwicklung aber nicht wahrhaben, warnt die Allianz und beruft sich auf eine aktuelle Studie. Demnach geht jeder vierte Deutsche für eine Anlage über einen Zeitraum von mehr als 10 Jahren von 5 % Rendite aus. Ein Fünftel träumt von 7 oder mehr Prozent.

    Die Kunden müssen verstehen, dass solche Renditen der Vergangenheit angehören!!!

    Übrigens, das aktuell niedrige Zinsniveau belastet die Lebensversicherer in zunehmendem Maße, denn:

    Kunden, die zwischen Juli 1994 und Juli 2000 eine Lebenspolice abgeschlossen haben, bekommen mindestens 4 % Zinsen. Darum geraten Lebensversicherer mit derartigen Beständen schnell unter Druck, wenn die Kapitalmarktzinsen, wie aktuell, sinken. Das unternehmerische Risiko für die Versicherer wächst.

    Lebensversicherer, die viele Verträge aus den 90er-Jahren im Bestand haben, geraten bei anhaltend niedrigen Kapitalmarktzinsen besonders unter Druck. Das unternehmerische Risiko ist in diesem Zusammenhang nicht unerheblich. Möglicherweise sind sogar Nachreservierungen erforderlich. Das heißt, eine Gesellschaft muss ihre Deckungsrückstellungen erhöhen, was wiederum Gewinne und damit künftige Überschussbeteiligungen schmälert.

    Aus all den vorgenannten Gründen kann doch jungen Menschen nicht ernsthaft dazu geraten werden ihre Altersvorsorge mit konventionellen Anlagen zu betreiben.

    Konventionelle Anlagen sind aus meiner persönlichen Sicht absolute Renditekiller!!

  14. Michael Miedl, 19. Dezember 2011 um 12:12 Uhr

    Hallo liebe Blogger,

    soweit mir bekannt, war die eigentliche Zielsetzung der “Riester-Rente” die, daß vor allem Geringverdiener und Kindererziehende in den Genuß hoher Förderung durch Zulagen kommen – diese Personengruppen können sich in den wenigsten Fällen eine ausreichende private Altersvorsorge leisten.
    Wenn nun mein Kunde zu seinen 60,- Euro jährlichen Sockelbetrag eine Zulage von 154,- Euro für sich und 300,- Euro für sein Kind bekommt, spielt es für mich vorrangig keine Rolle, ob jetzt 5, 7, oder 9 Prozent Gebühren berechnet werden. Vielmehr sollte dann doch auf die Qualität des Anbieter´s geachtet werden.
    Die Berichterstattung in manchen Medien hat meines Erachtens oft sehr wenig mit Aufklärung diverser Sachverhalte zu tun – mehr denn je werden die Bürger verunsichert und schieben dadurch wichtige Entscheidungen auf.
    Wie sagte einst der deutsche Theologe Dietrich Bonhöffer:
    “Den größten Fehler, den man im Leben machen kann, ist, immer Angst zu haben,
    einen Fehler zu machen.”

    Viele vorweihnachtliche Grüße aus Schönwald in Oberfranken.

    Michael Miedl

  15. Hans Müller, 19. Dezember 2011 um 18:20 Uhr

    @ Thomas S.

    Ich scheine doch in diesem Blog nicht in der Lage zu sein meine Anliegen klar rüber zu bringen. Das ist für mich zwar ein Premiere dieses zu erleben aber über mögliche Gründe lasse ich mich aus Respekt vor meinen Mitmenschen natürlich nicht aus.Ich optimiere lieber meinen Ausdruck weiter, da mir das effektiver scheint.
    Ich habe mit keinem Wort fondsbasierte Riester-Varianten abgelehnt. Diese Form eignet sich natürlich auch für konservative Anleger. Die Bezeichnung des konservativen Anlegers stammt in meinem Fall ja sogar aus den sog. Risikoklassen bei Investmentfonds. In diesem Fall meine ich damit sogar immerhin die Risikoklasse 2!
    Ich bin halt eben nur der Meinung, dass die Renditeaussichten etwas zu hochgegriffen sind. Es können durchaus mal über 10% herausspringen. Jedoch dieses dann als Regelrendite vorzurechnen halte ich für fragwürdig. Beziehungsweise wenn diese Fonds auf solche Renditen abzielen sind sie schon nach allgemeiner Lehrmeinung Risikobehaftet, was sich dann eben nur mit 0 Rendite niederschlägt. Aber sie sprachen die im Moment nicht absehbare Inflation ja selbst an, also doch ein nicht bezifferbarer Verlust.
    Sie sehen doch selbst, dass nicht alle die Zinsrechnung beherschen. Und gerade dann sind solch hohe Zahlen kontraprodukiv. Ansonsten hab ich Grundsätzlich an diesem Sparmodell nichts auszusetzen!
    Ich interpretiere halt nur aus den vielen Reaktionen der Sparer, dass die welche sich besorgt äußern am ehesten als konservative Anleger bezeichnet werden können.

  16. Thomas80, 19. Dezember 2011 um 18:42 Uhr

    @ Thomas S

    Ich stimme mit Ihnen überein, dass für Menschen unter 35 Jahren eine klassische Rieser-Rentenversicherung völlig sinnlos ist !

    (ETF)-Fonds, oder Direktanlage in Aktien sind sehr viel besser geeignet für einen derart langen Zeitraum.

    Jedoch halte ich auch von der fondsbasierten Riester-Rentenversicherung nichts !

    Eine Rentenversicherung muss die sogenannte “Langlebigkeitsabsicherung” garantieren, d.h., dass auch die Beträge nach dem 85. Lebensjahr gezahlt werden .

    Diese Langlebigkeitsabsicherung lassen sich die Versicherungen natürlich sehr teuer vergüten. Bis zu 40 % des eingezahlten Kapitals kassieren die Versicherungen, um diese Langlebigkeitsabsicherung zu garantieren !!!

    Folglich muss der Versicherte im Extremfall erst 100 Jahre alt , dass sich sein Riester-Fondssparplan lohnt.
    .

    Fakt ist: man muss ganz genau kalkulieren, ob die Riesterrente sich lohnt oder nicht.
    Überhaupt sollte man keinen Riester abschliessen, wenn die Riester-Förderquote unter 40 % liegt.

  17. Thomas S., 19. Dezember 2011 um 19:29 Uhr

    @ Hans Müller

    Wenn Sie meinen angesprochenen Post richtig gelesen hätten, dann hätten Sie bemerkt, dass meine Renditeberechnung ein Beispiel darstellt. Ich habe an keiner Stelle behauptet, dass mit Fondslösungen immer und ohne Risiko 14 % Rendite möglich sind.

    Mein Beispiel diente dazu, zu veranschaulichen, welche Auswirkungen die Rendite in Verbindung mit dem Zinsenzinseffekt auf die mögliche Endauszahlung hat. Nicht mehr und nicht weniger.

    Ich habe weiterhin ausgeführt, dass es einen großen Unterschied macht ob man einen Riestervertrag mit 4 % oder mit 8 % Rendite pro Jahr bespart, denn bei 4 % Rendite hat man am Ende 68.760 Euro, bei 8 % stehen 141.000 Euro für den Anleger bereit, das sind 72.240 Euro mehr!!

    Angesichts dieser einfachen Tatsache habe ausgeführt, dass die Kosten, die von Kritikern und vermeintlichen Verbraucherschützern immer wieder ins Feld geführt werden eine untergeordnete Bedeutung! Ein Produkt mit 14 % Rendite kann achtmal so hohe Kosten haben wie das günstigere Produkt mit 4 % Rendite und bringt am Ende immer noch mehr für den Anleger!

    Zur beispielhaften Anschauung wurde hier die extra hohe Rendite von 14 % mit der “handelsüblichen” von 4 % vergleichen.

    Also, BEISPIEL, VERGLEICH, ANSCHAUUNGSMATERIAL!!

    Erlauben Sie mir abschließend noch einen kurzen Hinweis:

    In meiner täglichen Arbeit muss ich den Kunden nach entsprechender Analyse mitteilen, dass zur hundertprozentigen Schließung der Vorsorgelücke im Alter Sparbeiträge von 400 Euro und mehr pro Monat erforderlich sind.

    BEISPIEL:

    Das Alter einer Kundin beträgt heute 41 Jahre. Ihr Ruhestand soll in 24 Jahren mit Alter 65 beginnen. Nach heutiger Kaufkraft benötigt die Kundin im Ruhestand 2.000,00 € an monatlichen Einnahmen.

    Bei einer Teuerungsrate von 2,00 % benötigt sie dann 3.216,87 € an monatlichen Einnahmen. Aus anderen Quellen rechnet sie zukünftig bereits mit 615,51 € an monatlichen Einnahmen. Somit verbleibt eine Versorgungslücke von monatlich 2.601,36 € zum Alter 65, die durch eine Rentenzahlung ausgeglichen werden muss.

    Diese monatliche Einnahme soll der Kundin dann für weitere 20 Jahre (bis Alter 85) zur Verfügung stehen. Anschließend sollen noch 10.000,00 € an Restkapital verbleiben.

    Erforderliches Leibrentenkapital zu Beginn der Leibrentenphase 403.329,32 € bei 5,00 % Anlagezins. Eine dynamische Einnahmensteigerung ist ab Ruhestandsbeginn von 3,00 % für jedes Jahr gewünscht. Erforderliches Vermögen zu Beginn der Entnahmephase 515.627,98 € bei 5,00 % Anlagezins.

    Aus anderen Quellen vorhandene Guthaben zum Alter 65 wurden berücksichtigt. Das aufzubauende Vermögen beträgt demnach noch 515.627,98 €.

    Die theoretisch erforderliche Einmalanlage per heute beträgt 159.879,69 € bei 5,00 % Anlagezins. Die gleichbleibende Sparrate ab heute beträgt 940,09 € bei 5,00 % Anlagezins. Die dynamisch steigende Sparrate ab heute beträgt 701,77 € bei 5,00 % Anlagezins (3,00 % Steigerung alle 1 Jahre)

    Wenn die Kundin den Beginn des Ansparens von 701,77 € um 12 Monat(e) aufschiebt, beträgt der entgangene Vermögenszuwachs 40.807,72 €. Das entspricht 113,35 € täglich.

    Ich denke die Zahlen sprechen für sich. Sie werden mir in diesem Zusammenhang doch sicherlich zustimmen, dass eine alleinerziehende Mutter von 2 minderjährigen Kindern keine 940 € pro Monat zur Verfügung hat, die sie sparen kann.

    Hier wird mit der Riester-Rente aktuell versucht, das Maximum dessen was möglich ist herauszuholen, d. h. jährlicher Eigenbeitrag 80 €, jährliche Förderung 524 €.

    Mein o. a. Beispiel zeigt jedoch noch etwas. Wenn ich an der Sparrate nicht drehen kann (weil vom Kunden oder dessen finanzieller Situation i. d. R. vorgegeben), muss ich halt den Hebel woanders ansetzen und das ist nunmal der Zins oder die Rendite. D. h. um die Vorsorgelücke im Alter bestmöglich zu schließen müssen Anlageformen gewählt werden, die eine Rendite deutlich über der Inflationsrate erbringen. Auf die Dauer wird es sich die Bevölkerung nicht leisten können, Sparverträge und konventionelle Lebens-/Rentenversicherungen zu besparen, die unterdurchschnittliche Renditen abwerfen, da wie gesagt der Renditeturbo „Zinseszins“ über den Wohlstand im Alter entscheidet!!!!

  18. , 19. Dezember 2011 um 20:20 Uhr

    Thomas80

    Es ist schlichtweg falsch, dass die Risikoprämie bei privaten Rentenversicherungen 40 Prozent ausmacht. Das könnte nur dann der Fall sein, wenn der Versicherte bei Abschluss bereits ein sehr hohes Alter resp. eine sehr hohe durchschnittliche Sterbewahrscheinlichkeit hat. Niemand wird mit 65, 70 oder 75 Jahren eine Riesterrente abschließen. Dafür wurde das Produkt nie gemacht.

    Ebenso falsch ist, dass die Versicherer die Risikoprämie “kassieren”. Sie wird dafür verwendet, Menschen mit überdurchschnittlichem Alter eine lebenslange Rente zu zahlen – ein höchst anständiges Anliegen.

  19. Hans Müller, 20. Dezember 2011 um 22:00 Uhr

    @ Thomas S

    Das Ziel welches sie verfolgen ist ja grundsätzlich nachvollziehbar. Auch wenn ich mich über Menschen wundere welche allen ernstes ihre finanziellen Mittel vollständig im Alter erhalten wollen. Dass das mal möglich war, ist mir aus meiner Kindheit noch bestens bekannt. Aber mal im Ernst, zu versuchen diesen Zustand heute herstellen zu wollen geht an der Realität etwas vorbei! Und ich hoffe insgeheim im Alter meine heutigen finanziellen Mittel nicht mehr zu brauchen. Wohin sollen die ganzen Kilometer gehen die ich heute täglich unter die Räder nehme oder wessen Haus soll ich dann noch finanzieren müssen? Die Liste könnte ich jetzt nahezu unendlich fortführen!

    Ich kann mich denke ich soweit outen, als dass ich mich unter anderem in der Energiebranche betätige. Und gerade dort wird zurzeit, wie in keiner anderen Branche, über die Zukunft nachgedacht. Ich werde jetzt hier kein Insiderwissen Preisgeben nur soviel: Es werden in letzter Zeit immer mehr Stagnations-Szenarien durchgespielt, da durch den demografischen Wandel und einer fortschreitenden Rohstoffverknappung gerade auf lange Sicht kein Wachstum zu machen ist. Und durch die Medien können wir ja alle Verfolgen wie sich eine ganze Branche versucht gesund zu schrumpfen!

    Natürlich werden zurzeit auch hohe Renditen im Bereich der Erneuerbaren Energien erzielt und viele andere Industrien versuchen auf ähnliche Art noch Wachstum zu generieren. Jedoch sehe ich, und die Meinung hab ich mir bestimmt nicht aus dem Hut gezogen, auf lange Sicht trotzdem keinen ausreichenden Boom auf uns zu kommen. Zwar ist er in, wie eben bereits erwähnt, einzelnen Bereichen vorhanden. Diese werden aber vom Volumen her nicht die Rentenlücken einer alternden Gesellschaft schließen können. Und bei dem Kundenvolumen womit sich das Unternehmen dieses Blogs schmückt wird es schwierig auf diesen Zug dauerhaft aufzuspringen. Schon allein weil es sich vermehrt zum Rückzugsort für gut Betuchte entwickelt. Was leider dazu führt, dass immer mehr an dieser Entwicklung kaum teilhaben können.

    Was ich damit sagen will ist, dass jede Rendite von Irgendwem oder Irgendwas erwirtschaftet werden muss. Alles andere wäre die berühmte Blase oder durch Inflation herbeigeführt. Und darüber brauch ich in der heutigen Zeit sicher kein Wort mehr zu verlieren. Wir können froh sein in einem Land zu leben wo noch im großen stil Wertschöpfung betrieben wird. Woraus bei uns noch Renditen erzielt werden können. Aber selbst das hat seine Grenzen trotz der hervorragenden Exportrate.

    Eine Volkswirtschaft die es vielleicht hergeben könnte wäre China. Nur erstens sehen selbst dort immer mehr Fachleute einen Rückgang des Wachstums und zweitens wird es eine Zentralisierte Volkswirtschaft wie China nie zulassen, dass mithilfe ihrer Wirtschaft in anderen Ländern eine so hohe Rendite auf Dauer erzielt wird. Die Realität zeigt eher genau das Gegenteil, d.h. sie ziehen die Renditen aus unserer Wirtschaft.

    Ich bin beileibe kein Schwarzmaler, jedoch vermisse ich in dieser Diskussion immer die Betrachtung der Nachhaltigkeit. Die Finanzbranche ist gerade in den letzten Jahren kein unbefleckter Ort mehr.

    Es wird nur die Zukunft zeigen können wer am Ende Recht behält. Wir werden sicherlich nicht in Armut enden! Auch nicht die geächteten Sparstrumpf- oder Sparbuchsparer. Gerade das erfordert eine hohe Disziplin sein an sich immer greifbares Geld nicht anzurühren. Dieser Personenkreis wird diese Disziplin auch nicht im Rentenalter ablegen. Aber alle anderen sollten die Kirche auch im Dorf lassen! Die Ereignisse sprechen in der letzten Zeit eher für die Pessimisten. Und ich bin sicherlich niemand der sich darüber freut! Jedoch lasse ich mich bei allem Optimismus zu keiner Illusion verführen!

  20. Wolfgang, 21. Dezember 2011 um 09:15 Uhr

    @ Joachim Trapp

    Sehr geehrter Herr Trapp, ich lese hin und wieder diesen Blog. Ich möchte hier eine Frage an Sie stellen, da Sie ja auch Finanzmathematik als Lehrfach bei der Deutschen Vermögensberatung hatten, ( davon gibt es ja nicht all zu viele ).
    Ic h bekomme im Februar 83000 Euro aus eine Lebensversicherung ausbezahlt. Ich will mir über 26 Jahre land eine Zusatzrente zahlen lassen. Angenommen es gibt 5% eff. Zins. Wie hoch ist dann meine Rente, wenn ich jedes Jahr eine abnehmende Dynamik von 5% berechnet haben will. Das Kapital kann dann aufgebraucht sein. Würde mich freuen, wenn Sie etwas psoten können.
    Danke

  21. joachim.trapp, 21. Dezember 2011 um 17:54 Uhr

    @ Wolfgang

    Sehr geehrter Wolfgang.

    1. Sie meinen wohl mit abnehmender Dynamik eher abnehmende Aktiva ?

    2. Sie haben wohl keinen Berater, welcher Sie auch nach Beendigung des Vertrages betreut ?

    3. Was Sie von mir möchten ist schon eine Beratung, dafür gibt es aber einen Berater. Wenn Sie echtes Interesse haben das Geld sicher anzulegen, dann empfehle ich einen Berater in Ihrer Nähe. Sollten es nicht zu weit entfernt sein, so können Sie mich auch gerne über meine Homepage kontaktieren.

    Viele Grüße
    Joachim Trapp

  22. Janko Lach, 21. Dezember 2011 um 23:19 Uhr

    @ Wolfgang

    Anfängliche Rente nach Steuer beträgt rund 681 Euro und nimmt natürlich aufgrund der negativen Dynamik stetig ab. Das ist aber alles nur theoretisch, da Ihnen einen 5%igen Zins keiner garantiert.

    VG

  23. Wolfgang, 22. Dezember 2011 um 08:33 Uhr

    @ Joachim Trapp

    Danke für Ihr Ergebnis. Bei Punkt 1 habe ich mich unverständlich ausgedrückt. Ja, meine Rente soll jedes Jahr um 5% fallen. Bei Punkt 2 habe ich ja geschrieben, daß es nicht viele gibt, die meinen Vorstellungen gerecht werden.
    Bei Punkt 3. Nein ! Zur Zeit keine Beratung. Ich will weder Verkäufer noch Berater. Ich habe um ein Ergebnis geben, deshalb auch mein Posting. Ich dachte, daß Sie als ausgebildeter Finanzmathematiker meine Fragestellung schulteren könnten. Wenn Sie es können, bin ich Ihnen sehr verbunden.

  24. Wolfgang, 22. Dezember 2011 um 10:28 Uhr

    @ Janko Lach

    die Steuer ist ja auch nicht garantiert. Lassen Sie die Steuer doch einfach mal weg.
    Ein Vermögensberater hat mir zu gemailt, dass ich anfangs eien Rente von 730,44 € und zu letzt eine Rente von 202,62 € erhalten kann.
    Ist das richtig ?
    @ Joachim Trapp, als Finanzmathematiker, stimmt das mit der Rente ?

  25. Joachim Trapp, 22. Dezember 2011 um 18:04 Uhr

    @ Wolfgang

    Ich verstehe Ihren Punkt 2, da es fast niemanden gibt, ausser Ihnen, der Punkt 1 will.
    Zu Punkt 3: Warum fragen Sie dann überhaupt und schreiben auf diese Art, denn überall auf Pages wo es Berater im Hintergrund gibt, sind für Sie nicht geeignet, da Sie nur “Beschäftigungstherapie” für sich und andere aufbauen möchte, was ich sehr schade finde.

    Weiterhin können Sie nur klare und richtige Antworten im Leben erhalten, wenn Sie in der Lage sind klar flormulierte Fragen zu stellen.

    Außerdem bin ich kein ausgebildeter Finanzmathematiker, sondern ausgebildeter Vermögensberater, mit Bestandteil Finanzmathematik in der Ausbildung als Unterrichtsfach.
    Also bitte in Zukunft nicht mehr falsches schreiben. Danke.

    Fazit: Erstens am Blogthema vorbei geschrieben und zweitens drängt sich mir langsam der Verdacht auf, das Sie einfach nur Kosten sparen wollen.
    Dann bitte lösen Sie Ihre fachlichen Fragen selber. Warum ? Weil ich nicht einsehe das ich 21 Jahre Ausbildung an Menschen wie Sie weiterzugeben, welche nicht bereit sind das auch zu honorieren !!!

    Schöne Weihnachten
    Joachim Trapp

  26. Joachim Trapp, 22. Dezember 2011 um 20:44 Uhr

    @ Wolfgang, Ihr Kommentar 22. Dezember 2011 um 10:28

    Ich weiß nicht ob ich jetzt sprachlos, entsetzt, wütend oder einfach nur Mitleid mit Ihnen haben soll.

    Was soll es Ihnen nutzen in 26 Jahren wesentlich weniger Rente zu haben als am Anfang ?
    Noch nichts von Inflation gehört ?
    Oder glauben Sie an eine über ein Viertel Jahrhundert gehende Deflation ?

    Es gibt Finanz- und Vermögensberater deshalb, weil es viele Menschen gibt die einfach Rat und Hilfe langfristig benötigen, denn es handelt sich um oftmals komplexe Sachverhalte, welche ein fundiertes Expertenwissen erfordern.

    Allerdings gibt es auch unbelehrbare Menschen wie Sie die sich Ihre eigene Welt zurecht rücken………..ich wünsche Ihnen alles erdenklich Gute, wenn Sie von der Welt einmal in einigen Jahrzehnten zurechtgerückt werden, es wird sicher dann mit Ihrem Verständnis um diese komplexen Vorgänge in unserem Finanz- und Wirtschaftssystem in eine Richtung sein in welche Sie nie gewollt haben !!!

    Und jetzt bitte wieder zurück zum eigentlichen Thema.
    Vielen Dank.

    Joachim Trapp